Görlitzer Zukunftsvisionen selbstbewusster

Görlitzer Zukunftsvisionen selbstbewussterGörlitz, 28. Juni 2020. Die "Zukunftsvisionen" wollen für die freie Szene in Görlitz stehen und erfinden sich als Festival für zeitgenössische Künste jedes Jahr neu. "Unser Kollektiv aus Ehrenamtlichen stellt sich zu jedem Festival neu zusammen und setzt als Organisationsteam eigene Schwerpunkte. In diesem Jahr haben wir uns entschieden, nach den letzten politischen Entwicklungen dieser Stadt selbstbewusster aufzutreten und unser Festivalthema als Diskursraum zu verstehen, in dem Altes, Bewährtes oder Selbstverständliches hinterfragt wird", so Festivalleiter und Kulturmanager Felix Schuster.

Das alte Gaswerk wird zum Ausstellungsraum

Foto: Felix Schuster (Bild bearbeitet)

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Ausstellungsthema "An die Substanz!"

Ausstellungsthema "An die Substanz!"

Zukunftsvisionen-Team 2020

Foto: Steve Nauke

Thema: Ausstellungen in Görlitz und Umgebung

Ausstellungen in Görlitz und Umgebung

Görlitz verfügt nicht nur über fast 4.000 Baudenkmale, sondern ist eine Stadt der Museen und Ausstellungen. Hier befinden sich beispielsweise das Kulturhistorische Museum, das Schlesische Museum zu Görlitz, das Museum der Fotografie und das Senckenberg Museum für Naturkunde, im polnischen Teil der Europastadt das Lausitz-Museum. Darüber hinaus gibt es häufig Sonderausstellungen an anderen Orten, auch im Umland der Stadt.

Von einer fünfköpfigen Jury, der auch Andrea Hilger, Leiterin der Ostrale in Dresden, angehört, wurden aus über 200 Werken internationaler und regionaler Künstler zwanzig ausgewählt. Kuratorisch unterstützt wird das Ausstellungsteam durch die Expertise des Videokünstlers Hector Solari, der durch seine Arbeiten in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste und die Videokunstausstellung in Görlitz im Jahr 2006 bekannt ist. Der Görlitzer Anzeiger hatte damals ausführlich berichtet, aus rechtlichen Gründen allerdings vor allem ohne Bilder. Ein Denkmal hatte die Ausstellung sich mit dem Abkleben der Veranstaltungsplakate gesetzt.

Zurück ins Jahr 2020: Das Ausstellungsthema "An die Substanz!" soll als Aufforderung zur Reflexion verstanden werden: Was macht uns aus? Wo wollen wir hin? Auf Grundlage welcher Werte, Gewohnheiten oder Ängsten entscheiden wir? Fragen die auch im Zuge der derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungen an Relevanz gewinnen. Auf diesem Gebiet forschen ebenfalls zwei Kunstresidenzen, deren Ergebnisse auf der Ausstellung präsentiert werden. Das Programm reicht von Konzerten des selbsternannten Tourette-Rappers Täubling oder des Klangkünstlers Zan Hoffmann, Kurzfilmabenden in Kooperation mit dem örtlichen Filmclub von der Rolle e.V., bis hin zu offenen Diskussionsrunden im Zuge des Forschungsprogramms "Stadt auf Probe".

Am zweiten von insgesamt drei Festivalwochenenden übernehmen die TanzTage die komplette Programmgestaltung und locken mit Workshops und Performances zu zeitgenössischem Tanz ins Oktogon. Ein besonderes Schmankerl soll die Vernissage am 21. August 2020 werden, zu der Sarah Farina, international renommierte DJ aus Berlin und Königin der funky Rainbowbassmusik, vor Ort einheizen wird.

Die kreative Nutzung des Leerstands gehört seit Anbeginn zu den Anliegen des Festivals, weswegen auch die meisten Görlitzer "die ZUVI" durch die Inszenesetzung lang vergessener oder heiß erinnerter Orte kennen. Für Gäste von außerhalb verändern die ZUVI die Perspektive auf die Stadt, die sich oftmals viel zu sehr an ihren Fassaden ergötzt.

Vom 13. Juli bis zum 3. August 2020 wollen die Zukunftsvisionen mit einem Crowdfunding auf startnext, bei dem Festivaltickets schon weit im Vorfeld der Veranstaltung erworben werden können, Geld einwerben.

Da war doch noch etwas:
Das Festivalteam steht im stetigen Kontakt mit der Stadt und behält sich vor, aufgrund neuer Auflagen im Zuge von Corona kurzfristige Programmanpassungen vorzunehmen.

Mehr:
Es gibt eine Website!

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  • Quelle: red | Foto Gebäude: Felix Schuster, Foto Team: Steve Nauke
  • Erstellt am 28.06.2020 - 11:41Uhr | Zuletzt geändert am 28.06.2020 - 12:44Uhr
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