Von Friedrich dem Großen bis nach Görlitz

Von Friedrich dem Großen bis nach GörlitzGörlitz, 19. Mai 2020. Friedrich der II. von Preußen, auch Friedrich der Große oder kurzerhand der Alte Fritz genannt, Sohn des Soldatenkönigs Friedrich I., machte Preußen zur europäischen Großmacht – nicht zuletzt dank militärischer Erfolge. Dabei war er doch eher der Literatur und Sprachen, der Philosophie, Musik und Männern zugetan. Eine Facette ist weithin unbekannt: Friedrich der Große als Wirtschaftsförderer.

Gläser der Firma Fritz Heckert nach Entwürfen von Ludwig Sütterlin, um 1903 bis 1905
Foto: René E. Pech
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Schlesisches Museum zu Görlitz öffnet auch an den Feiertagen

Schlesisches Museum zu Görlitz öffnet auch an den Feiertagen
Dieses Denkmal für Friedrich den Großen haben die Bürger von Kloster Zinna im Jahr 1864 – 100 Jahre nach der Stadtgründung durch ihn – aufgestellt. Das Denkmal wurde 1949 zerstört und 1994 finanziert durch Spenden erneuert
Foto: © Görlitzer Anzeiger

Thema: Ausstellungen in Görlitz und Umgebung

Ausstellungen in Görlitz und Umgebung

Görlitz verfügt nicht nur über fast 4.000 Baudenkmale, sondern ist eine Stadt der Museen und Ausstellungen. Hier befinden sich beispielsweise das Kulturhistorische Museum, das Schlesische Museum zu Görlitz, das Museum der Fotografie und das Senckenberg Museum für Naturkunde, im polnischen Teil der Europastadt das Lausitz-Museum. Darüber hinaus gibt es häufig Sonderausstellungen an anderen Orten, auch im Umland der Stadt sowie in der Dreiländerregion von Sachsen, Tschechien und Polen.

Als Wirtschaftsförderer hat Friedrich der Große durchaus Bezüge zur Oberlausitz. So veranlasste er 1764 auf dem Gebiet von Kloster Zinna die Gründung einer Stadt. Um die Region wirtschaftlich zu beleben, siedelte Friedrich II. hier Handweber aus der Oberlausitz an. Dumm nur, dass just zu dieser Zeit die mechanischen Webstühle immer weiter verbessert wurden und die Handweber schnell brotlos machten.

1742 kam Schlesien in den Machtbereich des großen Friederichs. Zwei Jahre zuvor waren hier elf Glashütten gezählt worden, unter Friedrich dem Großen wurden es bis etwa 1780/90 ungefähr 30 allein in Oberschlesien (Quelle: Astrid Dolejsch).

An dieser Stelle kommt Görlitz ins Spiel: Hier zeigt das Schlesische Museum die Sonderausstellung "Heckert Glas 1866-1923". Der aus Halle /Saale) stammende Fritz Heckert, der von 1836 bis 1887 lebte, hatte 1862 die Zackenmühle bei Petersdorf am Fuße des Riesengebirges, eine Glasschleiferei, gekauft. In Petersdorf, heute Piechowice, gründete er 1866 eine Glasraffinerie, die Glas veredelte und bis zu 200 Mitarbeitern hatte.

Die Görlitzer Schau zeigt 200 Gläser in den unterschiedlichsten Stilrichtungen vom Historismus bis zum Jugendstil. Auch wird ein Überblick über die Produktion der Heckert'schen Firma geboten. Besucher können zugleich die Ausstellung "Kopf und Zahl. Geschichte des Geldes in Schlesien" besuchen; hier sind beeindruckende Schatzfunde, Münzen aus neun Jahrhunderten, Geldscheine bis in Milliardenhöhe und glänzende Beispiele schlesischer Medaillenkunst zu sehen.

An den Feiertagen zu Himmelfahrt und Pfingsten ist das Museum geöffnet.

Mehr:


Das Schlesische Museum zu Görlitz und Glas aus Schlesien:

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  • Quelle: red | Foto Gläser: René E. Pech; Foto Denkmal: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 19.05.2020 - 04:23Uhr | Zuletzt geändert am 19.05.2020 - 05:36Uhr
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