Faszination Bier: Brauereien in Südtirol

Faszination Bier: Brauereien in SüdtirolGörlitz, 21. August 2021. Was haben Görlitz und Südtirol gemeinsam? Bierbraukunst! In Görlitz gibt es seit mehr als 150 Jahren die Landskron Brauerei, doch die Biertradition in der Neißestadt reicht zurück bis in die mittelalterlichen Braukeller. Die Südtiroler Biertradition reicht sogar noch länger zurück. Heute gibt es in Südtirol mehr als acht Wirtshausbrauereien, die ihre eigenen Bierkreationen herstellen.

Abb.: Ständig nur Bier zu trinken, das geht natürlich nicht, aber gewitzte Bierverkäufer bringen den Gerstensaft als "perfektes Fitnessgetränk" an Mann und Frau. Als isotonisches Getränk bringe es nach dem Sport ausgeschwitzte Stoffe schnell in den Körper zurück, wird argumentiert

Symbolfoto: Simon, Pixabay License

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Bier aus Südtirol: Ein Helles, bitte!

 Bier aus Südtirol: Ein Helles, bitte!

Von der Region um Tscherms, von Bozen kommend kurz vor Meran gelegen, geht der Blick in Richtung Norden über die Kulturlandschaft des Etschtales, von dem in Meran das Passeiertal mit der Passerschlucht abzweigt

Foto: Richard G. / blende12, Pixabay License

Thema: Woanders

Woanders

"Woanders" – das ist das Stichwort, wenn der Görlitzer Anzeiger auf Reisen geht und von Erlebnissen und Begegnungen "im Lande anderswo" berichtet. Vorbildliches, Beispielhaftes und Beeindruckendes erhält so auch im Regional Magazin seine Bühne.

Die Tradition des Bierbrauens ist in Südtirol seit Langem verbreitet. Erstmalig wurde der Gerstensaft hier im Jahr 985 urkundlich erwähnt, zum Vergleich: Görlitz feiert in diesem Jahr den 950. Jahrestag seiner Ersterwähnung im Jahr 1071. 1880 gab es in Südtirol schon über 25 Brauereien. Wer in den Genuss traditionsreicher Biere kommen und ein Helles genießen möchte, muss jedoch nicht über die deutschen Landesgrenzen hinausfahren.

In Görlitz beispielsweise steht eine der traditionsreichsten Brauereien des Freistaats Sachsen: die Landskron Brauerei, die 1869 erstmalig Gerstensaft-Spezialitäten braute. Dafür wurde die heutige private Brau-Manufaktur mehrfach ausgezeichnet. Gebraut wird im ostsächsisch-niederschlesischen Görlitz in einem der ältesten noch produzierenden Industriedenkmäler Deutschlands, in das auch zu Führungen eingeladen wird. Wer auf einer Erlebnistour zusätzliche Bergluft genießen möchte, für den ist das reichlich 800 Auto-Kilometer entfernte Südtirol ein Tipp. Dort warten besondere Erlebnisse, eine Brauerei entdecken inklusive Übernachtung kann man etwa im Martinerhof.

Das Helle hat in Südtirol eine lange Tradition. Vor allem das "Kleine" ist als erfrischendes Getränk zwischendurch mit 0,2 Litern äußerst beliebt. Frisches Quellwasser, die Luft der Berge und beste Südtiroler Gerste sind die Erfolgszutaten für dieses Helle mit dem unnachahmlichen Geschmack.

Braukunst zum Anfassen – nicht nur für Bierfans ein Erlebnis

Brauhandwerk ist faszinierend, denn mit Geduld, den richtigen Zutaten und Gärbedingungen entstehen Heller Bock, Ale und zahlreiche andere Biersorten. Wer live dabei sein möchte, kann dieses Erlebnis in vielen privaten Hausbrauereien in Südtirol, aber auch in Deutschland genießen. Die Besichtigungen von Schrotmühle, Maischebottich, Würzpfanne und Co. sind nur einige Stationen auf der Bier-Tour.

Ebenso spannend wie der Herstellungsprozess selbst ist die Entdeckung der verschiedenen Geschmacksnuancen des Gestensaftes, dessen Farbnuancen von hell bis dunkel reichen. In der Brauerei Martinerhof gibt es beispielsweise nur das ungefilterte Martinsbräu, das in unbehandelten Fässern und Flaschen binnen drei bis vier Wochen zum Jungbier reift.

Auf eine ganz andere Geschmacksrichtung hingegen setzt in Görlitz eine kleinere Hausbrauerei, die "Bierblume". Auch hier gibt es die in den letzten Jahren zunehmend beliebt gewordenen Craft-Biere, deren Herstellungsprozess ebenfalls hautnah erlebt werden kann. Wer sich für die facettenreichere Braukunst der Region interessiert, kommt am besten zu einem Bier-Urlaub nach Görlitz. Neben Bierblume locken hier auch die Genussbrauerei Krause, bekannt als "GR-LI BRAEU", und die Obermühle Görlitz, in deren Brauhaus das "goldene Pils" und das "kupferfarbene Ghost" entstehen. Von Landskron als größter Brauerei vor Ort kommt mittlerweile auch Fassbrause, die wie das naturtrübe Apfel-Radler zum echten Erfolgshit wurde.

Genuss-Landschaft Südtirol: es gibt nicht nur Bier zu entdecken

Zurück ins Alpenland: Südtirol hat nicht nur in Sachen Bierbraukunst einiges zu bieten, sondern auch in anderen kulinarischen Bereichen. Maximale Gaumenfreude bringen beispielsweise die Südtiroler Äpfel, der Bergkäse, die bekannten Schnäpse und Brände, das urige Schüttelbrot, der für die Region typische Spargel, Speck oder Bienenhonig.

Einige Spezialitäten der Region gibt es auch in Sachsen. Die Südtiroler Äpfel beispielsweise sind vielen Obstliebhabern aufgrund ihrer Geschmacksintensität ein Begriff. Doch auch die zahlreichen Schnäpse und Brände lassen das Herz der Genussliebhaber höherschlagen. Der für Südtirol typische "Verdauerle" ist ein Obstbrand mit einem Alkoholanteil zwischen 35 und 40 Prozent, der vor allem aus Kirschen, Äpfeln, Birnen sowie Zwetschgen oder Marillen hergestellt wird. Gern gereicht wird er zu deftigen Speisen, wie der typischen Tiroler Brotzeit mit Speck und Käse.

Der Bergkäse darf auf keiner Brettlmahlzeit fehlen und wird in Handarbeit von mehr als zehn Sennereien hergestellt. Die Auswahl ist enorm, denn es gibt mehr als 90 Käsesorten aus Südtirol – aus Kuhmilch, Schafmilch oder Ziegenmilch. Die facettenreichen Geschmacksnuancen machen den Südtiroler Käse zu etwas ganz Besonderem. Peperoncino, Wein, Kümmel, Heu – die unnachahmliche Bergmilch verleiht jedem Käse seine besondere natürliche Würze.

Wer selbst auf Entdeckungsreise durch die Welt des Käses oder der Obstbrände gehen möchte, besucht die Handwerksbetriebe entlang der wunderschönen Kulisse in Südtirol selbst. Die zahlreichen Sennereien oder Brennereien laden zu Führungen und natürlich auch Verkostungen ein.

Ein knackiges Erlebnis der besonderen Art darf dabei nicht fehlen: das sogenannte Schüttelbrot. Es wird, wie der Name schon sagt, nicht gerührt, sondern geschüttelt. Durch das Schütteln wird der Teig optimal aufgelockert und erhält durch die enthaltene Luft beim Backen seine typische, knackig-wellige Oberfläche. Besonders beliebt ist es mit süßem Aufstrich, beispielsweise mit Schokolade oder der für Südtirol typischen Marillen-Marmelade. Auch mit dem handgefertigten Bienenhonig ist das knackige Brot ein wahrer Hochgenuss.

In Südtirol sind mehr als 30.000 Bienenvölker beheimatet, die den wertvollen Nektar für die ca. 3.000 Imker in der Region sammeln. Eine echte Schwerstarbeit, denn um ein Kilogramm Honig herstellen zu können, müssen die Bienen zirka drei Kilogramm Nektar befördern und dafür rund 60.000 Mal ausfliegen. Wer miterleben möchte, wie der Honig hergestellt wird, unternimmt eine erlebnisreiche Tour bei einem der vielen Imker in Südtirol und erlebt die Herstellung von der Entnahme der Waben bis zur Abfüllung des fertigen Honigs.

Wer Südtiroler Spezialitäten ausprobieren möchte, kommt nicht nur beim Bier oder den Obstbränden auf seinen Geschmack. In Südtirol gibt es exklusiven Weinbau in traditioneller Handarbeit. Hier werden auf mehr als 5.000 Hektar Spitzenweine der Extraklasse hergestellt. Zu den bekanntesten Veranstaltungen gehört das Merano International Weinfestival, das jährlich Tausende Besucher anzieht. Auf romantischen Wanderungen durch die Weinberge und durch die Verkostungen bei den Winzern erhalten interessierte Südtirol-Fans Einblick in die Herstellung von Rot- und Weißwein.

Tipp: Genuss-Reise mit Alpenland-Erkundung verbinden

Um die herrlichen Genussmomente in Südtirol ohne Reue erleben zu können, lädt eine Entdeckertour durch das Alpenland zu Fuß ein: In Südtirol befinden sich nämlich ungefähr 350 Berggipfel, die nicht nur herrlichen Ausblick über die einzigartige Landschaft bieten, sondern auch zu Wander- und Klettertouren verlocken.

Spektakulär sind auch die geschichtlichen Hintergründe der Dolomiten selbst. Einst wuchsen hier – vor 250 Millionen Jahren – Korallenriffe, doch dann sank das Tethysmeer und zurück blieben bizarre Steinformen, die noch heute auf den Entdeckungstouren zu sehen sind. 2009 wurden die Dolomiten sogar in die UNESCO-Weltkulturerbe Liste aufgenommen, weil die Berggruppen besonders mystisch-bizarr und schützenswert sind. Nach einer spannenden Entdeckungsreise durch die bizarren Formationen ist ein zünftiger Südtiroler Gaumenschmaus die perfekte Krönung eines erlebnisreichen Tages.

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  • Quelle: red | Foto Radfahrer: Simon / Simon, Pixabay License; Foto Etschtal: Richard G. / blende12, Pixabay License
  • Erstellt am 21.08.2021 - 08:03Uhr | Zuletzt geändert am 21.08.2021 - 10:03Uhr
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