Jugendstil-Kaufhaus zeigt Görlitz-Fotos
Görlitz, 25. Februar 2020. Es war die vielleicht beeindruckendste Ausstellung über den vor allem von den "DDR"-Sozialisten hingenommenen Totalverfall der Stadt Görlitz und ihre Wiederauferstehung nach der deutschen Wiedervereinigung, die Schau "Görlitz – Auferstehung eines Denkmals", die erstmals von Mitte Mai bis Mitte Oktober 2015 in den ehemaligen KEMA-Produktionshallen in Görlitz gezeigt wurde.
Bilder für "DDR"-Verklärer und Zonen-Nostalgiker
Nun sind einige dieser beeindruckenden Görlitz-Fotografien im historischen Kaufhaus Görlitz am Demianiplatz, genauer gesagt in dessen Schaufenstern der Nordfassade am Marienplatz, zu sehen.
Wie bereits in der Ausstellung, die auch auf dem Dresdner Flughafen und in der Görlitzer Partnerstadt Wiesbaden zu sehen war, sind in den Schaufenstern vorher-nachher Bilder gegenübergestellt, so etwa vom markanten Eckhaus Peterstraße 7. Alle Fotos waren bei großem Besucherzuspruch außerdem beispielsweise in der Terminalhalle des Flughafens Leipzig/Halle und in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin gezeigt worden.
Zu verdanken sind die Bilder dem Dresdner Fotografen Prof. Jörg Schöner, der Görlitz seit vier Jahrzenten dokumentiert und so zum Chronisten der Auferstehung des architektonischen Reichtums von Görlitz wurde. Die Bilder verdeutlichen, was man heute Besuchern der Stadt kaum noch begreiflich machen kann: Den Grad des Verfalls und die verbreitete Lethargie im real existierenden Sozialismus, als es die Stadtbewohner vorzogen, in hässliche Satellitenstädte zu ziehen, um ihrer eigentlichen Stadt zu entkommen. So gesehen sind Schöners Fotos ein Argument gegen die leidige Ostalgie, die suggerieren möchte: Es war doch gar nicht so schlimm. Nein, es war schlimmer.
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- Quelle: red | Bilderquelle. Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH
- Erstellt am 25.02.2020 - 17:11Uhr | Zuletzt geändert am 01.08.2021 - 14:24Uhr
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