Ausstellung: 25 Jahre Sanierung von Görlitz

Ausstellung: 25 Jahre Sanierung von GörlitzGörlitz, 6. Mai 2015. Für Görlitz-Fans ist das ein "muss": Ab Mitte Mai wird in der Stadt die Ausstellung "Görlitz - Auferstehung eines Denkmals" gezeigt. In Fotografien von Jörg Schöner aus Dresden, der seit vier Jahrzehnten die Görlitzer Bausubstanz dokumentiert, werden die Sanierungsleistungen der letzten 25 Jahre vergegenwärtigt.

Das Waidhaus – ältester Profanbau in Görlitz – ist ein Beispiel für eine gelungene Sanierung und neue Nutzung. Heute werden hier Handwerker in der Denkmalpflege und Restaurierung qualifiziert

Foto: © Görlitzer Anzeiger

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Vom Werden, vom Erhalten und Vergehen der Bausubstanz einer Stadt

Vom Werden, vom Erhalten und Vergehen der Bausubstanz einer Stadt

Grafik: Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH

Für den Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege ist die Ausstellung "ein beeindruckender Beleg für das große Engagement und die Begeisterung der vielen Menschen, die sich mit großem Respekt vor dem hohen Wert der Denkmalsubstanz der Sanierung unserer Stadt gewidmet haben".

Der Fotograf Jörg Schöner hatte sich unter anderem mit der Dokumentation des Historischen Grünen Gewölbes in Dresden, die auch auf der EXPO in Schanghai gezeigt wurde, einen Namen gemacht. Bereits seit 1979 dokumentiert er den Zustand des enormen architektonischen Reichtums von Görlitz und wurde damit zum Chronisten des Wandels in der Stadt an der deutsch-polnischen Grenze. Neben der marioden, aber auch der perfekt wieder hergestellten Schönheit der Stadt hielt er auch den Alltag fest.

In der KEMA-Halle, von wo einst Strangpressen und andere Maschinen vor allem für Ziegeleien wie auch die keramische und Porzellan-Industrie ihre Reise in die ganze Welt antraten, zeigt Fotograf Schöner Drucke, die zwei mal drei Meter groß sind und frei im Raum hängen. Die Fotografien vermitteln dem Besucher den Eindruck, sie bewegten sie sich im Zeitraffer durch Stadträume. Der freiberuflich tätige Fotokünstler sieht seine Görlitzer Werkschau als gesellschaftspolitische Ausstellung, die daran erinnert, wie es in Görlitz aussah und was daraus geworden ist: "Es ist beeindruckend, was die Sanierung in den vergangenen 25 Jahren wieder ans Licht brachte."

Die teils jahrhundertealte Görlitzer Denkmalsubstanz drohte während der Diktatur der SED (heute Linkspartei) nach und nach unterzugehen. 1989 gab es sogar Pläne, in der Altstadt Straßenzug um Straßenzug zu sprengen – schon begann die Umsetzung: Das Quartier Teichstraße inter dem Rathaus am Untermarkt verschwand spurlos. Die "DDR" konzentrierte ihre spärlichen Mittel auf Prestigeobjekte wie den Wiederaufbau der Dresdner Semperoper - für andere historische Städte blieben nur Notsanierungen - oft genug unter schwierigsten Bedingungen - oder der Abriss.

Die Demonstrationen der friedlichen Revolution bleiben in Görlitz verbunden mit dem entschiedenen Einsatz von Einwohnern für den Erhalt der Denkmalsubstanz ihrer Heimatstadt. So wurde damals der Abriss von Wohnhäusern in der Heilige Grab Straße verhindert. Erst 2006 kamen neue umfassende Abrisspläne der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft auf den Tisch, die Häuser aus der Gründerzeit und den zwanziger Jahren betrafen (Heilige-Grab-Straße 34-38, Helmut-von-Gerlach-Straße 32a, Karl-Eichler-Straße 40 und 42, Hofbebauung auf der Konsulstraße 65/66, Querstraße 3 und 4, Reichertstraße 66-82, Zeppelinstraße 60/62). Der Verlust von Bausubstanz wurde hier rein wirtschaftlich begründet.

Prädikat: Hingehen!
Vom 17. Mai bis zum 18. Oktober 2015 täglich von 10 bis 19 Uhr,
am Eröffnungstag 16. Oktober ab 16 Uhr,
Pomologische Gartenstraße 17-19, 02826 Görlitz
(frühere Produktionshalle des KEMA Keramikmaschinenbaus).

Mehr:
www.fotoausstellung-goerlitz.de
www.facebook.com/fotoausstellung.goerlitz

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  • Quelle: red | Foto: © Görlitzer Anzeiger, Grafik: Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH
  • Erstellt am 06.05.2015 - 05:57Uhr | Zuletzt geändert am 25.02.2020 - 17:22Uhr
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