Vor fünfunddreißig Jahren wurde Hartmut Tautz am Eisernen Vorhang von Hunden zerfleischt

Vor fünfunddreißig Jahren wurde Hartmut Tautz am Eisernen Vorhang von Hunden zerfleischtFriedland im Isergebirge (Frýdlant v Čechách), 9. September 2021. Von Stanislav Beran. Es war zehn Uhr abends als am 8. August 1986 der am 10. Februar 1968 in Plauen geborene Magdeburger Hartmut Tautz, ein Abiturient, versuchte, über die tschechoslowakische Staatsgrenze bei Engerau (Petržalka), einem Stadtteil der slowakischen Hauptstadt Preßburg (Bratislava), nach Österreich in die Freiheit zu flüchten. Der Versuch endete tödlich.

Abb.: Rechtsanwalt Lubomír Müller gelang erstmals die vollständige Rehabilitierung eines am Eisernen Vorhang der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik ums Leben gekommenen Opfers

Foto: Archiv Lubomír Müller

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Nicht nur an der innerdeutschen Grenze wurde getötet

Thema: Menschenrechte

Menschenrechte

Menschenrechte sind weltweit Thema. Die Erinnerung an die "sozialistische Rechtsprechung" und das SED-Unrecht sowie die vorangegangene Nazi-Diktatur mahnen, auch in Deutschland Menschenrechte und Demokratie nicht als selbstverständlich hinzunehmen, sondern immer wieder dafür einzutreten.

Zwei Zäune an der Grenze hatte Hartmut Tautz bereits überwunden. Er hatte die Drähte mit einer Zange durchschnitten und sich durch das Loch im Zaun gezwängt und rannte jetzt in das Maisfeld, hinter dem Österreich beginnt. Er ahnte nicht, dass an der Grenze Alarm ausgelöst worden war, den er durch das Durchtrennen der Drähte verursacht hatte. Das war 22.16 Uhr. Die Reaktion erfolgte sofort. Der Kommandant der Truppe schickte zwei Grenzsoldaten des Grundwehrdienstes (Namen der Redaktion bekannt) los, die den "Eindringling" fangen sollten. Sie hatten nicht nur Maschinenpistolen, sondern auch die Diensthunde Roby und Ryša zur Hilfe. Die speziell ausgebildeten Deutschen Schäferhunde konnten paarweise oder im Rudel einen Menschen stellen und verletzen oder sogar töten. Die Grenzsoldaten von der 11. Grenzschutzkompanie Petrželka-Kopčany gaben den Hunden Befehl und die Hunde rannten in das Maisfeld und verfolgten den Flüchtling.

In der Zwischenzeit überwand der junge Mann weitere Hindernisse. Er rannte um sein Leben. Nur 22 Meter vor der österreichisch-tschechoslowakischen Grenze holten ihn die zwei Schäferhunde ein. Der schlanke und unbewaffnete Hartmut hatte keine Chance. Als die beiden Grenzsoldaten den Ort des Geschehens erreichten, lag Hartmut Tautz auf dem Boden und blutete stark. Nach den Unterlagen, die zur Verfügung gestellt wurden, hatte er zahlreiche Wunden am ganzen Körper. Die angreifende Hunde haben ihn skalpiert und an Beinen und am Kopf weitere schwere Verletzungen zugefügt. Er wurde buchstäblich zerfleischt. Nach der Attacke leisteten die Soldaten keine Hilfe. Sie fragten den jungen Mann, ob er allein geflüchtet sei und haben erst einmal seine Taschen durchwühlt und seinen Ausweis gesucht. Tautz war fast bewusstlos. Mit schwacher Stimme konnte er nur um Hilfe bitten. Wenn ihm schneller geholfen worden wäre, hätte er überleben können.

Seine Mutter, bei der er lebte, wusste nichts von seinem Vorhaben. Hartmut hatte ihr erzählt, dass er eine Reise nach Leningrad machen würde. Stattdessen fuhr er jedoch in die Tschechoslowakei und übernachtete mehrere Nächte im Studentenheim Freundschaft (Družba) in Bratislava. Tagsüber versuchte er, den besten Weg über die Grenze zu finden.

Hartmut Tautz sah für sich in der DDR keine gute Zukunft. Für die Universität, an der er Musik studieren wollte, wurde er nicht zugelassen, weil er ein schlechtes Kaderprofil hatte, das heißt, Verwandte in der Bundesrepublik Deutschland. In ein paar Wochen sollte er zum Militärdienst in die Nationale Volksarmee (NVA) eingezogen werden. Das war für ihn eine schreckliche Vorstellung. Sein Vater arbeitete als Zahnarzt und in seiner Freizeit widmete er sich dem Operngesang. Hartmut erbte das musikalische Talent des Vaters und fand Gefallen an Klarinettenspiel. Doch weil seine Verwandten in der Bundesrepublik lebten, wurde er nicht einmal in die Musikkapelle aufgenommen, um an der vierwöchigen Übung in seinem letzten Schuljahr teilzunehmen. Kurz darauf musste er den Tod seines geliebten Vaters verkraften, der an einem Herzinfarkt starb.

Hartmut hatte keine Ahnung von dem Risiko, das er mit der Flucht einging. Er wusste nichts von den ausgeklügelten technischen Sicherheitsvorkehrungen des Eisernen Vorhangs, er wusste nicht, dass die Grenzsoldaten Kampfhunde gegen Flüchtlinge einsetzen, die ihm zum Verhängnis wurden.

Hartmut Tautz zahlte vor 35 Jahren den höchsten Preis für seine Unerfahrenheit

Die Flucht aus der DDR in den Westen hat er mit seinem Leben bezahlt. Rechtsanwalt Lubomír Müller, der seinen Fall bearbeitet hat, sagte: "Leider hat er nicht alle Konsequenzen seines Handelns bedacht. Selbst während der Perestroika zeigte das unmenschliche System, wie zynisch es war. Damals wurde nicht gezögert, auch gegen junge Menschen wie Hartmut Tautz Gewalt anzuwenden. Hartmut erhielt nicht einmal rechtzeitig Hilfe und starb unnötigerweise. Sein Fall ist ein Memento des kommunistischen Unrechts."

Obwohl Hartmut schwer verletzt war, hatte er eine Chance zu überleben. Das Militärkrankenhaus war nur zwanzig Minuten mit dem Krankenwagen vom Ort des Anschlags entfernt. Der Verwundete wurde jedoch in ein Militärfahrzeug verladen. Den damaligen Berichten zufolge machte der verantwortliche Offizier zunächst eine "Erkundung des Ortes", bevor der "Eindringling", wie die verzweifelten Menschen, die versuchten in den Westen zu gelangen, genannt wurden, vom Maisfeld geholt wurde. Er wurde zunächst zu einer Militäreinheit gebracht, wo ein örtlicher Arzt versuchte, ihn zu behandeln. Ein Krankenwagen wurde zu spät gerufen. Sein Leben konnte nicht gerettet werden. Er hat in der zwischenzeit zu viel Blut verloren. Erst um 23.50 Uhr, etwa eine Stunde und zwanzig Minuten nach dem Vorfall, wurde er ins Militärkrankenhaus nach Bratislava gebracht. "Kaum wahrnehmbarer Blutdruck. Puls kaum zu spüren", schrieb der behandelnde Krankenhausarzt in seinen Bericht. Hartmut Tautz, der in diesem Jahr 53 Jahre alt geworden wäre, starb am 9. August 1986 um 1.15 Uhr, drei Stunden nach seinem Fluchtversuch, weil ihm nicht rechtzeitig geholfen wurde.

Auf Drängen seiner Mutter wurde Hartmuts Leichnam nach Magdeburg überführt und auf dem Magdeburger Waldfriedhof beigesetzt. Die Hinterbliebenen durften den Sarg jedoch nicht öffnen. Wie Tautz starb, wurde seiner Mutter bis einen Tag vor der Beerdigung verheimlicht. Gesagt wurde ihr: "Ihr Junge ist von Hunden so zerrissen worden, so schwer verletzt, dass er an diesen Verletzungen gestorben ist." Dass seine Verletzungen nicht tödlich waren und er nur wegen des späten Transports nicht überlebt hat, wurde damals aber von den Ärzten des Krankenhauses festgestellt.

Die damalige kommunistische Staatsanwaltschaft stellte den Fall jedoch mit der Begründung ein, dass niemand einen Fehler begangen habe, für den er belangt werden könne. Der Beschluss wurde von Tibor Gáplovský unterzeichnet, der nach der Wende Chef der Bahnpolizei wurde, zum Polizeigeneral aufstieg und nach seinem Wechsel ins Zivilleben als Kandidat der Grünen für das Parlament kandidierte (Anmerkung der Redaktion: siehe Ergänzung unten). Kurz nach dem Fall Tautz ereignete sich ein ähnlicher Todesfall in Böhmen, der so eine grosse Auswirkung hatte, dass dieses System der Grenzüberwachung abgeschafft wurde. Dies war auch eine Reaktion auf Proteste internationaler Organisationen, die das Einsetzen von Kampfhunden gegen Flüchtlinge als unmenschlich bezeichneten.

Obwohl die Tschechoslowakei der Bürgerrechtskonvention beigetreten war, die das Recht auf freie Ausreise garantierte, starben zwischen 1948 und 1989 mindestens 266 Menschen bei dem Versuch, die Grenze zu überschreiten. Von März 1976, dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des Abkommens, bis Ende 1989 wurden neun Menschen beim Versuch, die tschechoslowakische Grenze zu überqueren, erschossen oder von Hunden zerfleischt, und mindestens sieben weitere wurden verletzt.

Wer ist für den Tod der Flüchtlinge verantwortlich?

Ende 2019 wurde das Strafverfahren wegen Missbrauch der Amtsgewalt gegen vier Mitglieder des Präsidiums des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, die an der Tötung oder Verletzung von Personen, die versuchten, die tschechoslowakische Staatsgrenze zu überqueren, mitschuldig waren, eröffnet. Beschuldigt wurde der ehemaligen Innenminister Vratislav Vajnar, dem der kommunistische Grenzschutz unterstellt war (*17. September 1930), Lubomír Štrougal (*19. Oktober 1924), Ministerpräsident bis 1988, der ehemalige Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei Miloš Jakeš (*12. August 1922) und der bis 1988 slowakische Ministerpräsident Peter Colotka. Ihnen wurde vorgeworfen, vor 1989 Straftaten begangen zu haben, als sie als hohe Staatsbeamte Schießereien an der tschechoslowakischen Staatsgrenze duldeten, bei denen Flüchtlinge von Grenzsoldaten erschossen oder von deren angreifenden Hunden zerfleischt wurden. Sie alle wussten von den unmenschlichen Vorfällen an der Grenze. Im Mai 2021 entschied die Staatsanwaltschaft Prag, dass Vratislav Vajnar und Lubomír Štrougal wegen psychischer Erkrankung nicht verfolgt werden können. Miloš Jakeš starb im Alter von 97 Jahren am 10. Juli 2020 in Prag und Peter Colotka starb im Alter von 94 Jahren am 20. April 2019 in Bratislava. Das Gerichtsverfahren wurde eingestellt.

Gegen 15 Mitglieder des Präsidiums des Zentralkomitees wurde die Strafverfolgung eingestellt; in 13 Fällen, weil die betroffenen Personen verstorben sind, und in zwei Fällen, weil die lebenden Angeklagten nicht in der Lage waren, die Bedeutung der Anklage zu begreifen. Somit wird die Strafverfolgung derzeit nur gegen eine Person – Jan Fojtík, geboren am 1. März 1928 – geführt.

Lubomír Müller, der Rechtsanwalt einiger Familienangehörigen der Opfer, reichte eine Beschwerde gegen die Einstellung der Strafverfolgung ein. Er stellte auch die Sachverständigengutachten infrage, die zur Einstellung des Verfahrens geführt haben. Er wies darauf hin, dass beide Gutachter während des kommunistischen Regimes Offiziere der Armee und Mitarbeiter der militärischen Abwehr waren. Einer von ihnen war an der Luftüberwachung der Grenze beteiligt. "Mir wurde gesagt, dass der einzige Grund der Befangenheit die Mitgliedschaft beim Grenzschutz gewesen wäre", sagte Rechtsanwalt Müller.

Auf der Liste der Schuldigen steht auch der heute im Ruhestand lebende Befehlshaber von der 11. Grenzschutzkompanie Petrželka-Kopčany, Viktor Gallo, der nur wenige hundert Meter von der Grenze, die er als Berufssoldat bewacht hat, wohnt. "Jeder, der dabei war, ist für sich selbst verantwortlich. Und ich habe kein Interesse daran, mich da einzumischen", sagt er auf die Frage nach dem Tod von Trautz und legt den Hörer auf. Colotka nahm den Hörer nicht ab. Einer der drei leitenden Offiziere der Einheit war Viliam Švirk, der 1963 geboren wurde. Heute arbeitet er in einem der Kundenzentren des Innenministeriums in der Region Prešov. Er wollte auch nicht über den Fall sprechen und beantwortet nicht, warum Tautz erst nach fast anderthalb Stunden ins Krankenhaus gebracht wurde. "Das ist schon sehr lange her. Daran kann ich mich nicht erinnern", sagte er.

In der Vergangenheit war es auch möglich, mit einem der ehemaligen Grenzsoldaten zu sprechen, der den Schäferhund direkt auf Hartmut Tautz losließ: "Ich war jung, ich habe gedient, ich habe jemandem etwas geschworen, mir blieb nichts anderes übrig", sagte er und fügte hinzu, dass er sich für das, was 1986 geschah, nicht schuldig fühle. Lange Jahre wurde auf die Gerechtigkeit gewartet, aber sie kam nicht. Auch nach fünfunddreißig Jahren wurde niemand für den sinnlosen Tod von Hartmut Tautz bestraft. Über seine Geschichte wurde in vielen, vor allem deutschen Medien berichtet. Hartmut Tautz und viele weitere "DDR"-Flüchtlinge glaubten, dass es aus der damaligen Tschechoslowakei leichter ist in den Westen zu flüchten, dass der tschechoslowakische Eiserne Vorhang nicht so gut bewacht ist wie die Berliner Mauer oder die innerdeutsche Grenze, die von den SED-Kommunisten und ihrem gefürchteten Stasi-Geheimdienst kontrolliert wurde. Für einige endete der Fluchtversuch über die ČSSR tödlich, viele erlitten schwere Verletzungen.

"Für die Grenzsoldaten hatte der Schutz der Staatsgrenze einen höheren Wert als das Menschenleben gehabt. Die zuständigen Behörden behaupten weiterhin, niemand sei schuld", sagt Rechtsanwalt Lubomír Müller, dem es vor vier Jahren gelang, dass Tautz als erster Flüchtling vor dem Bezirksgericht in Bratislava rehabilitiert wurde. Auch eine Entschädigung für das den Hinterbliebenen zugefügte seelische Leid wurde geltend gemacht. Selbst nach seiner Rehabilitierung habe keiner die Schuld eingestanden, sagte der Rechtsanwalt. Keiner fühlte sich schuldig, keiner wurde vor Gericht gestellt. Für die Ermordung von Tautz wurde niemand bestraft.

Neela Winkelmann, Direktorin der Opfer-Plattform "Gedächtnis und Gewissen Europas" in Prag (Praha), sagte dazu: "Es ist ein Fall, der das ganze Unrecht des kommunistischen Systems bildhaft darstellt. Und außerdem ist der Fall auch noch deshalb wichtig, weil kein einziger von den Tätern, beginnend von den Wehrdienstleistenden, die vor Ort waren und den Jungen haben sterben lassen, bis hin zu den obersten Befehlshabern, je für diese Tat vor Gericht stand. Wir können beweisen, dass das Politbüro genauestens informiert war über das, was an der Grenze passiert ist. Wir haben einige dieser Beschlüsse gefunden, komplett auch mit Anwesenheitslisten. Praktisch alle Richter aus dem kommunistischen Staat wurden in die neue Demokratie übernommen. Zweitens gab es auch keinen richtigen Wechsel der Eliten nach der Wende. Und drittens: Vielleicht fehlt einfach Mut, sich in der neuen demokratischen Gesellschaft offen mit diesen Fragen zu beschäftigen."

Seit über 76 Jahren werden wir fast täglich auf die Verbrechen der Nazis aufmerksam gemacht, aber die Verbrechen des Kommunismus, die oft ebenso abscheulich oder noch abscheulicher sind, scheinen vergessen zu sein. Lubomír Müller, der die Familie Tautz bei dem Gericht vertrat, war der erste Rechtsanwalt in der ehemaligen Tschechoslowakei, dem es am 13. März 2017 gelungen ist, dass ein am Eisernen Vorhang ums Leben gekommenes Opfer vollständig rehabilitiert wurde. Im Fall des DDR-Bürgers Hartmut Tautz gelang ihm ein historischer Durchbruch – ein Präzedenzfall.

Hartmut Tautz war ein Opfer von vielen. An der mit Stacheldraht gesicherten Grenze zwischen der Slowakei und Österreich starben in der Zeit des Kommunismus 127 Menschen beim Fluchtversuch. Die Mutter und Carola Tautz, die Schwester von Hartmut Tautz, denken ständig an ihren Sohn und Bruder, der in der damaligen Tschechoslowakei am Eisernen Vorhang durch das unmenschliche System des kommunistischen Regimes ums Leben kam. Der Schmerz über den Verlust sitzt immer noch tief. Die Tränen der Trauer sind auch nach fünfunddreißig Jahren noch nicht getrocknet. Im August 2016 wurde für Hartmut Tautz in der Nähe seiner gescheiterten Flucht ein Denkmal enthüllt.

Ergänzung der Redaktion:
Am 28. Februar 2017 berichtete das Portal nitrianskepravno.sk von einem Besuch des Generaldirektors der Bahnpolizei der Slowakischen Republik, General JUDr. Tibor Gáplovský. Der war selbst in Nitrianske Pravno zur Schule gegangen. Vor Schülern der 7. bis 9. Klasse, die – wie berichtet wird – seine Uniform bewunderten, wies er unter anderem auf "Ursachen für tödliche Unfälle und Unfälle von Jugendlichen im Eisenbahnverkehr, insbesondere in den Bahnanlagen, hin und betonte die Möglichkeiten der Bestrafung dieser Personen". Am Nachmittag, so ist auf dem Portal zu erfahren, hielt er im Zuge des Europäischen Elterntags vor Eltern einen Vortrag zum Thema "Kinder und Jugendliche als Opfer von Verbrechen". Über Hartmut Tautz als Opfer eines Verbrechens berichtet iDNES.cz in einem Video.

Ein ähnliches Grenzregime wie in der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik herrschte auch in den anderen "sozialistischen Bruderstaaten". Dem Görlitzer Anzeiger ist ein weiterer Fall bekannt, in dem zwei Sachsen aus dem erzgebirgischen Schwarzenberg – Karl-Heinz Engelmann und Siegfried Gammisch – in den 1966 im bulgarischen Grenzgebiet zu Griechenland erschossen wurden. Über den Verbleib der Leichname wurden die Eltern trotz aller Bemühungen nie informiert. Sie wurden, nachdem sie von den bulgarischen "Grenzschützern" gefleddert wurden, vor Ort verscharrt. Beide hatten wie Hartmut Tautz die Grenzsicherung grob unterschätzt. Stefan Appelius hat im Jahr 2008 die Geschichte im SPIEGEL aufgearbeitet.

Wer heute sozialistischen Ideen nachhängt sollte bedenken, dass bislang noch jedes sozialistisch regierte Land grundlegende Menschenrechte mit Füßen getreten hat.

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  • Quelle: Stanislav Beran | Foto: Archiv Lubomír Müller
  • Erstellt am 09.09.2021 - 09:55Uhr | Zuletzt geändert am 09.09.2021 - 13:55Uhr
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