Wo Weihnachten zu Hause ist

Wo Weihnachten zu Hause istSchwarzenberg/Erzgebirge, 16. Dezember 2018. Von Thomas Beier. Weihnachtsmärkte sind längst zum Schlachtfeld des Marketings geworden, gar werden Rankings zur Beliebtheit erstellt, und viele Mitteilungen darüber wetteifern um den Pokal der Schwülstigkeit. Im Erzgebirge ist das ein wenig anders: Hier in der Montanregion mit ihrer tief verankerten Bindung zu Bergbau und Volkskunst sind die Weihnachtsmärkte tatsächlich das, wovon andere nur schwafeln: eine Herzensangelegenheit.
Abbildung: Pflichtbesuch in Schwarzenberg für jeden Weihnachtsmarktbesucher: das zum Künstlergässchen mutierte Marktgässl

Ein Rundgang über den Schwarzenberger Weihnachtsmarkt

Ein Rundgang über den Schwarzenberger Weihnachtsmarkt

Der Untere Markt der Bergstadt Schwarzenberg, im Hintergrund der 45 Meter hohe Turm der St. Georgen-Kirche mit ihrer berühmten freitragenden, säulenfreien Decke. Besonders: In Schwarzenberg wird die ganze Innenstadt zum Weihnachtsmarkt

Thema: Woanders

Woanders

"Woanders" - das ist das Stichwort, wenn der Görlitzer Anzeiger auf Reisen geht und von Erlebnissen und Begegnungen "im Lande anderswo" berichtet. Vorbildliches, Beispielhaftes und Beeindruckendes erhält so auch im Regional Magazin seine Bühne.

Gestern war zweifelsohne der Höhepunkt des Schwarzenberger Weihnachtsmarktes: Die große Bergparade mit 500 Bergleuten aus den Bergbruderschaften. Obgleich der erzgebirgische Bergbau – wieder einmal – weitestgehend zum Erliegen gekommen ist, lebt die bergmännische Tradition ungebrochen weiter. Hintergrund: Der Bergbau hängt stark von den Weltmarktpreisen ab – lohnt es sich oder lohnt es sich nicht, das ist hier die Frage. Aktuell geht es um Zinn und Lithium, das vor allem für Akkumulatoren benötigt wird.

Was die erzgebirgischen Weihnachtsmärkte neben den traditionellen Bergparaden wie in Schwarzenberg auszeichnet ist der Verzicht auf jeglichen volksfestartigen Klamauk. Weihnachten, sonst nichts.

Die Händler setzen auf die Region, auch die Sage von Ritter Georg und dem Drachen, dem er auf dem Totenstein den Garaus machte und dabei selbst den Fels hinab ins tiefe Schwarzwassertal stürzte. Wo einst der Drache hauste, findet sich heute ein restauriertes Stollenmundloch, in dem man ein kleines Stück in den Berg hineingehen kann. Aber ja, er lebt noch, der Drache, in der Drachenbratwurst und im Drachenglühwein der Marke "Drachenfeuer", beides verkostbar auf der Oberen Schloßstraße in Schwarzenberg.

Gewarnt werden muss vor dem Eifer, an jeder Hütte etwas von den Lecker- und Naschereien zu probieren, der Aufstand von Magen, Galle und Leber wäre die unvermeidbare Folge. Aber wenigstens noch die Feuerzangenbowle und die Getzen... o.k., Du warst gewarnt.

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  • Quelle: Thomas Beier | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 16.12.2018 - 09:35 Uhr
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