Spuren der Steinindustrie im Landkreis Görlitz gesucht
Görlitz, 12. Februar 2025. Ein internationales Forschungsteam untersucht im Rahmen des Interreg-Projektes „Virtuelles Museum: Mensch – Wasser – Stein“ die geologische und wirtschaftliche Vergangenheit der Kreise Görlitz und Česká Lípa. Unter der Leitung von Lenka Mrázová vom Geopark Ralsko und Dr. Jörg Büchner vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz stehen insbesondere natürliche Rohstoffe wie Basalt, Granit und Sandstein im Fokus. Nun suchen die Wissenschaftler Unterstützung aus der Bevölkerung.
Transport der neuen Siebanlage zum Steinbruch „Alter Hutberg“ auf der Bernstädter Straße in Ostritz, um 1928.
© Sammlung Tilo Böhmer, Ostritz
Alte Steinbrüche und Industriebetriebe im Blick
Blick auf die Bernstädter Straße in Ostritz, Januar 2025.
© Jörg Büchner
Thema: Senckenberg Görlitz
Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz ist ein beliebtes Ziel für Wissbegierige aller Altersklassen. Mit seiner Mischung aus hochkarätiger Forschung und familienfreundlichen Ausstellungen gehört es zu den bedeutendsten Einrichtungen der Senckenberg Gesellschaft.
Der Abbau und die Nutzung von Gesteinen prägten den Landkreis Görlitz über Jahrhunderte. Besonders im frühen 20. Jahrhundert waren regionale Unternehmen aktiv daran beteiligt, Baumaterialien für Straßen, Bahnstrecken und Wasserwege bereitzustellen. Viele Steinbrüche und Industriebetriebe spielten eine wichtige Rolle in der regionalen Wirtschaft und hinterließen Spuren in der Landschaft. Seit dem Projektstart am 1. Januar 2024 hat das Forschungsteam bereits umfangreiche Recherchen in Archiven und Museen durchgeführt.
Zeitzeugen und historische Dokumente gesucht
Um die Forschung zu ergänzen, bittet das Team nun die Bevölkerung um Mithilfe. „Vielleicht haben Sie alte Fotos aus Ostritz, Leuba, Königshain, Arnsdorf, Döbschütz oder Waltersdorf? Oder erinnern sich an Geschichten über die heute stillgelegten Steinbrüche? Dann melden Sie sich bei uns!“, ruft Dr. Jörg Büchner vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz auf. Besonders historische Fotografien, Berichte oder persönliche Erlebnisse könnten wertvolle Informationen liefern.
Virtuelles Museum macht Geschichte erlebbar
Das Projekt hat zum Ziel, die Geschichte der Rohstoffnutzung in der Region digital zugänglich zu machen. Das geplante Virtuelle Museum wird historische Orte mit Fotos, Berichten und digitalen Elementen verknüpfen. Augmented-Reality-Anwendungen, interaktive Karten, Hör- und Videobeiträge sollen ehemalige Steinbruchanlagen wieder sichtbar machen. Das fertige Museum soll sowohl online als auch in gedruckter Form zur Verfügung stehen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, Hobby-Historiker und Heimatforscher sind eingeladen, das Projekt mit ihren Beiträgen zu unterstützen.
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- Erstellt am 12.02.2025 - 08:16Uhr | Zuletzt geändert am 12.02.2025 - 08:23Uhr
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