Es wird weiter aufgerüstet

Es wird weiter aufgerüstetGörlitz, 22. Januar 2022. Von Thomas Beier. Am heutigen Vormittag in einem Görlitzer Baumarkt, trotz coronabedingter Einlasskontrolle gut besucht. Schaut man sich die Kunden an, verstärkt sich der Eindruck, dass im Privatbereich weiter aufgerüstet wird – allen Preissteigerungen zum Trotz.

Abb.: Kannibalenkessel im FAULENZUM der Geheimen Welt von Turisede. Für zu Hause darfs ruhig etwas eleganter sein

Foto: © Görlitzer Anzeiger

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Corona und Inflation befeuern Investitionen ins Heim

Auf den Trend zum Cocooning, wörtlich dem sich Einspinnen zu Hause, indem Freizeitbeschäftigungen, denen man sonst anderenorts nachging, in die eigenen vier Wände oder auf das private Grundstück geholt werden, ist der Görlitzer Anzeiger gelegentlich bereits eingegangen und im Dezember 2020 Unternehmern geraten, auf den Zug aufzuspringen. Dem Vernehmen nach können etwa Anbieter von Luxus-Küchenherden, Heim-Saunen und Sportgeräten für zu Hause aktuell nicht über Nachfrage klagen.

Der Trend dürfte von zwei Entwicklungen befeuert werden: Zum einen verstärkt sich bei vielen der Eindruck, dass die Corona-Pandemie nie ganz vorbei sein wird. Noch viel zu wenige betreiben aktiven Infektionsschutz, wie man leicht an des Desinfektionsstationen der Supermärkte beobachten kann, und die Impfskepsis legt den Nährboden für die fünfte Coronawelle im Herbst 2022. Der andere Treiber für die Kauflust ist die Inflation: Etliche Haushalte haben wegen der Pandemieeinschränkungen weniger Geld verlustiert, sind also flüssig, wie man so sagt, und wollen nicht auf weitere Preissteigerungen warten.

Baden im Freien auch im Winter

Ausgegeben wird Geld vor allem für alles mögliche, was das Leben in den eigenen vier Wänden angenehmer macht. So mancher kommt nun auf Ideen, die er vor wenigen Jahren noch als übergeschnappt abgelehnt hätte. Wer etwa das Bad in einem der im Freien stehenden Kannibalenkessel in der Geheimen Welt von Turisede kennengelernt hat, will sich den Spaß vielleicht jetzt auf dem eigenen Grundstück installieren und schaut sich nach einem entsprechenden beheizbaren Badefass um.

Wo Nachfrage wächst, sind findige Hersteller zu Stelle, so werden etwa unter der Marke "Scandinavic Wood ART" mit Holz oder elektrisch beheizbare Badefässer vertrieben. Weil aber "Badefass" etwas altbacken klingt, sollten sich Interessenten lieber nach einem Hot Tub umschauen. Bei kalten Winterluft im Freien im warmen Wasser zu sitzen – was will man mehr? Sauna-Fans könnten glatt ins Lager der Hot Tuber wechseln…

Und die Umwelt?

Heute muss man allerdings auch nach Umweltaspekten fragen. Da gibt es beim beheizten Badefass Entwarnung. Voraussetzung ist freilich, dass beim elektrischen Beheizen möglichst Ökostrom fließt – und dass eine Holzheizung naturgemäß kohlendioxid- und damit grundsätzlich klimaneutral ist, pfeifen längst die Spatzen von den Dächern. Aber Wasser im Freien zu erhitzen, entweicht damit nicht sofort viel zu viel Wärme? Nein, denn Wasser gehört zu den Stoffen, die Wärme schlecht abgeben können.

Diese Tatsache verleitet seit Generationen Physiklehrer zur Fangfrage, weshalb Heizungsanlagen mit Wasser gefüllt werden, wo doch andere Flüssigkeiten – wie zu Heizzwecken erwünscht – die Wärme viel leichter abgeben können und sich – im Umkehrschluss – leichter aufheizen lassen? Die Antwort: Mit Wasser lässt sich wegen seiner physkalischen Eigenschaften Wärme verlustärmer transportieren. Die schlechtere Wärmeabgabe kann leicht mit der Oberfläche von Heizkörpern und bei Fußbodenheizungen soundso ausgeglichen werden. Hinzu kommt: Wasser ist preiswert und als Heizungswasser kaum korrosiv, wenn es erst einmal ausgegast ist.

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  • Quelle: Thomas Beier | Foto: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 22.01.2022 - 12:45Uhr | Zuletzt geändert am 26.01.2022 - 13:15Uhr
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