Erster Gottesdienst nach 80 Jahren in der Synagoge Görlitz
Görlitz, 20. August 2021. 80 Jahre, was ist das? Ein Menschenleben? Drei Generationen, drei Gesellschaftsordnungen? Reichlich 80 Jahre waren seit dem letzten Gottesdienst in der Neuen Synagoge Görlitz vergangen, bis heute von Alex Jacobowitz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Görlitz/Zgorzelec und Umgebung, erneut eine Thorarolle hineingetragen wurde, in die Wochentagssynagoge hinter dem als Kulturforum genutzten Kuppelsaal.
Drei Gottesdienste in einem
Thema: Jüdisch
Juden hatten und haben einen großartigen Anteil an der Entwicklung Deutschlands in Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft. Leben ist undenkbar ohne die Erinnerung an die Zeit, als es in Deutschland ausreichte, Jude zu sein, um verhaftet, deportiert und umgebracht zu werden, wenn man nicht rechtzeitig geflohen war.
Zu ersten Gottesdienst seit 1940 waren Teilnehmer aus der Görlitz-Zgorzelecer Region, aus ganz Europa – aus dem nahen Prag wie aus dem fernen Großbritannien – gekommen und auch aus Israel. Ein Wiedersehen gab es mit dem aus Ungarn stammenden Dr. Andraš Varga, jüdischer Sänger und vor Jahren Immunologe am Görlitzer Klinikum. Sie alle feierten den Einzug der Thora-Rolle voller Fröhlichkeit und Zuversicht. Dazugesellt hatten sich Neugierige und mancher, der sich eine Bereicherung der Görlitzer Stadtgesellschaft durch ein neu aufkeimendes jüdisches Leben verspricht.
Der eigentliche Gottesdienst – streng genommen waren es drei – begann mit der Mincha (מִנְחָה), als Nachmittagsgebet gewissermaßen eines der drei täglichen hast have unter den frommen Juden. Parallel dazu konnten im großen Kuppelsaal Schabbatkerzen angezündet werden – dem Görlitzer Kulturservice ist überhaupt für seine Kooperationsbereitschaft rund um den Gottesdienst zu danken.
Dann wurde – wie freitags üblich – der Schabbat feierlich willkommen geheißen mit dem Kabbalat Schabbat, dem Empfang des Schabbats (קבלת שבת). Der dritte Teil des Gottesdienstes war das tägliche Abendgebet Ma’ariv (מעריב), das zwischen Sonnenuntergang und Mitternacht gebetet wird und im Wesentlichen aus dem sogenannten Glaubensbekenntnis Schma Jisrael (שְׁמַע יִשְׂרָאֵל) und dem Achtzehnbittengebet (שמנה עשרה).
Im Kuppelsaal folgte dann mit dem Kiddusch (קידוש) der traditionelle Segen über Wein und Brot vor dem koscheren Abendessen und nach dem Essen noch ein Tischgebet.
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Lesermeinungen (3)Jüdische Gottesdienste
Von Alex Jacobowitz am 20.12.2021 - 22:22Uhr
Herr Mader: Natürlich! Ist es schon!
Unser letzter Gottesdienst war organisiert für den 3. und den 4. Dezember 2021, aber wegen Gesundheitsverordnungen musste abgesagt werden.
Wir haben unsere nächsten Gottesdienste für den 29. bis den 30. April 2022 organisiert. Hoffentlich wird sich der allgemeine Gesundheitszustand auch bald verbessern.
Sind Sie vielleicht mit dem Pfarrer (außer Dienst) Uwe Mader verwandt?
Gottesdienst in Synagoge
Von Reinhard Mader am 20.12.2021 - 21:10Uhr
Wird die Görlitzer Synagoge wieder eine Versammlungs- und Getetsstätte für eine jüdische Gemeinde?
R. Mader
Görlitzer Synagoge
Von Alex Jacobowitz am 22.08.2021 - 11:13Uhr
Wir wollten uns bedanken, dass Sie sich Zeit genommen haben, um an unserem Gottesdienst teilzunehmen!
יעקובוביץ אברהם
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- Quelle: TEB | Fotos: © BeierMedia.de
- Erstellt am 20.08.2021 - 21:40Uhr | Zuletzt geändert am 20.08.2021 - 23:19Uhr
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