Gründerbrunch auf Siemens Innovationscampus Görlitz

Gründerbrunch auf Siemens Innovationscampus GörlitzGörlitz, 21. Juli 2020. Neue Wirtschaftsstrukturen in der Lausitz aufzubauen, dazu können Unternehmensgründungen einen deutlichen Beitrag leisten – wenn sie denn auf Dauer erfolgreich sind. Mittlerweile beschäftigt sich, so scheint's, eine ganze Industrie damit, Leute für unternehmerische Selbständigkeit zu motivieren, sie zu begleiten und zu fördern. Für das brennendste Problem jedoch hat all das keine Wirkung: Unternehmen brauchen Kunden, die sie für ihre Leistung so gut bezahlen, dass sie wirtschaftlich überleben.

Ein Unternehmen zu gründen ist wie fliegen: Man kann aufsteigen, aber auch abstürzen. In diesem Fall sollte man wenigstens einen Plan B für eine Bruchlandung haben, abspringen ist nämlich nicht als Kapitän

Symbolfoto: André Stämmler, Pixabay License (Bild beschnitten)

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futureSAX-Gründerbrunch: Von der Idee zum Geschäftsmodell – der Gründungsprozess

Also muss man genauer hinsehen, wenn futureSAX zusammen mit Start-up-Partnern aus der Region Görlitz im September zum futureSAX-Gründerbrunch einlädt. Im Fokus der Veranstaltung stehen zwei Kurzworkshops, in denen Gründungsinteressierte das notwendige Handwerkszeug zur Entwicklung von Geschäftsideen oder der Innovation Ihres Geschäftsmodells erhalten und anwenden sollen. Darüber will die Veranstaltung die Möglichkeit bieten, relevante Gründungspartner aus der Region direkt kennenzulernen.

Wer also ist mit von der Partie? Schaut man sich das Programm des Gründerbrunches und die Liste der Kooperationspartner – Siemens Gas and Power GmbH & Co. KG, Hochschule Zittau/Görlitz, Geschäftsstelle Görlitz der IHK Dresden, Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH, Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V., Wirtschaftsförderung Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH und Wirtschaftsjunioren Görlitz e.V. – an, dann sind wohl unter den Letztgenannten die einzigen Menschen im Reigen, die dauerhafte Erfahrungen damit haben, ihr Geld ohne Anstellungsvertrag oder als geschäftsführende Gesellschafter erfolgreich auf eigene Rechnung in der Privatwirtschaft zu verdienen.

"Menschen mit innovativen Ideen und Mut zum Gründen stärken die sächsische Wirtschaft und schaffen gleichzeitig zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Oberlausitz", heißt es in einer Pressemitteilung von futureSAX. "Innovation ist, wenn aus einer Idee ein Unternehmen wird und der Markt Hurra schreit. Wir spüren, dass es trotz der aktuellen Herausforderungen um Covid-19 gerade auch in Ostsachsen viele Menschen gibt, die sich auf diesen Weg begeben möchten. Mit unserem Gründerbrunch wollen wir hier in entspannter Atmosphäre Impulse setzen und Gründungswillige mit den engagierten Partnern vor Ort zusammenbringen", beschreibt Marina Heimann, Geschäftsführerin der futureSAX GmbH, die Motivation für die Veranstaltung. Der futureSAX-Gründerbrunch erhebt den Anspruch, das Netzwerk der Teilnehmer zu stärken und die gezielte Informationsbeschaffung aus erster Hand zu ermöglichen und wendet sich damit an innovative Einzelgründer, Gründerteams, Ausgründer und Start-ups.

Hingehen!
Sonnabend, 26. September 2020, von 9.30 Uhr bis 13 Uhr,
Innovationscampus der Siemens Gas and Power GmbH & Co. KG, Lutherstraße 51, 02826 Görlitz

Vorher anmelden!
Anmeldung bis zum 17. September 2020 unter https://www.futuresax.de/events
Die Teilnahme ist kostenfrei.



Kommentar:

Wenn der Einstieg in den Markt nur so einfach wäre – selbst wirklich gute Geschäftsideen scheitern schnell aus den unterschiedlichsten Gründen, etwa weil bestehende Marktstrukturen den Erfolg verhindern, Kunden den Versprechen des neuen Unternehmens nicht glauben oder sie erst gar nicht zur Kenntnis nehmen wollen oder – was durchaus oft geschieht – erst einmal ein-zwei Jahre abwarten, ob es den neuen Anbieter dann noch gibt. Logische Folge: Es gibt ihn dann nicht mehr.

Wenn Handwerkszeug zur Entwicklung von Geschäftsideen oder zur Innovation eines Geschäftsmodells in anderthalb Stunden vermittelt und angewendet werden sollen – Hut ab! Irgendwie klingt mir das aber nach der unter Angestellten verbreiteten Vorstellung, man müsse nur auf Basis einer tollen "Idee" ein cleveres Unternehmenskonzept oder einen Businessplan, was nichts anderes ist, entwickeln und dann konsequent umsetzen. Das aber ist falsch. Klar braucht man eine Planung, die aber vor allem zum Abgleich mit tatsächlichen Entwicklungen. Schon der Volksmund weiß: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Und ich kann jedem Gründer garantieren: Kaum ein möglicher Kunde wird sich dafür interessieren, was für ein Konzept Sie haben.

In meiner Beratungspraxis ist so manches vorgelegte Unternehmenskonzept nicht realisiert worden, weil ich es einem Plausibiltätstest zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit unterzogen habe – zum Glück, muss man sagen, wurde dadurch doch in vielen Fällen das Scheitern einer Existenz verhindert. Doch selbst ein plausibles Konzept reicht nicht aus, um Aussicht auf unternehmerischen Erfolg zu haben. Nötig ist die richtige Markteinstiegsstrategie, die oft genug mit dem Spiel von Angebot und Nachfrage kaum etwas zu tun hat, denn die Zahl der Einflussfaktoren, die beachtet werden wollen, ist viel größer.

Dennoch sollten Gründer in spe getrost zur futureSAX-Veranstaltung gehen, man wird ja nicht dümmer, wenn man Informationen kritisch verarbeitet und Worthülsen ausblendet, und Kontakte sind immer gut. Nur vor jedem Hurra-Optimismus sollte man sich genau so hüten wie vor der ausschließlichen Konzentration auf möglichst neue Ideen, meint, nein, weiß

Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red / Kommentar: Thomas Beier | Foto: rastaemmler / André Stämmler, Pixabay License (Bild beschnitten)
  • Erstellt am 21.07.2020 - 15:22Uhr | Zuletzt geändert am 21.07.2020 - 17:29Uhr
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