Görlitzer Kantinenlesen #66

Görlitzer Kantinenlesen #66Görlitz, 21. März 2016. Ein leiser und eher nachdenklicher Leseabend soll es werden, wenn am Karfreitag das 66. Kantinenlesen im Basta! Jugendkulturzentrum über die Bühne geht. Dabei sind der Lehrer und Autor Stephan Serin (vielbeschäftigt, nach dreieinhalb Jahren Görlitzer-Kantinenlesen-Abstinenz wieder dabei) und sein Schriftsteller-Kollege Uli Hannemann (anderthalb Jahre ohne Görlitzer Kantinenlesen über die Runden gekommen). Lennart Schilgen, ein als grandios beschriebener junger Berliner Musiker, war sogar noch nie zum Kantinenlesen in Görlitz. Fast scheint's: je weniger Auftritte in Görlitz, um so bedeutsamer der Künstler, der Autor. Aber nein, Dan Richter ist öfter mal in Görlitz dabei und nicht minder bedeutsam.
Abbildung: Lennart Schilgen

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Karfreitags-Lesebühne im Görlitzer Basta! Club

Thema: Lesebühnen

Lesebühnen

Lesebühnen sind in Görlitz fester Kulturbestandteil - teils musikalisch unterlegt, teils mit Autoren von vor Ort, teils mit weitgereisten Schreib- und Lesenden.

Das Görlitzer Kantinenlesen wird von der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien und der Stadt Görlitz schon seit dem Jahr 2008 finanziell unterstützt und damit überhaupt erst möglich gemacht. Die Veranstaltung richtet sich an ein Publikum von jugendlich bis hochbetagt.

Damit ist zu rechnen:

    • Stephan Serin ist 1978 in Potsdam geboren worden und hat praktischerweise auch gleich dort studiert, das allerdings auch im südfranzösischen Pau. Und zwar die Fächer Französisch und Politische Bildung auf Lehramt. Entsprechend ist er heute als Lehrer für Geschichte und Französisch tätig. Seit 2000 gehört er zur Berliner Lesebühne "Chaussee der Enthusiasten".
      2010 erschien sein Buch "Föhn mich nicht zu. Aus den Niederungen deutscher Klassenzimmer", worin er Leben und Nöte eines Referendars spitzfedrig beschreibt (Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste Taschenbuch-Sachbuch). Zwei Jahre später erschien dann eine Fortsetzung: "Musstu wissen, weißdu! Neues aus den Niederungen deutscher Klassenzimmer", das wiederum das Katastrophengebiet Schule aufs Korn nimmt. 20124 schließlich legte Serin den Roman "Ziemlich schlechteste Freunde" vor, der von zwei ungleiche deutsche Studenten in den Mittelpunkt stellt, die ein Erasmusjahr im Pau verbringen.

    • Der Uli Hannemann hingegen kam 1965 - welch Gnade - in Braunschweig zur Welt, lebt und arbeitet heute aber aus irgendeinem Grunde in Berlin-Neukölln. Er verfasst vor allem Kurzprosa und liest das Geschriebene dann auf den Berliner Lesebühnen "Reformbühne Heim & Welt" und "LSD - Liebe statt Drogen" vor. Hannemann aktives Mitglied der deutschen Autorennationalmannschaft (Autonama). Seine Geschichten sind grotesk und mit schwarzem Humor veredelt, sie erzählen gern vom harten Leben in Neukölln. Dazu hat Hannemann als ehemaliger Taxifahrer den nötigen Background.
      Seine Texte erscheinen in Zeitungen wie der taz und in Anthologien. Eigene Geschichtensammlungen sind "Hähnchen leider" aus dem Jahr 2005, "Neulich in Neukölln" von 2008, das 2009 erschienene "Neulich im Taxi", "Neukölln, mon amour" von 2011, "Wenn der Kuchen schweigt, sprechen die Krümel" von 2012 und "Hipster wird's nicht - Der Neuköllnroman", erschienen 2014.

    • Dan Richter, seit seinem Geburtstag im Jahr 1968 (Yeah!) Berliner, ist zudem Schriftsteller und Bühnenkünstler. Was er schreibt, kann man in Tageszeitungen, Literaturzeitschriften und Anthologien lesen. Richter ist Mitbegründer und Autor mehrerer Literaturshows und Improvisations-Ensembles, außerdem arbeitet er als Improvisationslehrer und -theoretiker.

    • Der Spätgeborene dieses Karfreitag-Lesebühnenabends ist Lennart Schilgen: Sein erstes Jahrbegann 1988 in Berlin. Klavierunterricht, Gitarre erlernte er als Autodidakt. Erste Lieder als Schüler. Fasziniert von Sprache trieb es ihn nach Frankreich und sogar in die Germanistik, aber seine Freude hat er, wenn er aus Gesagtem Gereimtes und aus Gereimtem Gesungenes machen kann: "Einmal den Kopf schief gelegt, schon sieht die Welt ganz anders aus!" Schilgen spielt abwechselnd Klavier und Gitarre, mal zart, mal rabiat, aber immer im Sinne der Texte, vorgetragen mit grundsolider Heiterkeit und bisweilen bedenklichem Mienenspiel.
      2011 war Schilgen Teilnehmer der Celler Schule, seit 2013 gehört er der Liedermacher-Schule SAGO an. 2015 Premiere seines Soloprogramms "Engelszungenbrecher" im Berliner Zebrano-Theater. kurz darauf Deutscher Chansonpreis-Nachwuchspreis.

    Prädikat: Hingehen!
    Freitag, 25. März 2016, Einlass 20 Uhr, Beginn 21 Uhr,
    Jugendkulturzentrum Basta!, Hotherstraße 25, 02826 Görlitz (Nähe Altstadtbrücke).
    Gönne Deinem Portemonnaie die Erleichterung: Vier Euro Eintritt!

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  • Quelle: red | Foto: PR
  • Erstellt am 21.03.2016 - 04:36Uhr | Zuletzt geändert am 21.03.2016 - 05:49Uhr
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