In Görlitz den technologischen Wandel aktiv gestalten

In Görlitz den technologischen Wandel aktiv gestaltenGörlitz, 11. Juni 2019. Die Stadtbewegung Motor Görlitz begrüßt das durch den Oberbürgermeisterkandidaten Octavian Ursu vorgestellte Projekt "Europastadt Görlitz/Zgorzelec 2030 – Stadt der Zukunft". Das Vorhaben mehrerer ortsansässiger Unternehmen, der Hochschule Zittau/Görlitz und sächsisch-polnischer Forschungsreinrichtungen soll Görlitz zu einer Modellstadt für klimafreundliche Technologien von morgen machen.

Ursu holt Wirtschaftspartner an den Tisch / Görlitz als Stadt der Chancen

Thema: Oberbürgermeisterwahl Görlitz

Oberbürgermeisterwahl Görlitz

Am 26. Mai 2019 wird in Görlitz im ersten Wahlgang über einen neuen Oberbürgermeister resp. eine neue Oberbürgermeisterin abgestimmt. Amtsinhaber Siegfried Deinege tritt nicht noch einmal an.

Beim Projekt "Stadt der Zukunft" sind unter anderem die Stadtwerke, die Görlitzer Verkehrsbetriebe und Siemens mit im Boot. Wichtige Innovationsmotoren wie die Hochschule Zittau/Görlitz, der Energy Saxony e.V. und das neue Forschungsinstitut CASUS kommen hinzu. Die Zusammenarbeit mit dem polnischen Zgorzelec nutzt auch diesen Standortvorteil der Neißestadt, eine gemeinsame deutsch-polnische Europastadt zu sein, aus. "Es ist klug, sich an die Spitze von Erneuerung zu stellen. Wenn wir in Zukunft mehr haben wollen als verlängerte Werkbänke, sind Forschung und Entwicklung von Zukunftstechnologien die richtige Strategie", so Motor-Sprecher Mike Altmann, der in diesem Zusammenhang die wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle erwähnt, die reif für die Großserie gemacht werden muss.

Es zählen Themenorientierung und Kompetenz

Altmann freut sich, dass "in Görlitz nicht nur Wahlkampfparolen ausgetauscht werden. Octavian Ursu stellt damit unter Beweis, dass er in der Lage ist, Zukunftsthemen zu entwickeln und sich dazu die nötigen Partner an den Tisch zu holen." Von einem neuen Oberbürgermeister und dem neuen Stadtrat wünscht er sich generell eine intensivere Zusammenarbeit mit Unternehmen. So gebe es bei den Görlitzer Stadtwerken schon seit einiger Zeit ein eigenes Team, das sich um Zukunftsfragen kümmert. Diese Zukunftswerkstatt ist Vordenkerin bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Neben der Breitbandversorgung stehen die Themen E-Mobilität und das Internet der Dinge (IoT – Internet of Things) ganz oben auf der Agenda. Besonders letzteres könnte das Leben in einer Mittelstadt wie Görlitz entscheidend modernisieren, meint Altmann und erklärt: "Durch Funknetze und Sensoren lassen sich per IoT Anlagen zentral überwachen und steuern. Einsatzfelder für die Stadt Görlitz wären beispielsweise die Parkraumüberwachung, das Gebäudemanagement von dezentralen Liegenschaften, aber auch die Müllentsorgung."

Altmann, selbst frischgewählter Görlitzer Stadtrat, fasst zusammen: "Das Wissen der Stadtwerke, aber auch der anderen kommunalen Unternehmen, ist ein unschätzbarer Wert für Görlitz. Ich denke, dass deutlich Luft nach oben ist, dieses Potenzial auch aktiv zu nutzen. Das beginnt damit, dass man diese Fachleute bei Fragen der Stadtentwicklung intensiv einbezieht. Und es reicht bis zur Besetzung der Aufsichtsräte. Der Stadtrat sollte Aufsichtsräte nicht nach Parteienproporz wählen, sondern ausschließlich nach fachlicher Eignung."

Klimafreundliche Technologien als Schnittmenge in der Digitalisierung

Auch auf facebook findet die Ursu-Idee von der "Stadt der Zukunft" Zuspruch, in einem Beitrag wird Francesca Bria, die Kommissarin für Digitale Technologien in Barcelona, zitiert: "Wir müssen die digitale Revolution mit einer demokratischen Revolution verbinden: Die Bürgerinnen müssen vollständig an der Gestaltung der öffentlichen Ordnung mitwirken können." Wenn man Digitalisierung zugleich auf die Wirtschaft, die Verwaltung und die Bürgerbeteiligung bezieht, bleiben befürchtete Risiken unter Kontrolle, aber es entstehen neue Gestaltungsfelder. Gelingt es, "Stadt der Zukunft" umzusetzen, baut Görlitz weiter an seinem Ruf als attraktive "Stadt der Chancen".


Kommentar:

Im Endpurt der beiden Oberbürgermeisterkandidaten Octavian Ursu und Sebastian Wippel in Richtung Wahl am 16. Juni 2019 ist Ursu mit "Europastadt Görlitz/Zgorzelec 2030 – Stadt der Zukunft" ein Wurf in Richtung Zukunft gelungen, besser noch: Ein Bild, von dem sich die Stadt, die Unternehmen und die Bürger leiten lassen können. Strategieentwickler nennen das, was Ursu jetzt angeht, den "Pfad der brennenden Probleme", der dafür steht: Löst man ein bestimmtes Problem, lösen sich etliche andere von ganz allein oder zumindest viel einfacher.

In Bezug auf Görlitz: In dem Maße, wie es gelingt, allen Altersgruppen Zukunftschancen zu bieten, inbesondere sichere und anspruchsvolle Arbeitsplätze, lösen sich die Probleme in anderen Bereichen: Mehr und bessere Jobs im Dienstleistungsbereich und Einzelhandel, weniger Ab- und mehr Zuwanderung, bessere Entwicklungsoptionen für Kinder aus allen Schichten der Bevölkerung, nicht zuletzt mehr gegenseitige Achtung und Dialog unter den Bürgern.

Eine gedeihliche Entwicklung kann man nicht allein allein durch Kritik und Ablehnung voranbringen, sondern vor allem, wenn man die richtigen Rahmenbedingungen und Schwerpunkte setzt. Hier kann Ursu, der als sehr gut vernetzt gilt und dem im Grunde alle Türen offenstehen, sehr gut wirksam werden,
meint Ihr

Thomas Beier

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  • Zuletzt geändert am 11.06.2019 - 10:14 Uhr
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