Jüdischer Abend im Schiller-Gymnasium
Bautzen / Budyšín. Unterstützt durch das Medienpädagogische Zentrum des Landkreises Bautzen gehen Schüler des Stadtkurses des Schiller-Gymnasiums im Rahmen des Projektes „LernStadtMuseum in Sachsen“ Spuren jüdischen Lebens in Bautzen nach. Die Gäste erwarten neben Informationen zu Geschichte und Kultur der Juden in Bautzen virtuose Xylophon-Musik von Alex Jacobowitz und eine Verkostung jüdischer Speisen.
Schüler dokumentieren Geschichte
Unter dem Titel „Zuhause in Bautzen - Spuren jüdischen Lebens in Bautzen von 1871 bis 1945“ haben Schüler des Schiller-Gymnasiums in den zurückliegenden zwei Jahren mit dem Museum Bautzen an dem Projekt gearbeitet. Die Schüler der Klassenstufen 10 und 11 haben im Profilunterricht und im Fächer verbindenden Stadtkurs Aspekte der jüdischen Geschichte erforscht und die Ergebnisse ihrer Arbeit mit professioneller Hilfe medial zur Präsentation in Schulen, in der Stadt und im Landkreis Bautzen aufbereitet und gestaltet.
Ihre Arbeitsergebnisse richten sich jedoch über den Gebrauch in den Schulen hinaus an eine breite Öffentlichkeit. Die entstandenen Medien können im Medienpädagogischen Zentrum des Landkreises Bautzen ausgeliehen werden.
Spuren jüdischen Lebens in Bautzen lassen sich anhand von Schriftquellen bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Seit etwa 1450 durften sich Menschen jüdischen Glaubens nicht mehr in der Oberlausitz und in der Spreestadt ansiedeln. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts tauchten in Bautzen wieder jüdische Kaufleute, zumeist Wollhändler aus Böhmen, zum Handeln auf den Märkten auf.
Mit der rechtlichen Gleichstellung der Religionen in Sachsen 1868 ließen sich in der Spreestadt wieder Juden dauerhaft nieder. Eine jüdische Vereinigung zur Religionspflege gründete sich 1884. Daraus ging 1904 die Israelitische Religionsgemeinde zu Bautzen hervor. Die Gemeinde legte für ihre Mitglieder 1906 einen eigenen Friedhof an.
Viele jüdische Unternehmer arbeiteten in Bautzen im Einzelhandel. In der Zeit des Kaiserreiches und der Weimarer Republik integrierte die Gesellschaft die jüdischen Bürger weitgehend. Ihre Religion konnten sie ungehindert ausüben. Mit der sogenannten „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten setzte 1933 ihre Diskriminierung, Verfolgung und schließlich systematische Ermordung ein, das jüdische Leben in Bautzen wurde ausgelöscht.
Im Rahmen der Projektarbeit sind ein Faltblatt, eine Dokumentation, eine Ausstellung und ein Film entstanden. Ein Faltblatt „Auf den Spuren jüdischen Lebens“ verweist auf die wichtigsten Orte in der Stadt, die mit der jüdischen Geschichte von Bautzen in Verbindung stehen und im Rahmen eines Rundganges vorgestellt werden. Die Text- und Bilddokumentation stellt ausgehend von einer allgemeinen Darstellung jüdischer Friedhöfe den Gottesacker der jüdischen Gemeinde in Bautzen vor.
Die Ausstellung folgt auf insgesamt zehn Tafeln den Spuren jüdischen Lebens, wobei das Schicksal der Bautzener Juden zwischen 1933 und 1945 besonders berücksichtigt wird. Im Rückgriff auf Interviews, die Schüler mit Angehörigen der jüdischen Familie Altmann geführt haben, dokumentiert der Film die Geschichte der Juden in Bautzen und die Stätten der Erinnerung an sie in der Stadt.
Ansehen und Zuhören!
Dienstag, 15. Juni 2010, 18 Uhr,
Aula des Schiller-Gymnasiums Bautzen.
Der Eintritt ist frei.
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- Quelle: red
- Erstellt am 31.05.2010 - 02:03Uhr | Zuletzt geändert am 31.05.2010 - 02:11Uhr
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