Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?
Cottbus / Chóśebuz, 22. September 2017. "Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?" ist eine Gesprächsrunde im Menschenrechtszentrum (MRZ) Cottbus am kommenden Dienstag. Anlass ist die diesjährige bundesweite Interkulturelle Woche. Diskutiert werden sopllen Fragen wie: Was zeichnet einen Menschen in seiner Identität aus? Welchen Stellenwert haben für das Identitätsgefühl des Einzelnen Sprache, Kultur, Religion oder Sozialisation? Ist es möglich verschiedene Identitäten zu haben?
Abbildung oben: Das Menschenrechtszentrum Cottbus hat seinen Sitz im ehemaligen Zuchthaus, in dem das SED-Regime (heute Linkspartei) politische Häftlinge in zeitweise völlig überbelegten Zellen einsperrte und als Billigst-Arbeitskräfte ausnutzte.
Syrer, Italiener, Griechen - wer ist willkommen, wer nicht?
Thema: Menschenrechte
images/src/Menschenrechte-Cottbus-Knast-Zuchthaus.jpgMenschenrechte sind weltweit Thema. Die Erinnerung an die "sozialistische Rechtsprechung" und das SED-Unrecht sowie die vorangegangene Nazi-Diktatur mahnen, auch in Deutschland Menschenrechte und Demokratie nicht als selbstverständlich hinzunehmen, sondern immer wieder dafür einzutreten.
Drei der Podiumsgäste haben einen ausländischen Ursprung, sind aus ganz unterschiedlichen Gründen in Deutschland und haben wegen ihres Alters und Ihrer Herkunft unterschiedlichen Bezug zum Thema "bleiben – gehen – ankommen".
Es diskutieren mit dem Publikum
- der syrische Flüchtling Yosef Ezzidin, der erst seit zwei Jahren in Cottbus ist und seine Heimat wegen des Krieges verlassen hat,
- der Italiener Tobias Pagani, der 2015 zum Studium nach Cottbus kam, und
- die gebürtige Griechin mit deutschem Pass Sylvia Wähling, geschäftsführende Vorsitzende des Menschenrechtszentrums Cottbus, die vor 37 Jahren ihre Heimat verließ.
Alle drei kamen in eine Gegend, die seit eh und je von Sorben und Wenden, die friedlich mit den Deutschen zusammenleben, bevölkert wird. Die Heimat des vierten Podiumsgastes Dr. Hartmut Leipner, eines Deutschen wendischen Ursprungs, ist Cottbus. Für ihn ist die Suche nach seiner wendischen Identität von großer Bedeutung, um eine vollständige Assimilation mit der deutschen Mehrheitsgesellschaft zu verhindern.
Die Gäste der Veranstaltung sind eingeladen, in Zeiten, in ein Teil der Bevölkerung Angst vor "Überfremdung" hat, mit den Podiumsgästen über Identität, Heimat, Fremde und gutes Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft zu diskutieren.
Prädikat: Hingehen!
Dienstag, 26. September, 18.30 Uhr,
Menschenrechtszentrum Cottbus, Bautzener Straße 140, 03050 Cottbus.
Tipp!
Noch bis zum 1. Oktober 2017 kann im Foyer der Gedenkstätte des Menschenrechtszentrums Cottbus dessen Wanderausstellung "Zwischen Abschied und Ankommen – Migration in Südbrandenburg 1945 bis heute" besichtigt werden.
Der Eintritt für die Veranstaltung und Besichtigung der Ausstellung ist frei!
Die Ausstellung kann von interessierten Einrichtungen kostenlos ausgeliehen werden.
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- Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 22.09.2017 - 12:39Uhr | Zuletzt geändert am 22.09.2017 - 13:14Uhr
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