Görlitzer demonstrieren ihre Menschlichkeit mit einer Lichterkette
Görlitz, 5. März 2016. Dass es im Humanismus kein "Ja, aber..." gibt, haben gestern Abend geschätzte knapp 1.000 Görlitzerinnen und Görlitzer mit einer Lichterkette gezeigt, die den Bahnhof der Stadt mit der Frauenkirche in der City verbunden hat.
Das freundliche Görlitz zeigt Gesicht
Thema: Asyl in Görlitz und Umgebung
images/src/handshake-584105-1280--steinchen-Gaby-Stein-pb-Lizenz-CC0-PublicDomain-cut.jpgFlüchtlinge aufzunehmen gebietet nicht nur das Grundgesetz, sondern muss gerade für Deutsche, von denen viele im Zuge des Zweiten Weltkriegs Flucht und Vertreibung selbst erlebten, eine Selbstverständlichkeit sein. Dennoch: Unproblematisch ist das Zusammenleben mit jenen, die Asyl begehren, nicht immer. Doch wer will unterscheiden zwischen "guter Flüchtling" und "schlechter Flüchtling"? Im Zweifel für den Angeklagten, dieser Rechtsgrundsatz muss auch gegenüber dem einzelnen Flüchtling gelten.
Die Aktion war von der Evangelischen Innenstadtgemeinde und durch den Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e.V. (FVKS) vorbereitet worden und lief wie am Schnürchen. Attraktivster Sammelplatz war der Postplatz, von wo aus viele Teilnehmer dann die Kette zum Bahnhof hin vervollständigten.
Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege lief die ganze lichterhaltende Menschenkette ab und dankte auf der kurzen Abschlusskundgebung auf dem Postplatz den Teilnehmern und den Organisationen. Gegen 18.40 Uhr war die Aktion beendet - ohne dass der Polizei auch nur ein einziger Zwischenfall bekannt geworden wären.
Den gab dafür bei der annähernd zeitgleich (von 18.15 Uhr bis 19.40Uhr) auf dem Demianiplatz stattgefundenen Kundgebung von "Görlitz bewegt sich". Hier sind Kritiker der deutschen Flüchtlingspolitik vereint, die eine stärkere Unterscheidung zwischen notleidenden Asylbewerbern und jenen, die vor allem wirtschaftliche Gründe nach Europa und Deutschland locken, verlangen. Das bringt nicht nur "besorgte Bürger" auf die Beine: Die Polizei ermittelt nun gegen einen 19-jährigen Görlitzer, der sie mit dem Hitlergruß grüßte und offenbar Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen trug.
Die Polizei war an diesem Görlitzer Abend mit rund 80 Leuten im Einsatz.
Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes verzichtet der Görlitzer Anzeiger auf Fotos.
Hintergrundwissen zur Görlitzer Lichterkette gibt's im Görlitzer Anzeiger:
27.02.2016: Görlitz macht Licht an für Mitmenschlichkeit
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- Erstellt am 05.03.2016 - 08:36Uhr | Zuletzt geändert am 05.03.2016 - 09:07Uhr
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