Görlitz macht Licht an für Mitmenschlichkeit

Görlitz macht Licht an für MitmenschlichkeitGörlitz, 27. Februar 2016. Ist den Aufrechten nun endlich der Kragen geplatzt? Lange genug schon versuchen die Handlanger eines rechten Mobs die gesellschaftliche Diskussion zu dominieren - beflissen und mit flacher Argumentation. Verführerisch und demagogisch ist es, Minderheiten auszugrenzen, indem der Mehrheit gesagt wird: Du gehörst zu uns. Es ist, als hätte die nach Clausnitz und Bautzen einsetzende Diskussion über Nazi-Sachsen (lesenswert: ZEIT ONLINE in "Deutschland dezivilisiert sich" vom 26. Februar 2016: Sachsen abschieben oder lieber auswandern, weil man mit den Menschenfeinden ja nichts zu tun hat: Woher kommt die selbstgefällige Barbarei der Gutsituierten?) hier die Zivilgesellschaft endlich und endgültig aufgeschreckt: Überall werden die Kräfte der Aufklärung und des Humanismus aktiv und zeigen Flagge gegen Menschenverachtung und Vorurteile.

Wichtig: Respekt, Achtsamkeit und Zusammenhalt in der Gesellschaft

Wichtig: Respekt, Achtsamkeit und Zusammenhalt in der Gesellschaft

Mit Fantasie und Engagement haben die Bautzener am vergangenen Donnerstag dumpfen Weltsichten und Fremdenhass eine Abfuhr erteilt.
Görlitz macht's am 4. März 2016 etwas feierlicher.

Thema: Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e.V.

Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e.V.

Der im Jahr 2003 als Förderverein Kulturhauptstadt Görlitz-Zgorzelec e.V. gegründete heutige Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e.V. (FVKS) hat das Ziel, den europäischen Gedanken durch Kultur zu fördern. Als Beitrag zum "Europa der BürgerInnen" verbindet der FVKS bürgerschaftliches Engagement mit aktuellen europäischen Themenstellungen.

Mit "Bautzen gegen Brandstifter - Budyšin přećiwo zapalerjam!" hatten Bautzener Bürger am Donnerstag, dem 25. Februar 2016, auf der Friedensbrücke vor der mittelalterlichen Stadtsilhouette ihr Gesicht gegen dumpfen Hass und Gewalt gezeigt und für Deutschland und Europa das weltoffene Bautzen vertreten.

In Görlitz wollen die Evangelische Innenstadtgemeinde und Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e.V. (FVKS) am Freitag,dem 4. März 2016, eine Lichterkette auf die Beine stellen, deren Teilnehmer die Frauenkirche über die Berliner Straße mit dem Bahnhof verbinden. Unterstützt wird das von etlichen Vereinen, Initiativen, Unternehmen und Bürger der Stadt Görlitz.

"In diesen bewegten Zeiten ist es wichtiger denn je, einander zuzuhören und mit Respekt zu begegnen, Argumente achtsam auszutauschen und den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken. Nur gemeinsam können wir die wachsenden humanitären und kulturellen Herausforderungen bewältigen", begründen die Organisatoren die Aktion und rufen unter dem Motto "Licht an für Mitmenschlichkeit" auf, in der Görlitzer Lichterkette zusammenzustehen.

Zur Teilnahme ist aufgerufen, wer sich als Teil der Stadtgesellschaft sieht und eintritt:

    • für einen offenen und konstruktiven Diskurs
    • für eine hilfsbereite, mittragende Bürgerschaft
    • für ein kultiviertes und vertrauensbildendes Miteinander

    An diesen Sammelpunkten gibt es Informationen und Kerzen:
    • An der Frauenkirche
    • Straßburg Passage / Berliner Straße
    • Café Central / Brunnen
    • Bahnhofstraße / Berliner Straße

    So läuft es ab:
    • 17.00 Uhr: Friedensgebet in der Frauenkirche.
    • 17.00 Uhr: Die Kapelle "Nachbarschaftshilfe" spielt auf der Bahnhofstraße / Berliner Straße auf.
    • 17.30 Uhr: Ausgehend von den Sammelpunkten wird die Lichterkette aufgebaut.
    • 18.00 Uhr: Die Lichterkette wird beendet.
    • 18.30 Uhr: Abschluss der Aktion am Postplatz vor dem Amtsgericht. Hier wollen der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege und die Veranstalter den Teilnehmern danken.

    Die Redaktion dankt Gerd Weise für den freundlichen Hinweis auf die Veranstaltung.

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Kommentare Lesermeinungen (1)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Lichterkette

Von Prof. Dr. Joachim Schulze am 29.02.2016 - 10:12Uhr
Wenn es "drauf ankommt", kann man sich auf die Redaktion des ANZEIGERS verlassen - das freut mich sehr. Und es sollte ein Signal für alle besonnenen Menschen in unserer Stadt sein, mit Bürgerstolz die Flagge einer aufgeklärten und humanistisch denkenden Zivilgesellschaft zu hissen.

Zumindest in Görlitz muss deutlich werden, dass das Feld nicht den Verächtern der freiheitlichen Demokratie und den geistigen und realen Brandstiftern überlassen wird.

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  • Quelle: red | Grafik: FVKS, Foto: Stadtverwaltung Bautzen
  • Zuletzt geändert am 27.02.2016 - 01:37 Uhr
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