Freie Fahrt durch Tauchritz

Görlitz-Zgorzelec. Nach der Abnahme der Straßen- und Tiefbauarbeiten konnte die Berzdorfer Straße im Görlitzer Ortsteil Tauchritz (S 128) am 27. November 2009 zur Nutzung freigegeben werden. „Mein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Unternehmen sowie den Geldgebern - dem Freistaat Sachsen, der LMBV, dem Sächsischen Oberbergamt und Vattenfall“, sagte der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick bei der Freigabe.

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Wegen der Instandsetzung und der nötigen Finanzierung derArbeiten hatte Paulick mehrfach persönlich Gespräche mit Vertretern von Vattenfall und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) geführt.

Die mit der Sanierung verbundenen Vorbereitungen und Probleme liegen nun ad acta, Paulick weiter: „Ich bin froh, dass diese Straße nun endlich saniert werden konnte. Aufgrund der jahrelangen Nutzung als Hauptzuwegung zu den Tagesanlagen am ehemaligen Tagebau Berzdorf und jetzigen Flächen am Berzdorfer See waren massive Schäden entstanden. Bereits 1999 hatte die Stadt die Planung beauftragt, lange Zeit drohte die Realisierung an der fehlenden Finanzierung zu scheitern. Eine Umlegung der Kosten auf die privaten Anlieger war nicht zumutbar."

Langer Vorlauf

Noch bis zum ersten Halbjahr 2003 wurde die Straße für weitere Transporte im Rahmen der bergbaulichen Sanierung in Anspruch genommen. Seit 2004 folgten viele Beratungen und Abstimmungen zum Ausbaustandard und zur Finanzierung mit der LMBV. Die Entwurfsplanung wurde 2006 durch die LMBV beauftragt und seitens der Stadt fachtechnisch begleitet. 2007 wurde Vattenfall als Partner mit in die Gespräche integriert. Ende des Jahres 2008 war die Gesamtfinanzierung für die Grundinstandsetzung der S 128 in Tauchritz gesichert.

Die Maßnahme wurde in zwei Bauabschnitten (BA) mit jeweils zwei Losen geplant: Los 1 Straßenbau und Los 2 Tiefbau- und Leitungsbau. Baubeginn für beide Bauabschnitte war im April 2009, der erste Anbschnitt konnte Ende Juli fertig gestellt werden, der zweite endete am 26. November 2009.

Stadtwerke Görlitz investierten

Das Vorhaben wurde als Gemeinschaftsmaßnahme mit den Görlitzer Stadtwerken (SWG) durchgeführt. Die SWG haben über die gesamte Länge der beiden Bauabschnitte die Trinkwasserleitung erneuert und in der Ortslage Tauchritz den Regenwasserkanal neu verlegt. Die Investitionssumme der Stadtwerke Görlitz AG für diese Baumaßnahme beträgt ca. 320.000 Euro.

Im Anschluss an die Tiefbaumaßnahmen der Stadtwerke erfolgte die grundhafte Straßenerneuerung. Es wurden neue Borde gesetzt, eine Pflasterzeile aus Granitkleinpflaster sorgt nun für eine geordnete Regenwasserableitung in die neu gesetzten Straßenabläufe. Im Bereich Ortseingang Tauchritz und Höhe Lorenzstraße wurden Fahrbahnteiler angeordnet, welche zukünftig für ein sicheres Überqueren der Fahrbahn und für eine Minimierung der Fahrzeuggeschwindigkeit sorgen. Die gesamte Fahrbahn erhielt eine Asphaltbefestigung. Der vorhandene Gehweg wurde mit einer neuen Asphaltdecke instand gesetzt.

Lokale Unternehmen zum Zug gekommen

Den Auftrag für beide Bauabschnitte erhielt die Zittauer Baufirma OSTEG. Oberbauleitung und örtliche Bauüberwachung oblag dem Ingenieurbüro für Tiefbau, Wasserwirtschaft und Umweltfragen Ostsachsen GmbH, Görlitz (IBOS). Die Auftragssumme betrug insgesamt 970.000 Euro

Finanzierung aus fünf Händen

An der Finanzierung waren mehrere Partner beteiligt. So wurde durch den Freistaat Sachsen der Straßenbau im Rahmen der Fachförderung Entflechtungsgesetz anteilig finanziert. Die LMBV übernahm nicht förderfähige Kosten innerhalb der Ortslage Tauchritz und setzte dafür Mittel nach § 2 des Verwaltungsabkommens Braunkohlesanierung, Bergbausanierung ein. Das Sächsische Oberbergamt trug die zuwendungsfähigen Kosten aus § 4 - Mitteln des Verwaltungsabkommens (Erhöhung Folgenutzenstandard in bergbaubelasteten Gebieten). Der Vattenfall-Konzern beteiligte sich an der Finanzierung außerorts und übernahm den überwiegenden Teil der nichtförderfähigen Straßenausbaukosten. Die Stadt Görlitz selbst braucht nur die übrigen nichtförderfähigen Kosten zu schultern.

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  • Quelle: /red | Foto: /Stadtverwaltung Görlitz
  • Erstellt am 27.11.2009 - 12:23Uhr | Zuletzt geändert am 27.11.2009 - 12:38Uhr
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