KI-System soll Sicherheit in Görlitzer Straßenbahnen erhöhen
Görlitz, 16. Januar 2026. Die Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB) haben im Rahmen einer eintägigen Probefahrt ein neues Innenraumsicherheitsüberwachungs- und Fahrerassistenzsystem getestet. Ziel ist es, die Sicherheit im Straßenbahnbetrieb sowohl im Fahrzeuginneren als auch im Straßenverkehr zu erhöhen. Entwickelt wurde das System vom Bremer Unternehmen JUST ADD AI, die Installation im Fahrzeug erfolgte innerhalb kurzer Zeit.
Bildquelle: Görlitzer Verkehrsbetriebe GmbH (GVB)
KI-gestützte Sicherheitsüberwachung im Fahrgastraum
Im Mittelpunkt des Tests stand die Sicherheitsüberwachung im Inneren der Tram. Mehrere Videokameras erfassen kontinuierlich das Geschehen im Fahrgastraum. Mithilfe KI-gestützter Bildverarbeitungsmodelle analysiert das System permanent die Gesamtsituation. Dabei werden nicht nur einzelne Bilder ausgewertet, sondern komplexe Szenarien erkannt und interpretiert.
Verdächtige Muster und ungewöhnliche Aktivitäten können so in Echtzeit identifiziert werden. Erkennt das System beispielsweise eine Person in einer Notlage, etwa infolge eines Übergriffs oder eines medizinischen Notfalls, informiert es automatisch den Fahrer oder die Leitstelle. Gleichzeitig werden Livebilder an die zuständige Stelle übertragen, um eine schnelle Reaktion zu ermöglichen.
Unterstützung für Fahrer im Straßenverkehr
Auch außerhalb der Straßenbahn kommt die Technik zum Einsatz. Nach vorn ausgerichtete Kameras erfassen das Verkehrsgeschehen vor der fahrenden Tram. Fahrzeuge und Fußgänger werden zuverlässig erkannt, ihre Entfernung zur Straßenbahn wird kontinuierlich berechnet. Auf dieser Basis analysiert das System die aktuelle Verkehrssituation in Echtzeit.
Bei drohenden Kollisionen warnt das KI-gestützte Fahrerassistenzsystem rechtzeitig. Da die Software kontinuierlich weiterentwickelt wird, kann sie sich zunehmend an ortsspezifische Gegebenheiten anpassen. Dadurch soll die Präzision der Warnungen im laufenden Betrieb weiter steigen.
Datenschutz und einfache Nachrüstung
Nach Angaben der GVB arbeitet die Videoüberwachung zu jedem Zeitpunkt datenschutzkonform. Bereits bei der Erfassung werden Personen sowie Kfz-Kennzeichen automatisch verpixelt und damit unkenntlich gemacht. Eine Speicherung personenbezogener Daten ist nicht vorgesehen.
Das System ist zudem technisch autark und kommt mit wenigen Bauteilen aus. Es arbeitet unabhängig von der übrigen Fahrzeugtechnik der Straßenbahn. Dadurch ist eine vergleichsweise unkomplizierte Nachrüstung bestehender Fahrzeuge möglich, ohne tiefgreifende Eingriffe in die vorhandenen Systeme.
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- Quelle: red / PM GVB
- Erstellt am 13.01.2026 - 21:17Uhr | Zuletzt geändert am 16.01.2026 - 10:58Uhr
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