Tag des Denkmals 2019 in Görlitz

Tag des Denkmals 2019 in GörlitzGörlitz, 30. August 2019. Der diesjährige Tag des offenen Denkmals am 8. September steht ganz im Zeichen des hundertjährigen Bauhausjubiläums. Zwar – wer hätte das gedacht – gibt es in Görlitz keine Bauten der klassischen Moderne, deren bedeutendste Strömung die Bauhausarchitektur ist, jedoch bietet das diesjährige Motto "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur" Anlass den Blick weiter zu fassen und die bekannten und liebgewonnen Görlitzer Baudenkmale unter diesem Gesichtspunkt neu zu entdecken.
Abbildung: Im Jahr 1912 lichtete der bedeutende Görlitzer Fotograf das im Bau befindliche "Kaufhaus zum Strauß" ab, im Hintergrund links das Wilhelmtheater, rechts die Frauenkirche

Offene Denkmale, tüchtige Handwerker und Musik

Offene Denkmale, tüchtige Handwerker und Musik

Das noch intakte Wilhelmtheater wurde im Jahr 2001 ohne Not abgerissenen

Thema: Ausstellungen in Görlitz und Umgebung

Ausstellungen in Görlitz und Umgebung

Görlitz verfügt nicht nur über fast 4.000 Baudenkmale, sondern ist eine Stadt der Museen und Ausstellungen. Hier befinden sich beispielsweise das Kulturhistorische Museum, das Schlesische Museum zu Görlitz, das Museum der Fotografie und das Senckenberg Museum für Naturkunde, im polnischen Teil der Europastadt das Lausitz-Museum. Darüber hinaus gibt es häufig Sonderausstellungen an anderen Orten, auch im Umland der Stadt.

So war und ist auch die Görlitzer Architekturlandschaft von Brüchen und Umbrüchen, vom Aufeinandertreffen unterschiedlicher Gebäudestile der einzelnen Epochen geprägt. Straßenzüge, deren Bebauung uns heute als harmonisches Nebeneinander erscheint, riefen in der Vergangenheit Verwunderung oder gar Empörung hervor.

Das 1913 eröffnete Kaufhaus am Demianiplatz steht selbstbewusst neben der gut 430 Jahre älteren der Frauenkirche, um nicht zu sagen: dominiert sie. Nicht jedem war der große Profanbau an dieser Stelle willkommen. Aber auch andere Gebäude, geprägt durch ihre wechselhafte Baugeschichte, legen Zeugnis von Umbrüchen und Aufbrüchen ab, barocker Stuck umfängt Renaissancefenster, Blümchentapete aus den 1970ern kleidet Gründerzeitwohnungen aus.

Wenn jedes Jahr am zweiten Sonntag im September das gebaute Erbe der Stadt Görlitz zu großen Teilen besichtigt werden kann ist, sind die Bürger und Gäste herzlich eingeladen, diese Brüche zu suchen, zu finden und die Geschichte und Geschichten dahinter zu erforschen. Denkmalpflegern, Eigentümer und Architekten sollten achtsam mit diesen Brüchen umgehen. Welche Spur ist erhaltenswert, welche überhaupt erhaltungsfähig? Was kann und soll gezeigt werden? Welcher Bruch entsteht, wenn man Neues gegen Altes setzt? All diese Fragen gilt es bei der Erforschung, Nutzung und Instandsetzung der Denkmale zu erörtern und zu bewerten.

Das ist der Denkmaltag 2019 in Görlitz

    • Eröffnung durch Oberbürgermeister Octavian Ursu um 10 Uhr auf dem Untermarkt
    • die Stadthalle Görlitz ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet (ab 18 Uhr Konzert "Rund um den Globus – Volkslieder aus aller Welt", es singt der Europa Chor der Akademie Görlitz unter der Leitung von Joshard Daus)
    • neben vielen anderen Bauten können das Oktagon in der Lunitz 9, die Feuerwehr auf der Krölstraße 26 und eine Waschküchenausstellung Im Bogen 5 besichtigt werden
    • die Ausstellung "Kaufmannspaläste in der ViaRegia" in der Brüderstraße 9 ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet
    • die neue Sporthalle an der Jägerkaserne kann von 10 bis 14 Uhr besichtigt werden

Tipp:
Das Programmheft kann für zwei Euro an vielen Vorverkaufsstellen erworben werden, der Versand des Heftes (Schutzgebühr zuzügl. Porto) erfolgt über die Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH, Tel. 03581 - 4757-0, E-Mail: willkommenx@xeuropastadt-goerlitz.de (Spamschutz: beide "x" entfernen).

Handwerkermarkt zum Tag des offenen Denkmals

Das hat Tradition: Zum Tag des offenen Denkmals stellen Handwerker ihre Gewerke vor. Von 10 bis 18 Uhr gibt es auf dem Görlitzer Untermarkt mehr als 30 Handwerker zu erleben, die ihre Kunstfertigkeiten, alte Handwerkstechniken und Erfahrungen zugänglich machen. Dabei sind Töpfer, Schmuckhersteller, Korbflechter, Glasschleifer, Weber, Gerber, Bleiverglaser, Schuhmacher, Drechsler, Schmiede, Tischler und Restaurierungshandwerker.

Hinzu kommt das musikalische Handwerk: Dafür sorgen der Posaunenchor der Görlitzer Frauenkirche, die Görlitzer Bläserformation, die Musikschule Fröhlich, Lausi Saxer und weitere regionale Musiker, deren wichtigstes Werkzeug die Stimme ist.

Mehr:
Alle Informationen und ein Verzeichnis der geöffneten Denkmale samst Karte

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  • Quelle: red | Foto kaufhaus im bau: Robert Scholz, Foto Wilhelmstheater: unbekannt, beide Bilder gemeinfrei
  • Zuletzt geändert am 30.08.2019 - 11:36 Uhr
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