Jazzhappen-Kultur aus der Sofaritze

Görlitz, 9. Januar 2015. Als Student war das die letzte Lösung: Mit den Fingern die Sofaritzen abtasten, ob sich nicht doch noch ein paar Münzen hierhin verirrt hatten. Die Methode ist aktuell nicht zu empfehlen, hat sich doch der zukünftige Jazzhappenchef Mike Altmann auch mal was - sogar zweiwas - vorgenommen: "Axel Krüger, den alten Happenchef, endgültig in die Sofaritze des Vergessens zu schieben und dann endlich einmal Künstler aus dem leidgeprüften Halle an der Saale zu einem Auftritt nach Görlitz zu locken.“ Stell Dir vor, Deine Finger in der finstren Ritze und dort der Krüger...

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Jazzhappen spielen Hallenhalma

Thema: Lesebühnen

Lesebühnen

Lesebühnen sind in Görlitz fester Kulturbestandteil - teils musikalisch unterlegt, teils mit Autoren von vor Ort, teils mit weitgereisten Schreib- und Lesenden.

Ach was, der Altmann, der Neue also, winkt ab: "Frisches Jährchen, frische Gedanken!“ So hat er als Lesegast Tobias Glufke vom Saalestrand auf die jahresendgereinigte Görlitzer Apollo-Bühne gelockt. Der - im Gegensatz zu Altmann - stark behaarte Barde ist gebürtiger Hallenser, was man unterschiedlich bewerten kann: Der Einfluss von Plasten und Elasten aus Schkopau (Buna!) und Bitterfeld (Chemiefaserkombinat!) hat halt geprägt. Kein Wunder also, dass Herr Glufke abwechselnd mal an der Welt als solcher und auch mal an sich selbst als solchem leidet. Während seine therapeutischen Kreise im heimischen Saalestrandsand unterhalb des Giebichensteins den Bürgern Rätsel aufgeben, gelingen ihm auf den Bühnen gern mal unvermittelt Explosionen und andere sonstige Ausbrüche.

Die Konstante: Der Musiksaxofonist

Das Jazzhappen-Postenkarussell unbeschadet überstanden hat der offensichtlich unersetzbare musikalische Jazzhappendirektor Michael Mönnig. Er steuert seelenstreichelnde Saxophobien, Quatsch, Saxosofien, also Saxofono- und weitere Fantasien bei, was zur Wiedergeburt verstorbener und bislang unverstorbener Beatles führen könnte. Dem Randhallenser resp. Randhalloren Flo Rian bleibt der - wie kann es anders sein bei dieser Wohnlage - zu Herzen gehende Gesang, den er sorgfältig abgestimmt mit der Gitarre begleitet.

Altmann selbst wird mit sprühendem Wortwitz (womit sonst?) die Herzen aller Mädchen brechen und der abgehappte Kam'rad Krüger hat die Lizenz zum Reste einsammeln.

Diäten für die Volksvertreter - Negativ-Diät für das Publikum

Was dem Jazzhappenbesucher richtig gut tut - zum Glück unabhängig vom Programm - ist die sogenannte Negativ-Diät: Die zur Kunst tröstlich gereichten Happen sind - da im Preis enthalten - aufzuessen und zwar möglichst viel in möglichst kurzer Zeit, damit sich der Eintritt im Nach- oder Abgang gelohnt hat.

Prädikat: Unbedingt aufessen! Also hingehen!
Sonntag, 25 Januar 2015, 19 Uhr,
Apollo Theater, Hospitalstraße 2, 02826 Görlitz.
Januarnächte können kalt sein, vor allem, wenn man von draußen vor der Tür steht. Deshalb wird wärmstens empfohlen, Eintrittskarten im Vorverkauf zu erwerben. Das erleichtert zudem die Happenplanung.
Die Eintrittskarten werden als begehrte Einzelstücke zum Geldgegenwert von 15 Euro herausgerückt. "Wo?", fragt der geneigte zahlungsfähige Happenliebhaber. Na, an allen (un)bekannten Vorverkaufsstellen, an der Theaterkasse mit der freundlichen Stimme unter Tel. 03581 - 47 47 47 und - auch wenn es die Webseite immer wieder mal anderes behauptet - online. Möglicherweise abgegriffene Restkarten sind eventuell an der Abendkasse zu haben, aber darauf ist - wie auf Wunder - kein Verlass.

Mehr Happen:

Jazzhappen im Internet

Die Redaktion dankt Koll. Krücher für seine Zuarbeit.

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  • Quelle: red
  • Erstellt am 09.01.2015 - 00:11Uhr | Zuletzt geändert am 09.01.2015 - 10:37Uhr
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