Görlitz bietet Willkommensspaß mit Willkommenspass

Görlitz bietet Willkommensspaß mit WillkommenspassGörlitz, 18. November 2022. In Görlitz und um Görlitz herum wird wieder ein Wolfsland-Krimi gedreht. Wolfsland, das ist so schön mehrdeutig und lässt ahnen, dass da zwischen den Kiefern und Wohnungswänden mehr ist, als der erste Blick preisgibt.

Abb.: In jedem Krimi funktioniert das Psychodrama aus Täter, Opfer und Verfolger, zumeist der Polizei. Doch wer ist wer auf diesem Foto? Der Görlitzer Anzeiger klärt auch hier auf: Von links sind zu erblicken die Geschäftsführerin der Molina Film GmbH Jutta Müller, daneben die Schauspieler Götz Schubert, Yvonne Catterfeld Octavian Ursu, Oberbürgermeister der Stadt Görlitz

Foto: Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH

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Kommentar: Für Kate ist es zu spät

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Orthografie ist nicht alles, wenn es gilt, Botschaften zu transportieren. Diese lautet: In Görlitz brauchst Du nicht nur zu arbeiten, sondern du kannst auch Spaß haben! Aufregende Angebote wie etwa ein Museums- oder Kinobesuch warten und anstelle am Set herumzusitzen wäre doch ein Stadtführung der bessere Zeitvertreib, wenn man nicht gleich baden geht, selbstverständlich im Neißebad. Dort schwimmen zwar nicht die Neißefische, die gibt es aber beim lokalen Filmfestival, dem Neiße Filmfestival, als Preise.

Foto: Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH

Thema: Filmstadt Görlitz

Filmstadt Görlitz

Görlitz ist Filmstadt. Neben authentischen Kulissen finden sich hier eine auf Filmproduktionen eingespielte Verwaltung und nicht zuletzt erfahrene Komparsen.

Görlitz, Drehort vieler Spielfilme, wendet einige Energie auf, um sich weiter als "Filmstadt Görlitz" zu profilieren. In einem bei einer Tochtergesellschaft der Stadt Görlitz angesiedelten und im Jahr 2021 an den Start gegangenen Filmbüro hat die Stadt ihr Erfahrungen als Gastgeberin für Filmproduktionen zusammengefasst und will darüber hinaus das Filmwesen an der Neiße weiter befördern.

Ist solch Institution erst einmal in die Welt gesetzt, sucht sie sich natürlich Tätigkeitsfelder, um die Rolle ihrer Bedeutung immer stärker zu verdeutlichen. Ein Projekt ist etwa der brandneue "Willkommenspass" als offizielles Willkommensdokument der Filmstadt Görlitz. Womöglich hat das Stichwort "offiziell" Oberbürgermeister Octavian Ursu auf den Plan gerufen. Der jedenfalls ließ es sich nicht nehmen, Jutta Müller, der Geschäftsführerin der Molina Film GmbH, gestern bei einem Besuch am Drehort höchstpersönlich ihren Willkommenspass feierlich zu überreichen. Dazu erklärte er: "Wenn Filmteams mehrere Wochen oder gar Monate in der Stadt verbringen, suchen sie nach Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Wir wollen ihnen Angebote aufzeigen und andererseits auch die Stadt und ihre Besonderheiten näherbringen. Ich freue mich sehr, dass so viele Partner die Aktion unterstützen."

Molina Film dreht in Görlitz noch bis Anfang Dezember für die Wolfslandfolgen Nummero 13 und 14 in Görlitz, die Beschäftigten haben ihren Willkommenspass für den Willkommensspaß bereits vor einigen Tagen in die Hand gedrückt bekommen.

Eine Inhouse-Idee

Die Idee, ein Zeichen des Willkommens zu setzen, war im Filmbüro Görlitz selbst entstanden. Um sich des Rückhalts zu versichern, haben Kerstin Gosewisch und Roswitha Hennig von der Wirtschaftsförderung der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ) im Sommer 2022 mit Leuten aus Freizeit- und Gastronomieeinrichtungen gesprochen. "Die Reaktionen waren durchweg positiv", freut sich Eva Wittig, Geschäftsführerin der EGZ.

In der kleinen Broschüre finden sich nun 30 Angebote für Ablenkung und Amüsement. Als Beispiele werden in einer Mitteilung Stadtführung und Stadtrundfahrt, Museumsbesuch, Kinobesuch und das Neisse-Bad – benannt nach dem Flüsschen Lausitzer Neiße, an dem Görlitz liegt – genannt. Sogar der woanders gern vernachlässigte Hinweis, dass all das "individuell und im Team erlebbar" ist, wird gegeben. Einige der Anbieter, die beim Willkommenspass mitmachen, gewähren sogar einen Preisvorteil. Gastronomiebetriebe bieten sich den Filmleuten gleich als Location an und liefern Anlässe fürs Feiern wie etwa Bergfest oder Abschlussfeier gleich mit. Nur die Sache mit dem ebenfalls gebotenen Warm-up will sich nicht so recht erschließen, vermutlich hat der Wein-Krüger seine Finger im Spiel und will an kalten Winterdrehtagen mit seinem Winzerglühwein wenigstens im Verdauungstrakt die Sonne des Ahrtales scheinen lassen.

Den Willkommenspass gestaltet hat die Görlitzer Werbeagentur Die Partner GmbH, als echte Agentur in gewisser Weise der Platzhirsch in Sachen Werbung und Marketing in Görlitz. Für das grafische Wortspiel auf der Titelseite des Willkommenspasses gibt es jedenfalls Szenenapplaus.

Gedruckt wurden erst einmal 500 Exemplare des Heftchens bei einem Online Anbieter in Dresden. Verteilt an die Filmteams wird es über das Filmbüro Görlitz.


Kommentar:

Es gibt Marketingaktionen, da ist die Aktion als solche das Ziel, weil über sie berichtet wird. Das ist völlig in Ordnung, aber sicher ist ebenso, dass der Willkommenspass zudem etwas für die Anbieter bewegt. Nicht auszudenken der Gedanke, das Filmbüro Görlitz und seine Filmpass-Idee wären ein wenig eher aus der Taufe gehoben worden und Kate Winslet hätte beim Vorleser-Dreh in Görlitz das Heftchen in die Finger bekommen: Ungezählt wären die plattgedrückten Nasen an den Scheiben des Neißebades, wenn sie ihren Körper dessen lauwarmen Fluten hingegeben hätte! Doch niemand hat es ihr gesagt...

Nun ist ja Marketing ein wenig mehr, als Informationen bereitzustellen in der Hoffnung, damit irgend etwas auszulösen – will sagen, der Willkommenspass kann mehr. Man stelle sich vor, ein Gast der Stadt erkundigt sich in der Görlitz-Information nach dies und das und die freundliche Mitarbeiterin fasst mit verschwörerischem Blick unter die Theke, wo gewöhnlich die Bückware liegt. Sie angelt sich einen Willkommenpass, beugt sich zum Ohr des Gastes und raunt mit vertraulich gedämpfter Stimme: "Ich habe hier noch etwas, das bekommen eigentlich nur die ganz großen Filmstars. Vielleicht wollen Sie ja einmal schauen, aber bitte geben Sie es keinesfalls weiter." Merke: Wer etwas in Umlauf bringen möchte, bittet um Verschwiegenheit.

Guter Service ist eine gute Sache, exzellenter Service aber das Nötige. Aufpassen muss man nur, dass man nicht im Service Overkill landet. Aber der Willkommenspass geht schon in Ordnung,

meint Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red | Fotos: © Europastadt Görlitz/Zgorzelec GmbH
  • Erstellt am 18.11.2022 - 07:40Uhr | Zuletzt geändert am 18.11.2022 - 09:44Uhr
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