Anti-Rechts-Demo in Radeberg

Radeberg | Bautzen / Budyšín. Der DGB-Regionsvorsitzende Ostsachsen Bernhard Sonntag übermittelte einen Aufruf zur Teilnahme an einer Anti-Rechts-Demonstration in Radeberg: Fremdenfeindlichkeit, Schmierereien und Anschläge auf Büros Andersdenkender sind immer wieder wahrnehmbare Erscheinungsformen rechtsextremistischer und neonazistischer Umtriebe auch in vielen Kommunen im ostsächsischen Raum. Hiergegen muss sich immer wieder und aufs neue zu Wehr gesetzt werden. Ein solches öffentliches Zeichen gegen rechtsextreme Umtriebe findet am Sonnabend, dem 28. August 2010, in Radeberg statt. Vom Bahnhof aus ist 13 Uhr eine Demonstration mit einer abschließenden Kundgebung auf dem Marktplatz geplant. "Wir bitten euch, im Rahmen eurer Möglichkeiten, diese Aktion zu unterstützen", so Sonntag.

Öffentliche Erklärung des Radeberger Oberbürgermeisters Gerhard Lemm / Stänker kommentiert

Liebe Radebergerinnen und Radeberger,

seit Jahren erleben wir in Radeberg, dass Rechtsextremisten zunehmend versuchen, Einfluss auf Stadt und Gesellschaft zu nehmen. Die Belege hierfür sind vielfältig, sie reichen von Hakenkreuzschmierereien über extremistische Parolenschmiererei, von Anschlägen auf Büros andersdenkender bis zur Wahl eines Rechtsextremisten in den Radeberger Stadtrat.

Selbst unser Bierstadtfest wurde nicht von rechtsextremistischen Störern verschont. Unangemeldet und rechtswidrig drängte sich eine Gruppe Rechter in den Festumzug und schmähte mit Transparenten, Bild und Flugblättern alle Demokraten als Todesbringer. Der NPD Stadtrat Simon Richter nahm ohne jede Rücksicht auf sein vor mir abgegebenes Gelöbnis auf Recht und Gesetz an dieser widerlichen Aktion teil.

Mein Versuch, die Gruppe nach Kenntnisnahme des Vorfalls persönlich zu stoppen und die Personalien aufzunehmen, wurde von diesen mit physischer Gewalt abgewehrt. Gegen die Störer wurde Strafanzeige erstattet.

Liebe Radebergerinnen und Radeberger,

es ist an der Zeit, gegen diese rechtsextremen Umtriebe ein öffentliches Zeichen zu setzen. Die ganz überwiegende Mehrheit in unserer Stadt hat kein Verständnis für NS Parolen, für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Wir sind eine weltoffene und tolerante Stadt, in der für faschistisches Gedankengut kein Platz ist.

Bereits vor dem letzten Störfall wurde durch den Arnsdorfer Kreisrat Scheidemantel eine Demonstration gegen Nazitum in Radeberg angemeldet. Diese beginnt am Samstag, den 28.8. um 13.00 Uhr am Bahnhof und zieht dann zu einer Kundgebung zum Marktplatz.

Meine Teilnahme an Umzug und Kundgebung habe ich bereits zugesagt. Es würde mich freuen, wenn möglichst viele Menschen aus den unterschiedlichsten politischen Lagern sich beteiligen würden und damit klarstellen, dass sie sich in der Ablehnung gegen Rechtsextremismus jeglicher Art einig sind.

Ich rufe daher unsere Bevölkerung und unsere Gäste auf, sich friedfertig und gesittet an dieser Aktion zu beteiligen.

Herzlich Ihr

Gerhard Lemm
Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Radeberg


Kommentar

Ein Oberbürgermeister, der nicht wegsieht und, wie man so schön sagt, einen Arsch in der Hose hat. Bitte mehr davon!

Wenn sich Radeberg gegen den braunen Ungeist wehrt sollte sich jeder aufgerufen fühlen, mitzumachen und so ein eindrucksvolles Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Ein Zeichen, dass der rechten Szene klarmacht, dass weder Sachsen noch Deutschland ihre Spielwiese ist, ein Zeichen auch an andere, dass "diese Deutschen", die die Folgen des "Dritten Reichs" noch immer nicht kapiert haben, eigentlich nur eine groteske Randgruppe der Gesellschaft bilden, über die man pausenlos lachen müsste, wenn sie nicht so widerwärtig wäre.

Aber aufpassen: Das Gegenteil von Rechts ist in der Politik eben nicht Links - sonst kommt man vom Regen in die Traufe. Wobei nun Links und Rechts weiß Gott nicht das Selbe sind.

Halten wir die Demokratie stark, auch auf der Straße,

Ihr Fritz R. Stänker


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  • Quelle: red | Fritz Rudolph Stänker
  • Zuletzt geändert am 27.08.2010 - 09:26 Uhr
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