Für gute Schulen im Landkreis Görlitz

Für gute Schulen im Landkreis GörlitzLandkreis Görlitz, 19. März 2021. "Gute Ausstattung der Schulen im Kreis hat weiter Priorität", so verkündeten heute die CDU-Stadtverbände und die Junge Union (JU) in Landkreis Görlitz. Das dürfte bei Bürgerinnen und Bürgern, weiteren politischen Vereinigungen sowie bei Bürgerinitiativen auf Zustimmung stoßen.

Die Pestalozzi-Oberschule in Löbau

Archivbild: © Zittauer Anzeiger

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Stimmen aus den Reihen der CDU sind sich einig

Thema: Parteien, politische Akteure und Wähler

Parteien, politische Akteure und Wähler

Demokratie lebt von Akteuren, die substantiell zu Meinungsvielfalt beitragen, konsensfähig sind und so handeln, dass möglichst viele einbezogen werden und ein allgemein anerkannter Nutzen für die Gesellschaft entsteht, der über das oft genannte "Zeichen setzen" hinausgeht.

Angesichts zahlreicher bildungspolitischer Herausforderungen im Landkreis Görlitz appellieren Clemens Kuche als Vorsitzender der Jungen Union im Landkreis Görlitz und die Ortsvorsitzenden der CDU-Verbände von Görlitz, Krauschwitz / Krušwica, Löbau und Zittau trotz der aktuell angespannten Haushaltslage für ausreichende Investitionen in die Bildungslandschaft. Ihr Hintergrund: Ordentliche Schulen im Landkreis haben Priorität und auch etwas mit der Identität in der Region zu tun, die "allen Negativprognosen zum Trotz auf eine Zukunft des ländlichen Raums, Zuzüge und Familienfreundlichkeit setzen sollte".

So betont der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverband Zittaus Michael Meaubert die enorme Bedeutung des Anliegens der Petition "Für gute Bildung in Zittau - PARKSCHULAUSBAU JETZT!", die vom Initiator des Bündnisses "Parkschulausbau jetzt!" bereits Ende Februar 2021 gestartet wurde, nachdem der Zittauer Stadftrat das mit den Stimmen von AfD, Linkspartei sowie FUW/FBZ/FDP abgelehnt hatte. Mit einem Anbau an die Parkschule sollen die Schullandschaft der Mandaustadt zukunftssicher gemacht und das Aufstellen von Lerncontainern vermieden werden. Der Zittauer Stadtrat befasst sich am 25. März 2021 erneut mit dem Thema.

Gerd Weise, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Görlitz, macht deutlich, dass die in der Neißestadt dringend notwendigen Neubauten und Sanierungen nicht ohne Landes- und Bundesmittel zu bewältigen sein werden. Görlitz hatte zwar bereits 2019 einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung einer neuen Oberschule gefasst, sieht sich aber angesichts der pandemiebedingten Einnahmenausfälle aktuell nicht in der Lage zur Realisierung dieses Projekts. Auch hierzu dauert die Debatte im Stadtrat an; den Standpunkt der Stadtratsfraktion Motor Görlitz/Bündnisgrüne und einen Kommentar hatte der Görlitzer Anzeiger bereits am 24. Februar 2021 veröffentlicht.

Auch der Vorsitzende des Gemeindeverbands Bad Muskau / Krauschwitz – obersorbisch Mužakow / Krušwica –, Tom Lehnert, drängt auf die Unterstützung der Kommunen. So benötigt die Oberschule in Krauschwitz dringend eine Sanierung: "Die Gemeinde hat einen Förderantrag gestellt. Wir benötigen dort unbedingt Drittmittel, damit wir den Schülerinnen und Schülern eine ordentliche Lernumgebung bieten können. Das Projekt Oberschule Krauschwitz ist seit 20 Jahren ein Dauerbrenner und kann aus eigenen Mitteln nicht bewältigt werden."

Ein weiterer Gedanke kommt aus der Stadt am Berge: In Löbau liegt Ringo Hensel, dem Vorsitzenden des CDU-Gemeindeverbands, die künftige personelle Ausstattung der Bildungseinrichtungen am Herzen: "Wir müssen auch weiter dafür Sorge tragen, dass der Generationswechsel in den Lehrerzimmern durch qualifizierte Nachwuchslehrkräfte ausreichend begleitet wird. Wir fordern daher weiterhin, Seminare für den Lehramtsvorbereitungsdienst auch für Oberschulen an unserer Ausbildungsstätte in Löbau durchzuführen."

Die Bereitstellung schulischer Infrastruktur ist das eine, die Wahrnehmung bei den Eltern zuweilen etwas anderes. In diesem Zusammenhang wirbt der Görlitzer JU-Mann Kuche für Realismus bei den Eltern, wenn es um die Schulwahl geht: "Man muss auch feststellen, dass in der Schullandschaft unserer Region flächendeckend massive Investitionen getätigt wurden und wir insgesamt gut dastehen. Der Wettbewerb zwischen den Einrichtungen gehört dazu, aber auf vorschnelle Vorurteile gegenüber vermeintlich "analogen Dorfschulen" oder "städtischen Problemschulen" würde ich nicht hören. Die wohnortnahe Schule bleibt der Idealfall hinsichtlich des Schulwegs, der Ausbildung und sozialen Integration."

Kommentar:

Da hat Clemens Kuche völlig recht: Die Schulen im ländlichen Raum haben in ihrer Qualität deutlich aufgeschlossen und spielen ihre Vorzüge vor Ort aus, siehe seine Stichworte "Schulweg" und "soziale Integration". Mehr noch: Schaut man etwa auf die bereits gestartete SCHKOLA und ihre Pläne in der Markersdorfer Ortschaft Gersdorf – Schloss Gersdorf hat das Zeug, zumindest baulich zum Hogwarths der Oberlausitz zu werden –, dann ist klar, dass hier zusätzlich zur Grundschule Markersdorf ein Potential entsteht, das anderen Schulen vor allem entlang der Bahnstrecke Görlitz – Löbau ein Stück weit das Wasser abgraben kann.

Wie der ganz allgemein vor Übertreibungen warnende Spruch "Lasst die Kirche im Dorf!" gilt noch direkter, wenn "Lasst die Schule im Dorf" – oder halt in der Stadt oder im Stadtteil – gerufen wird. Hier entsteht Heimat: Klassentreffen sind doch nicht allein deshalb beliebt, weil man hier sein erstes Mal hatte, sondern weil eine Gemeinschaft gewachsen ist, die lebenslang ein Stück Heimat bleibt.

Außerdem sind gute schulische Lernbedingungen die Grundlage jeder Chancengleichheit nicht nur quer durch alle Geschlechter, sonder auch zwischen Stadt und Land und allen sozialen Schichten, meint Ihr

Thomas Beier

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  • Quelle: red / Kommentar: Thomas Beier | Foto:
  • Erstellt am 19.03.2021 - 12:23Uhr | Zuletzt geändert am 19.03.2021 - 13:18Uhr
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