Bund fördert legendären Görlitzer Schnelltriebwagen

Bund fördert legendären Görlitzer SchnelltriebwagenBerlin | Görlitz, 27. November 2020. Jetzt steht das Signal für die Reanimation eines der von 1965 bis 1968 im VEB Waggonbau Görlitz gebauten SVT – das steht für Schneller Verbrennungsmotor-Triebwagen – Züge auf Grün, wie der Görlitzer Bundestagsabgeordnete Thomas Jurk, zuständiger SPD-Berichterstatter im Haushaltsausschuss, mitteilt. Für die traditionsbewussten Görlitzer Waggonbauer und Eisenbahnfreunde ist das eine gute Nachricht, steht doch ein 60-jähriges Jubiläum an.

Abb.: Der Gegenentwurf zum SVT war der Leichtverbrennungstriebwagen (LVT) aus dem VEB Waggonbau Bautzen, hier im Einsatz in Neustrelitz. Im Volksmund wurden die Schienenbusse "Ferkeltaxi" genannt.

Foto: jonasreichard, Pixabay License

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Für Spender gibt es den Club der 175

Nach dem Willen des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages werden im Jahr 2021 für die "Restaurierung von historischen Triebzügen des internationalen Schienenpersonenfernverkehrs" vier Millionen Euro bereitgestellt. Die Entscheidung wurde in der gestrigen Bereinigungssitzung zum Etat des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) getroffen.

Von diesem Geld profitiert auch die SVT Görlitz gGmbH mit ihrer Projektidee "Ein Zug für Mitteldeutschland". Darüber freut sich Thomas Jurk ganz besonders, denn als zuständiger Berichterstatter und gebürtiger Görlitzer hatte er sich bei den Haushaltsberatungen für dieses Projekt besonders stark gemacht.

Der legendäre bezeichnete Reisezug soll in viergliedriger Ausführung, die bis zu 160 Stundenkilometer schnell ist, im März 2023, genau 60 Jahre nach der Vorstellung des Prototyps auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1963, zurück auf der Schiene sein. Die SVT Görlitz gGmbH plant zunächst zehn Sonderfahrten pro Jahr und weitere Chartertouren.

Schnellfahrende Eisenbahnzüge haben eine lange Tradition. Schon 1899 wurde in Berlin die Studiengesellschaft für Elektrische Schnellbahnen gegründet, ein Drehstrom-Triebwagen erreichte 1903 auf einer Versuchsstrecke 210 Stundenkilometer. Der propellergetriebene Schienenzeppelin knackte 1930 auf einer Versuchsfahrt auf der Strecke Hamburg–Berlin mit 230 Stundenkilmetern den Weltrekord. Die Deutsche Reichsbahn entwickelte gemeinsam mit der Waggon und Maschinenbau AG Görlitz (WUMAG) den "Fliegenden Hamburger", der dieselgetrieben mit bis zu 160 Stundenkilometern zwischen Berlin und Hamburg pendelte. Weiterentwicklungen kamen auf weiteren Strecken zum Einsatz. Auch in anderen Ländern gab es ähnlich Entwicklungen von schnellfahrenden und teils futuristisch aussehenden Zügen. Der 1964 in Japan eingeführte Shinkansen leitete das Zeitalter der Hochgeschindigkeitszühe, die schneller als 200 Stundenkilometer fahren, ein.

Tipp:
Wer für die Restaurierung des Zuges spendet, kann – noch – Mitglied im exklusiven "Club der 175" werden.

Mehr zur Görlitzer Eisenbahngeschichte:


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  • Erstellt am 27.11.2020 - 08:00Uhr | Zuletzt geändert am 27.11.2020 - 09:22Uhr
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