Sachsen zahlt über 60 Millionen Euro für Kultur und Tourismus aus

Sachsen zahlt über 60 Millionen Euro für Kultur und Tourismus ausDresden, 24. Juni 2020. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Sächsischen Landtages hat heute das vom Kabinett kürzlich beschlossene Hilfspaket für Kultur und Tourismus in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro bestätigt.

Dichtes Beieinandersein wie zum Görlitzer ViaThea-Straßentheaterfestival? Während der Bedrohung durch das Coronavirus undenkbar

Archivbild: © BeierMedia.de

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Die Einzelmaßnahmen im Überblick

Thema: Coronavirus

Coronavirus

Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen pandemisch. Lebensgefahr besteht bei einer Erkrankung an Covid-19 vor allem für Immungeschwächte und Ältere. Vielfältige Maßnahmen sollen die Ausbreitung verlangsamen, um medizinische Kapazitäten nicht zu überlasten sowie Zeit zur Entwicklung eines Medikamentes und eines Impfstoffs zu gewinnen. Im Blickpunkt stehen auch die Wirtschaft und soziale Auswirkungen.

Mit diesem Geld will der Freistaat die besonders vom Lockdown zur Verhinderung einer Corona-Pandemie betroffenen Einrichtungen und Akteure in Kultur und Tourismus unterstützen.

Das Paket beinhaltet mehrere Einzelmaßnahmen für Kultur und Tourismus. Den größten Posten bildet ein Paket für freie Träger aus dem Bereich Kunst und Kultur, die bislang zu wenig oder gar nicht auf Hilfsprogramme zugreifen konnten: Allein 30 Millionen Euro sind unter anderem für freie Theater, Festivals und kulturelle Vereine vorgesehen. Der Zuschuss beträgt bis zu 10.000 Euro, bei Nachweis eines höheren Liquiditätsbedarfes können bis zu 50.000 Euro fließen. Anträge für diese Förderung können ab dem 29. Juni 2020 bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) gestellt werden, die auch Informationen dazu bereitstellen will.

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen erhält sieben Millionen Euro, davon fließen fünf Millionen in das Stipendien-Programm "Denkzeit". Dieses Programm unterstützt freischaffende Künstlerinnen und Künstler mit einem Stipendium in Höhe von 2.000 Euro und war Ende April an den Start gegangen. Bis Ende Mai wurden knapp 1.900 Anträge eingereicht, von denen bisher knapp 1.000 bewilligt werden konnten. Durch die Aufstockung können nun weitere Bewerbungen für die Förderung berücksichtigt werden. Ab Mitte Juli wird das Antragsverfahren zudem für neue Bewerbungen geöffnet.

Ländliche Regionen

Weitere 750.000 Euro fließen in den Kleinprojektefonds der Kulturstiftung. Der Fonds fördert kleinere Kunst- und Kulturprojekte mit Fördersummen von 500 bis 5.000 Euro. Er richtet sich vorrangig an Initiativen in den ländlichen Regionen Sachsens und soll in der gegenwärtigen Situation vor allem dabei unterstützen, das kulturelle Leben vor Ort wieder anzukurbeln. Anträge können voraussichtlich ab Anfang Juli bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen eingereicht werden.

Darüber hinaus sollen zusätzliche Mittel in die bestehenden Förderstrukturen der Kulturstiftung fließen, um kurzfristig Projekte zu unterstützen, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders betroffen sind.

Veranstaltungsbranche

Für das neue Programm "Denkzeit Event", das auf die Veranstaltungsbranche fokussiert, befasst sich der Haushalts- und Finanzausschuss des Sächsischen Landtages in der kommenden Woche. Zu den weiteren Einzelheiten soll entsprechend informiert werden.

Tourismus

Wenngleich inzwischen wieder Touristen nach Sachsen kommen, verzeichnet die Tourismusbranche doch enorme Verluste. Der Freistaat steuert dagegen und unterstützt den Tourismus mit zusätzlichen fünf Millionen Euro. So werden zum Beispiel 2,9 Millionen Euro an die acht Tourismusregionen ausgereicht, die damit Projekte und Ideen für die Zeit nach Corona voranbringen sollen.

Kultur lebensnotwendig

Zum Hilfspaket insgesamt äußerte sich die sächsische Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch so: "Ich danke dem Sächsischen Landtag als Haushaltsgesetzgeber dafür, dass er diese wichtigen Mittel für die Bereiche Kultur und Tourismus bestätigt hat. Das zeigt, welch hohen Stellenwert Kultur und Tourismus in Sachsen haben. Kultur ist keine schöne Zugabe in Zeiten voller Kassen, sondern lebensnotwendig und identitätsstiftend. Zudem ist jede Förderung der Kultur gleichzeitig eine Investition in den Tourismus."

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  • Quelle: red | Foto: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 24.06.2020 - 12:36Uhr | Zuletzt geändert am 24.06.2020 - 12:55Uhr
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