Görlitz bleibt handlungsfähig

Görlitz bleibt handlungsfähigGörlitz, 18. März 2020. Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu und der Ältestenrat haben sich vorgestern Abend darauf verständigt, dass die Sitzungen der beschließenden Ausschüsse (Technischer Ausschuss und Verwaltungsausschuss) sowie die Stadtratssitzung bis auf weiteres stattfinden sollen – allerdings unter strengen Auflagen.

Das Görlitzer Rathaus ist uhrentechnisch hervorragend ausgestattet: Hier weiß man, was das Stündlein schlägt

Foto: © Görlitzer Anzeiger

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Stadtratssitzung und Sitzungen der beschließenden Ausschüsse finden statt

Thema: Coronavirus

Coronavirus

Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen pandemisch. Lebensgefahr besteht bei einer Erkrankung an Covid-19 vor allem für Immungeschwächte und Ältere. Vielfältige Maßnahmen sollen die Ausbreitung verlangsamen, um medizinische Kapazitäten nicht zu überlasten sowie Zeit zur Entwicklung eines Medikamentes und eines Impfstoffs zu gewinnen. Im Blickpunkt stehen auch die Wirtschaft und soziale Auswirkungen.

Bereits heute wird der Technische Ausschuss im Großen Sitzungssaal des Rathauses stattfinden, weil dort der Abstand zwischn den personen größer gehalten werden kann als in der ursprünglich angekündigten Jägerkaserne.

Verwaltungsausschuss und Stadtrat kommen vorbehaltlich aktueller Entwicklungen in der kommenden Woche zusammen. Über weitere Sitzungen und Sitzungsorte soll kurzfristig informiert werden.

Oberbürgermeister Octavian Ursu begründet diese Vorgehensweise so: "Wir wollen als Stadtverwaltung handlungsfähig bleiben und wichtige Vorhaben weiterhin bearbeiten, ohne unsere Mitmenschen unnötig zu gefährden. Unter Beachtung strikter Vorsichtsmaßnahmen und körperlicher Abstandsregelungen kann uns dies auch in der jetzigen Situation gelingen."


Kommentar:

Eine gute Entscheidung. Während in der Bevölkerung anfangs – und teils noch heute – die Tendenz zu finden war, die Corona-Pandemie nicht ernstzunehmen, geraten manche Bürger nun in Hysterie, verbunden mit dem Vorwurf, es werde zu wenig für ihren Schutz getan. Dabei muss doch jedem klar sein: Schützen muss man sich vor allem selbst durch sein Verhalten – und wer sich selbst vor einer Ansteckung schützt, schützt damit zugleich auch andere.

In der Redaktion des Görlitzer Anzeigers haben wir den möglichen Pandemieverlauf durchgerechnet, die Eckdaten wie etwa die erwartete Ausbreitungsgeschwindigkeit (Verdopplung der Infektionszahl alle drei Tage) und Durchseuchung der Bevölkerung mit 60 bis 70% sind ja verfügbar. Demzufolge sollte sich das Leben spätestens im Mai wieder normalisieren, die wirtschaftlichen Folgen jedoch werden uns wohl länger begleiten und teils anhaltende Veränderungen mit sich bringen. Aber da sind die Grenzen zur Spekulation schnell übersprungen und aktuell ist bei allen Progniosen Vorsicht geboten.

Wichtiger ist es, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren: Ansteckungsrisiken vermeiden und trotzdem handlungsfähig bleiben. Wie das geht, machen die Görlitzer Gremien gerade vor,

meint Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red | Kommentar: Thomas Beier |
  • Erstellt am 18.03.2020 - 08:29Uhr | Zuletzt geändert am 18.03.2020 - 08:54Uhr
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