Cannabis – die neusten Informationen über Legalisierung, Probleme und wirtschaftliche Interessen

Cannabis – die neusten Informationen über Legalisierung, Probleme und wirtschaftliche InteressenGörlitz, 10. Dezember 2018. Seit letztem Jahr versucht vor allem Bautzen effektiv dagegen vorzugehen, als Drogenumschlagplatz zu gelten. Hier wurden in den letzten Jahren besonders viele Designerdrogen aus Polen und Tschechien verkauft. Bereits 2017 kam es zu ersten Erfolgen, als eine Drogenbande vor Gericht verurteilt wurde, die besonders mit der gefährlichen Droge "Crystal" gehandelt hatte. Diese Verurteilung wurde als großer Schritt und deutlicher "Schlag gegen Drogenhändler" betitelt. Zudem sollen künftig deutlich mehr Razzien durchgeführt werden, da diese bislang sehr erfolgreich verliefen. Besonders im Sommer soll die Zahl an Cannabis-Kontrollen wieder deutlich erhöht werden, um illegale Geschäfte zu verhindern und in Bezug auf den Drogenhandel das Image der Stadt langsam aber sicher wieder aufzuwerten. Jedoch ist dies nicht der einzige Weg, um das Problem zu bekämpfen. Der allgemeine Sachverhalt muss viel umfangreicher betrachtet werden und man muss sich auch einmal den allgemeinen Wandel in Deutschland zum Thema Cannabis genauer ansehen.
Abbildung: Hanf ist eine vielfältig verwendbare Pflanze, so für industrielle und medizinische Zwecke, zur Wärmedämmung und zur Energiegewinnung. Als Rauschmittel ist die Cannabis-Pflanze jedoch nur vermeintlich harmlos

Der Unterschied zwischen illegalem und ärztlich verordnetem Hanf

Der Unterschied zwischen illegalem und ärztlich verordnetem Hanf

Die verbreitete Ansicht, die Shisha-Rauchen mit Rauschmittelkonsum gleichsetzt, ist falsch. Dennoch: Rauchen bleibt in jeder Form ungesund

Thema: Drogen in Ostsachsen und Niederschlesien

Drogen in Ostsachsen und Niederschlesien

Die offenen Grenzen zu Polen und Tschechien haben das Drogenproblem in Ostsachsen verschärft. Insbesondere synthetische Drogen machen schnell abhängig und zerstören Gesundheit und Persönlichkeit.

Mittlerweile ist es möglich, Cannabis auch deutschen Apotheken zu erwerben, falls man ein gültiges Rezept dafür besitzt. So ist es für schwerkranke Menschen möglich, das Hanfprodukt völlig legal für therapeutische oder schmerzlindernde Zwecke zu verwenden. Bevor dieses Gesetz jedoch in Kraft getreten war, kam es jedoch zu einer deutlichen Warnung der Polizei: Es könne zu Problemen bei der Unterscheidung zwischen illegalem und legalem Cannabis kommen, da dies nur im Labor herausgefunden werden kann.

Dabei geht es darum, dass medizinisches Cannabis einen höheren Anteil an CBD (Cannabidiol-artige Phytocannabinoide) enthält, das die Wirkung des psychoaktiven THC (Tetrahydrocannabinol) und dessen unerwünschte Nebenwirkungen eindämmen kann. Der Nachweis des CBD-Gehalts wäre mit einem enormen Aufwand für sie Polizei verbunden und letztlich müsste der Steuerzahler die hohen Kosten für diese Tests tragen. Daher sollen Schnelltests Abhilfe schaffen. jedoch sind diese noch nicht perfekt und liefern daher nur zu unpräzise Ergebnisse bei der Messung des CBD-Gehaltes.

On der polizeilichen Praxis scheint es daher fast unmöglich zeitnah und eindeutig festzustellen, ob der Schmerzpatient sein Cannabis legal in der Apotheke oder irgendwo illegal erworben bzw. selbst gezüchtet hat. Es kündigt sich daher eine vermutlich nur schwer zu durchdringende Grauzone bei der rechtlichen Beurteilung der Konsumenten an.

Die Reaktion der Politik

Die Freigabe des Hanfes für medizinische Zwecke war ein deutliches Zeichen in der Cannabispolitik. Sogar konservative Parteien unterstützen mittlerweile diese Politik – immerhin stammt das neue Gesetzt sogar aus dem CDU-geführten Gesundheitsministerium und ist daher für viele ein deutlicher Wegweiser für die Zukunft.

Natürlich wird auch der wirtschaftliche Nutzen betrachtet, der ebenfalls ein wichtiger Faktor ist bei der Legalisierung ist. So ist in den USA die Legalisierung schon weit vorangeschritten – und das nicht nur im medizinischen Bereich, sondern auch für freie Zwecke. Der Jahresumsatz im Jahre 2017 beläuft sich dabei auf circa drei Milliarden Dollar, bis 2019 soll dieser Umsatz sogar auf zehn Milliarden Euro steigen. In Großbritannien findet man ähnliche Zahlen vor, obwohl das Cannabis dort ebenfalls nicht vollends legalisiert ist. Dort wird der Umsatz auf etwa fünf Milliarden Pfund geschätzt. Auch in Deutschland wird der mögliche Umsatz von Wirtschaftsexperten auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.

Aktuelle gesetzliche Lage

Bisher ist Cannabis in Deutschland eine klar illegale Pflanze und Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich verfolgt. Paradoxerweise lassen sich jedoch in Deutschland Hanfsamen etwa für Sammlerzwecke erwerben, da dies den europäischen Handelsrichtlinien entspricht. Nur der Anbau von diesen Samen ist eben verboten.

Es wird also noch eine Weile dauern, bis die wirtschaftlichen Möglichkeiten einer Legalisierung ausreichend genau analysiert sind und gegebenenfalls – unter Abwägung aller Umstände – die gesetzlichen Hürden in Deutschland überwunden werden. Zumindest ist ein Trend hin zur Legalisierung zu bemerken und das nicht nur unter den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch in der Politik.

Solange das Cannabis zum nichtmedizinischen Konsum jedoch noch illegal ist, sieht man andere Dinge sich einer immer höheren Beliebtheit erfreuen, wie etwa das Rauchen mit einer Shisha, wie es in Görlitz im Café Oriental auf der Nikolaistraße möglich ist. Der Shisha Tabak versetzt den Menschen zwar nicht in einen Rausch, ist aber wegen seiner großen Vielfalt an Geschmacksrichtungen sehr beliebt und sogar E-Shishas für unterwegs sind immer öfter anzutreffen.

In diesen Ländern ist der Konsum von Marihuana – teils mit Einschränkungen, insbesondere für Ausländer, über die sich Interessenten unbedingt erkundigen sollten – mittlerweile legal möglich:
  • USA (hängt von den einzelnen Bundesstaaten ab)
  • Niederlande
  • Tschechien
  • Uruguay
  • Kanada
  • Bangladesch

Teilen Teilen
Kommentare Lesermeinungen (0)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort
Weitere Artikel
 
  • Quelle: red | Foto Hanfblatt: TinaKru, Foto Mädchen mit Shisha: Anestiev / Christo Anestev, beide Pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 10.12.2018 - 12:13 Uhr
  • drucken Seite drucken