Zwei Gemälde wieder in Görlitz

Zwei Gemälde wieder in GörlitzGörlitz | Goldberg, 23. September 2022. Gestern Nachmittag hat Gustav Graf von Westarp, Bürgermeister der Stadt Goldberg, an den Görlitzer Bürgermeister Benedikt M. Hummel und Dr. Jasper von Richthofen, Direktor der Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur, zwei Porträtgemälde aus dem Jahr 1845, geschaffen vom Görlitzer Maler Gustav Adolph Kadersch, übergeben. Es sind die ersten Bilder von Kadersch, die in städtischen Besitz gelangen.

Abb.: Dr. Jasper von Richthofen (li.) und Bürgermeister Gustav Graf von Westarp bei der Übergabe der Gemälde im Historischen Bibliothekssaal des Barockhauses Neißstraße 30

Foto: Görlitzer Sammlungen

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Kollateraleffekt einer Tagung

Kollateraleffekt einer Tagung

Von links: Gustav Graf von Westarp, Kai Wenzel, Jasper von Richthofen und Benedikt M. Hummel im Gespräch über die Bilder

Foto: Görlitzer Sammlungen

Bislang schlummerten die beiden Portraitgemälde im Depot des Museums der mecklenburgischen Stadt Goldberg.

Die Heimkehr beider Bilder an ihren Enstehungsort ist Zufall. "Bei einer Tagung in Jena traf ich einen langjährigen Archäologenkollegen wieder, Dr. Fred Ruchhöft", erzählt Dr. Jasper von Richthofen, "Er ist Leiter des Museums in Goldberg und sprach mich auf die beiden Bilder an."

Der Weg der Bilder

Die Bilder gelangten als Schenkung einer Einwohnerin der Stadt Plau am See ins Museum von Goldberg. Da diese Bilder aber keinen Bezug zu Goldberg und den Sammlungsschwerpunkten des dortigen Museums haben, ist Dr. von Richthofen mit seinem Kollegen übereingekommen, die beiden Bilder in den Bestand der Görlitzer Sammlungen zu übernehmen.

Wichtige Ergänzung der Sammlung

"Die beiden Gemälde sind für die Görlitzer Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Entdeckung und für unsere Museumssammlung eine wertvolle Ergänzung", ist der Kunsthistoriker Kai Wenzel begeistert, "Denn bisher gab es keine Gemälde von Gustav Kadersch in unserem Bestand."

Um die Bilder jedoch ausstellen zu können, müssen sie restauriert und konserviert werden. Erst danach sollen die beiden Porträts im Barockhaus Neißstraße oder im Kaisertrutz gezeigt werden.

Ein bekannter Name

Die Inschrift auf der Bildrückseite verrät es: Portraitiert sind der Kantor Johann Gottlieb Hirche und seine Ehefrau Rosine Eleonora Hirche. Die Angaben sowie die Lebensdaten der beiden werden nun anhand historischer Unterlagen näher geprüft.

Gustav Adoph Kadersch, Kunstmaler

Kadersch wurde 1804 in Bernstadt a.d. Eigen geboren. Er studierte an der renommierten Dresdener Kunstakademie, gehörte aber jener Generation von Künstlern an, deren Möglichkeiten, mit Porträts Geld zu verdienen, durch die seit 1840 aufkommende Portraitfotografie zunehmend erschwert wurden. Daher musste er später seinen Lebensunterhalt auch als Zeichenlehrer am Görlitzer Gymnasium Augustum bestreiten. In Görlitz ist er vor allem für seine Stadtansichten bekannt, die die Stadt Görlitz in der Umbruchphase vom späten Biedermeier zur frühen Industrialisierung zeigen.

Da schau den Kadersch an!

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  • Quelle: red | Fotos: Görlitzer Sammlungen
  • Erstellt am 23.09.2022 - 12:26Uhr | Zuletzt geändert am 23.09.2022 - 13:06Uhr
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