Dean Read - der rote Elvis - und Bautzen
Bautzen. "Der Rote Elvis" - ein brandneuer Film über den amerikanischen Sänger und Schauspieler Dean Reed ist am Samstag, den 19.11.07 im Bautzener Cinestar zu sehen. Der aus Bautzen stammende Produzent Thomas Janze und der Dramaturg Peter Thiemann, ebenfalls gebürtiger Bautzner, werden für diese Vorstellung vor Ort sein und sich im Anschluss an die Vorführung den Fragen des Publikums stellen. Auch für Interviews stehen sie zur Verfügung. Die Veranstaltung beginnt um 20:15 Uhr.
Dean Reed prägte mit seinen Songs und DEFA-Filmen nicht nur das Leben einer ganzen Generation und so manches FDJ-Pfingsttreffen, sondern steht auch für ein eigenes Kapitel in der Kulturgeschichte der DDR.
Der Dokumentarfilm des Dresdner Regisseurs Leopold Grün porträtiert differenziert und mitreißend das Leben und die Zeit des amerikanischen Sängers und Sozialisten. Er zeichnet sein Wirken und Leben in der DDR, aber auch in Chile, der Sowjetunion und den USA nach und scheut sich dabei nicht, Widersprüche und Probleme aufzuzeigen. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Kunst und Politik geben Auskunft über ihre Begegnungen mit Dean Reed, darunter Armin Mueller-Stahl, Günter Reisch, Maria Moese und der ehemalige 1. Sekretär des Zentralrates der Freien Deutschen Jugend und Mitglied des ... und jedenfalls spätere Honecker-Politerbe Egon Krenz. Mit Wiebke Reed und Maren Zeidler kommt auch das private Umfeld zu Wort.
Als man am 17. Juni 1986 Dean Reed als Wasserleiche aus einem See nahe Ost-Berlin zieht, tritt eine der geheimnisvollsten Ikonen des Kalten Krieges von der Weltbühne. Dean Reed war befreundet mit Salvador Allende und Yasser Arafat, protestierte auf der ganzen Welt gegen Militär-Regimes und den Vietnamkrieg, drehte Spaghettiwestern in Italien, tourte als erster Amerikaner durch die Sowjetunion, sang Country-Schlager im DDR-Fernsehen und ließ sich mit einem Maschinengewehr im Libanon ablichten.
Er produzierte eine handvoll Singles - "Our Summer Romance" eroberte in Südamerika die Charts. Dean Reed war Cowboy und Entertainer, Teenie-Star und Frauenschwarm, Friedenskämpfer und Rebell, der unermüdlich mit seiner Gitarre um den Erdball reiste und dabei nicht nur seine eigenen Grenzen, sondern auch die ideologischen Blöcke herausforderte. Als er 1972 in die DDR zieht, ist Reed ein gefeierter Star des Sozialismus. Sein Mythos hat die Ära des Kalten Krieges überlebt.
Leopold Grün portraitiert den faszinierenden Quertreiber und balanciert geschickt die Episoden aus. Es gelang ein einfühlsamer und zugleich kritischer Film über eine zeitgeschichtliche Ausnahmeerscheinung zwischen politischem Engagement und Naivität.
Hingehen!
Aufführungen im Cinestar Bautzen
am 19. November 2007 um 20:15 Uhr (mit Gästen)
und am 21. November um 17:30 Uhr.
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- Quelle: /red
- Erstellt am 31.10.2007 - 23:59Uhr | Zuletzt geändert am 01.11.2007 - 00:32Uhr
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