Redaktionshund Rudi auf großer Fahrt

Redaktionshund Rudi auf großer FahrtGörlitz | Schwaderbach (Bublava), 21. Juli 2022. Von Thomas Beier. Redaktionshund Rudi Rabauke ist inzwischen im Alter von mehr als zwei Jahren ein richtig großer Junge geworden, Viele Flausen hat er – weitgehend – abgelegt. Oh Wunder – Rudi Rabauke kann jetzt sogar an kläffenden Fußhupen mit unbeirrtem Blick vorübergehen, während er hingegen Katzen noch immer zumindest hochinteressiert hinterherschaut. Offenbar ist das alles Gewöhnungssache, denn neuen Bewohnern im Umfeld der Redaktion begegnet Hundemann Rudi noch höchst aufgeregt, etwa dem Igel von gegenüber, der sich ab und an erfrecht, die Straße zu überqueren. Und dann hat auch noch morgens um drei Uhr ein Waschbär durchs Fenster geguckt – da war die Aufregung freilich groß.

Abb.: Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg getöteten Männer aus Schwaderbach an der Maria-Himmelfahrt-Kirche

Foto: © BeierMedia.de

Anzeige

Wer kennt Schwaderbach?

Wer kennt Schwaderbach?

Im Hintergrund der Turm der Maria-Himmelfahrt-Kirche

Foto: © BeierMedia.de

Thema: Woanders

Woanders

"Woanders" – das ist das Stichwort, wenn der Görlitzer Anzeiger auf Reisen geht und von Erlebnissen und Begegnungen "im Lande anderswo" berichtet. Vorbildliches, Beispielhaftes und Beeindruckendes erhält so auch im Regional Magazin seine Bühne.

Neulich ist Rudi im Redaktionsbus mit auf große Fahrt gegangen. Ziel war Schwaderbach, das heute Bublava heißt, im Westerzgebirge. Der Ort liegt gleich neben Klingenthal im vogtländischen Musikwinkel und ist heute ein prosperierendes Skigebiet – und genau deshalb kann man die Region im Sommer bestens genießen.

Vor Ort sind zwei Berge markant: im Norden der 936 Meter hohe Aschberg, dessen höchste Stelle – was kaum jemand weiß – auf Schwaderbacher Gemeindegebiet liegt. Im Süden lockt der 802 Meter hohe Bleiberg mit Aussichtsturm und Bergbaude. Für Ausflüge ist es hilfreich, Einheimische nach schönen Zielen zu befragen – mehr wird nicht verraten.

Wichtig für den Hund

Reisen im Bus statt im Pkw war für Rudi und die Redaktion eine neue Erfahrung, allerdings eine sorgfältig vorbereitete. So steht die Hundebox nun direkt über der angetriebenen Hinterachse, um Erschütterungen zu dämpfen jedoch auf einer dicken Platte aus Pappe, Schaumpolysterol und Filz.

Eine weitere Frage war die Klimatisierung. In der Fahrerkabine bekommt man einfach nicht mit, wie sich die Wärme hinten in Rudis Revier entwickelt. Zum Glück hat der Bus im Dach eine Gebläseentlüftung und es gibt eine zweite Klimaanlage, aber sicher ist sicher: Also ein elektronisches Wohnungsthermometer mit Außensensor angeklebt, nur dass das Thermometer mit Display im Fahrerhaus ist und der Sensor hinten beim Hund. Wenn der wüsste, welchen Aufwand man so treibt, damit es ihm gutgeht…

Dritter wichtiger Punkt – aber das wissen alle Hundebesitzer – war das Futter. Hier haben wir einen Vorrat an Deuka Tierfutter angelegt und mitgenommen, der sicherstellt, dass es zu keinem Futterwechsel kommt. Auf Futterwechsel können die Tiere emfindlich reagieren, was keineswegs mit der Qualität zu tun hat. In Anlehnung an ein Sprichwort könnte man sagen, was der Hund nicht kennt, das frisst er nicht.

Selbstverständlich hingegen sind die ständige Verfügbarkeit von Wasser und immer wieder Stopps mit der Möglichkeit zum Auslauf. Während der Pausen klettert Rudi allerdings am liebsten auf den Fahrersitz, legt die Pfoten aufs Lenkrad und fühlt sich wie ein Kapitän der Landstraße. Möge er nie herausbekommen, wie sich die Handbremse lösen lässt….

Schwaderbach, eine Entdeckung

Schwaderbach ist ein typischer Erzgebirgsort. Gegründet um 1600 als Köhlersiedlung zogen erst der für die erzgebirgische Region – heute übrigens die Karlsbader Region (Karlovarský kraj), die westlichste Region der Tschechischen Republik – typische Bergbau und dann die Baumwollspinnerei ein. Parallel entwickelte sich der Fremdenverkehr und Arbeit gab es auch im Musikinstrumentenbau.

Einen schweren Rückschlag in der Entwicklung des Ortes stellte die Vertreibung der deutschen Bevölkerung dar: Während Schwaderbach im Jahr 1930 noch deutlich mehr als 4.000 Einwohner hatte, waren es 1950 noch 675. Heute dürfte die Einwohnerzahl zwischen 350 und 400 liegen und viele der weitgehend original erhaltenen Häuser werden als Ferienhäuser genutzt.

Um die wichtigen Einrichtungen in Schwarderbach abzuzählen, braucht man nicht einmal die Finger einer Hand. Zu nennen ist die Maria-Himmelfahrt-Kirche mit der vom Förderverein Schwaderbach e.V. aus Aschaffenburg im Jahr 1995 restaurierten Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg umgekommenen Männer des Ortes. Dann kommen aber auch schon der Schwejk, die nicht weit von der Kirche entfernte kinderfreundliche Gaststätte mit Pension, und die auch Bleibergwarte genannte Gaststätte am Aussichtsturm auf dem Bleiberg.

Das heutige Bublava ist ein freundlich-entspanntes Örtchen, das zu Spaziergängen und Ausflügen in die Umgebung einlädt. Gewöhnungsbedüftig ist lediglich das tschechische System der Hausnummern, das offenbar pro Haus bis zu frei unterschiedliche Nummern kennt. Wer in Bublava zu einem bestimmten Haus will fragt besser an, welche der Hausnummern bei Google Maps akzeptiert wird. Wichtig für digitale Nomaden wie unsere Redaktion: LTE liegt prächtig an.

Kommentare Lesermeinungen (0)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort Weitere Artikel
  • Quelle: Thomas Beier | Fotos: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 21.07.2022 - 22:13Uhr | Zuletzt geändert am 22.07.2022 - 14:10Uhr
  • drucken Seite drucken
Anzeige