Ausstellung im Schlesischen Museum zeigt wiederentdeckte deutsche Inschriften in Schlesien

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Görlitz, 29. Januar 2026. Das Schlesische Museum zu Görlitz eröffnet am Freitag, den 30.01.2026, um 18:00 Uhr die Ausstellung „Zeichen der Zeit. Deutsche Inschriften in Schlesien“. Die Schau präsentiert Fotografien von Thomas Voßbeck aus Berlin und Texte von Dawid Smolorz aus Gleiwitz. Im Fokus stehen deutsche Schriftzüge im öffentlichen Raum Schlesiens, die nach 1945 im Zuge der Entdeutschung entfernt werden sollten. Heute werden viele dieser Inschriften durch abbröckelnden Putz wieder sichtbar oder sind als Steinmetzarbeiten und Metallgestaltungen erhalten geblieben.

Das grafische Leitmotiv der Ausstellung zeigt ein Haus in Gorek (Górki) bei Oppeln mit der Inschrift "Gott mit uns" auf dem Dach. Im späten 19. und im frühen 20. Jahrhundert waren in den ländlichen Gebieten um Oppeln mit Kreuzen oder Schriftzügen dekorierte Dächer keine Seltenheit. Die Dachziegel bildeten Initialen der Hausbesitzer oder kurze Texte, die sich auf Gottes Vorsehung bezogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erzwangen die polnischen Behörden die Entfernung solcher deutschsprachigen Aufschriften. Das Haus in Gorek wurde 1906 von den Großeltern der jetzigen Besitzer erbaut. Während der gesamten kommunistischen Zeit musste die Inschrift auf dem Dach immer wieder mit einer Farbschicht überdeckt werden. In Friedrichsfelde (Rzędów) wurde die Anordnung der Behörden umgesetzt, indem die Dachziegel anders gelegt wurden, um den Schriftzug zu entstellen und damit unlesbar zu machen.

Foto: Thomas Voßbeck

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Podiumsdiskussion und Fachgespräche zum Auftakt

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Bildquelle: Schlesischen Museum zu Görlitz 

Die Eröffnung am Freitag, den 30.01.2026, umfasst eine deutsch-polnische Podiumsdiskussion. An dieser nehmen neben dem Kurator Dawid Smolorz und dem Fotografen Thomas Voßbeck auch Lucjan Dzumla vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit sowie Daniel Gibski, der Landesbeauftragte für Denkmalschutz der Woiwodschaft Niederschlesien, teil. Das Gespräch thematisiert den Umgang mit dem deutschen Kulturerbe und die Reaktionen auf die wieder zum Vorschein gekommenen Texte.


Am Samstag, den 31.01.2026, folgt um 11:00 Uhr eine Führung mit Gespräch in deutscher Sprache. Hierbei erläutern Smolorz und Voßbeck ihre langjährige Dokumentationsarbeit. Um 15:00 Uhr bietet Dawid Smolorz eine weitere Führung in polnischer Sprache an. Den Abschluss des Eröffnungswochenendes bildet am Sonntag, den 01.02.2026, um 15:00 Uhr eine deutsch-polnische Einführung durch die Organisatorin Agnieszka Bormann.


Dokumentation und regionalgeschichtliche Relevanz


Die Exponate verdeutlichen, wie deutsche Inschriften heute Neugier und Emotionen wecken. Die Kooperation zwischen dem Regionalforscher Smolorz und dem Fotografen Voßbeck hält fest, wie diese Relikte als Teil der schlesischen Identität wahrgenommen werden. Der deutsch-polnische Diskurs wird im Rahmen des Begleitprogramms bis September 2026 fortgesetzt.


Besucherinformationen und Programm


Der Eintritt zu den Veranstaltungen am Freitag und Sonntag ist frei. Für die Führungen am Samstag wird eine Gebühr von 3 Euro zuzüglich zum Ausstellungsticket von 4 Euro erhoben. Weiterführende Informationen zum Programm und zur Ausstellung sind unter https://www.schlesisches-museum.de/kulturreferat/zeichen-der-zeit abrufbar.

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  • Quelle: red / PM Schlesisches Museum zu Görlitz vom 26.01.2026
  • Erstellt am 29.01.2026 - 11:30Uhr | Zuletzt geändert am 29.01.2026 - 11:38Uhr
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