Münster im Schnee

Münster im SchneeGörlitz | Münster, 9. Februar 2021. Von Thomas Beier. Die Schneemengen, die Deutschland in diesen Tagen zwischen dem Münsterland und der Oberlausitz bedecken, rufen Erinnerungen wach. Damit ist nicht nur das legendäre "Potzblitz und Schneegestöber!" des Herrn Fuchs aus dem Sandmännchen des Kinderfernsehens gemeint, sondern die Winterreisen aus der Vor-Corona-Zeit.

Münster im Tiefschnee: Wer hat sowas schon erlebt?

Foto: Sabrina Jansing

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Ein Plädoyer für Urlaub in Deutschland

Ein Plädoyer für Urlaub in Deutschland

Wird Münster von der Radfahrerhauptstadt zur Skifahrerhauptstadt?

Foto: Sabrina Jansing

Thema: Woanders

Woanders

"Woanders" - das ist das Stichwort, wenn der Görlitzer Anzeiger auf Reisen geht und von Erlebnissen und Begegnungen "im Lande anderswo" berichtet. Vorbildliches, Beispielhaftes und Beeindruckendes erhält so auch im Regional Magazin seine Bühne.

Gelegentlich hatte der Görlitzer Anzeiger aus dem Land "Woanders" berichtet und damit Leserinnen und Leser auch außerhalb der Region Görlitz gewonnen. So stieß im Januar der Artikel über die Hungerbäume bei Lesern und Redakteuren in Dorfen bei München auf Interesse und in den Jahren zuvor freute sich nicht nur der ADAC in Münster über Nachrichten aus dem Münsterland.

Gerade weil die Corona-Pandemie und jetzt auch noch das Wetter alle Reisepläne ausgebremst haben, soll "Woanders" wieder mehr Geltung bekommen. Aus Münster hat Leserin Sabrina Jansing aktuelle Bilder geschickt. Die Stadt, in der man in der Vergangenheit durchaus zweifelnd angeschaut wurde, wenn man von Winterreifen sprach – "Wozu braucht man das?" – ist im Schnee versunken. Die Kältewelle und die Schneefälle haben die heimliche Radfahrerhauptstadt lahmgelegt, selbst der Busverkehr war eingestellt worden. Dass selbst im absoluten Flachland Autos in der Stadt nicht mehr vorankommen, dürfte für die meisten Münsteraner eine neue Erfahrung sein. Auch anderenorts in Deutschland ist das Winterwetter für jüngere Kinder wohl das erste Mal, dass sie einen richtigen Winter erleben.

Reiseziel Münsterland

Münster und das Münsterland sind, sobald sich das Leben wieder normalisiert hat, ein vortreffliches Urlaubsziel. In der Stadt locken Geschichte und Architektur und überall in der Region Ausflugsziele und die Gasthöfe als Ausdruck westfälischer Lebenart, nicht zuletzt ist es bis in die Niederlande – ein Tipp ist der Markttag in Enschede – oder in den quirligen Ruhrpott mit seiner vielfältigen Kulturszene nur ein Katzensprung. Übrigens ist Münster auch aus wirtschaftlicher Sicht interessant: Ohne nennenswerte Industrie – den unübersehbaren Farbenproduzenten Brillux selbstredend ausgenommen – steht die Stadt dennoch gut da, auch in der Pandemie liegt die Arbeitslosenquote bei moderaten reichlichen fünf Prozent.

Wer mit dem Auto von Görlitz nach Münster fährt, hat drei etwa gleich lange Pisten zur Auswahl:


    • Über die A2 vorbei an Hannover und Osnabrück sind es 651 Kilometer. Allerdings steht diese Autobahn im Ruf besonders vieler Unfälle.

    • Wer die A38 bevorzugt, fährt durch die landschaftlich schöne Goldene Aue vorbei am Kyffhäusergebirge und später durch Kassel, um kurz vor Dortmund am Kreuz Unna auf die A1 abzubiegen und schnurstracks in Richtung Norden nach 655 Kilometern Gesamtfahrstrecke nach Münster zu gelangen. Wegen der klar gegliederten und überschaubaren "Etappen" vergeht auf dieser Strecke die Reisezeit am schnellsten.

    • Über Kassel führt die Strecke ebenfalls, wenn man die A4 bevorzugt. Nutzt man ab Bad Hersfeld die A7 in Richtung Kassel, sind es 685 Kilometer. Tipp: Wer ab Eisenach auf der zunehmend besser ausgebauten B7 fährt, braucht nur 648 Kilometer abzuspulen.

Wobei: Eigentlich sollte es doch nicht nur darum gehen, die Kilometer "abzuspulen", sondern das Reisen zu genießen. Abstecher locken Nahe der Autobahn allerorten, etwa das Kyffhäuser-Denkmal an der A38 oder die Klassiker-Stadt Weimar an der A4, um nur zwei Beispiele zu nennen. Wer für seine Reise den Google Routenplaner nutzt, kann nicht nur den Zielort, sondern auch die Stationen auf dem Weg dorthin erkunden. Für den Bedarfsfall sind bei diesem Routenplaner auf Google Maps wichtige Informationen zusammengefasst, so Restaurants und wo es Speisen zum Mitnehmen gibt, Apotheken und Krankenhäuser, Post- und Bankfilialen, Tankstellen, Rast- und Parkplätze. Ebenso finden sich Attraktionen, Museen, Veranstaltungen und Parks, die an der Strecke und im Zielort liegen.

Nur ein Urlaub reicht nicht

Es wäre doch wirklich tragisch, in Münster zu sein und das Picasso-Museum, den Mühlenhof oder den Allwetter-Zoo, wo man der Holzkunst aus Turisede bei Görlitz begegnen kann, zu verpassen! Google kennt mehr als dreißig Museen allein in Münster – ein Urlaub dürfte also gar nicht ausreichen, um wenigstens die Exoten wie das Lepramuseum oder das Museum für Lackkunst zu besuchen.

Und dann gab es in Münster ja auch noch die Wiedertäufer, von denen noch heute drei Käfige der Lambertikirche, in denen die Überreste der Anführer den Vögeln zum Fraß überlassen wurden, künden. Vom Ende des Dreißjährigen Krieges hingegen kündet das nahe der Lambertikirche gelegene Rathaus des Westfälischen Friedens, der in Münster und Osnabrück mit mehreren Verträgen unter Dach und Fach gebracht wurde. Spannender kann man Geschichte kaum begegnen!

Urlaub in Deutschland macht Spaß und Urlaubsregionen außerhalb der klassischen Ziele an den Küsten und in den Gebirgen wollen entdeckt sein. Wer in Münster den Görlitzer Anzeiger liest könnte jetzt glatt auf die Idee kommen, den nächsten Urlaub in der Oberlausitz und Niederschlesien mit Görlitz als Hauptquartier zu planen. Wo das überhaupt ist? Der Google Routenplaner weiß sogar das.

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  • Quelle: Thomas Beier | Fotos: Sabrina Jansing
  • Erstellt am 09.02.2021 - 09:03Uhr | Zuletzt geändert am 09.02.2021 - 09:53Uhr
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