Geführt durch die Görlitzer Sammlungen

Geführt durch die Görlitzer SammlungenGörlitz, 29. Juni 2020. Die Görlitzer Sammlungen bieten ab dem 1. Juli 2020 wieder Führungen in ihren Häusern an. Begleitet von fachkundiger Erklärung kann man als Führungsteilnehmer das Biblische Haus, die aktuelle Sonderausstellung im Kaisertrutz und die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften erkunden.

Das Biblische Haus auf der Neißstraße

Archivbild: © BeierMedia.de

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Thema: Ausstellungen in Görlitz und Umgebung

Ausstellungen in Görlitz und Umgebung

Görlitz verfügt nicht nur über fast 4.000 Baudenkmale, sondern ist eine Stadt der Museen und Ausstellungen. Hier befinden sich beispielsweise das Kulturhistorische Museum, das Schlesische Museum zu Görlitz, das Museum der Fotografie und das Senckenberg Museum für Naturkunde, im polnischen Teil der Europastadt das Lausitz-Museum. Darüber hinaus gibt es häufig Sonderausstellungen an anderen Orten, auch im Umland der Stadt.

    • Führung durch das Biblische Haus
      Einblick in eines der schönsten Görlitzer Hallenhäuser
      Freitag, 3. Juli 2020, 11 Uhr, und bis zum 30. Oktober 2020 regelmäßig freitags 11 Uhr,
      Treffpunkt: Kasse Barockhaus Neißstraße 30, 02826 Görlitz
      Zu berappen sind pro Person dreieinhalb Euro.

      Das in den Jahren 1570 bis 1572 für den Waidhändler Hans Heinze errichtete Biblische Haus steht in seiner Anlage beispielhaft für das Görlitzer Handelshaus des 16. Jahrhunderts. Namensgebend waren die straßenseitig angebrachten Fassadenreliefs, die Szenen aus dem Alten und aus dem Neuen Testament darstellen. Das Sitznischenportal hebt sich durch die flankierenden Säulen von anderen Görlitzer Portalen dieses Typs ab.

      Von einer gewölbten Eingangshalle führt der Weg über die Treppenhalle in die oberen Geschosse. Im ersten Zwischengeschoss befindet sich ein prächtiger Renaissancesaal mit einer historischen, farbig gefassten Holzbalkendecke.
      Daran schließt sich ein gewölbter Raum an, der – wie in anderen Görlitzer Häusern auch – als Aufbewahrungsort für wertvolle Gegenstände und Dokumente gedient haben könnte. Von einem Vorgängerbau stammt ein ungewöhnlicher, fast quadratischer Gewölberaum im Erdgeschoss, der mit einem auf einer Mittelstütze ruhenden Kreuzgewölbe ausgestattet ist und wohl aus dem 14. Jahrhundert stammt.

      Heute befinden sich im Biblischen Haus die Mitarbeiter-Büros des Kulturhistorischen Museums und der Kulturverwaltung der Stadt Görlitz.

    • Sonderausstellung Abenteuer Neiße. Geschichten am Fluss
      Kuratorenführung mit Jan Bergmann-Ahlswede
      Sonntag, 5. Juli 2020, von 15 bis 16Uhr,
      Kaisertrutz, Platz des 17. Juni 1, 02826 Görlitz
      Jeder Teilnehmer zahlt acht Euro, ermäßigte Führungsteilnehmer lediglich fünfeinhalb.

      Das Kulturhistorische Museum Görlitz folgt den historischen Spuren des Menschen entlang der Neiße und fängt interessante Orte und Geschichten ein, die uns von seinem Wirken in der Flusslandschaft erzählen. Die Partnerausstellung im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz widmet sich der Neiße als vielfältigem Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

      Beide Görlitzer Museen bieten Besuchern mit der Eintrittskarte eines Hauses in dem jeweils anderen Museum eine Ermäßigung. Ermäßigung gewähren die Görlitzer Sammlungen auch Besuchern, die im Kaisertrutz eine gültige Monatskarte der Görlitzer Verkehrsbetriebe vorlegen.

    • Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften
      Führung durch den historischen Bibliothekssaal
      Ab Montag, 6. Juli 2020, an jedem Montag um 11 Uhr,
      Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften, Handwerk 2, 02826 Görlitz
      Pro Person kostet das fünf Euro, emäßigt dreieinhalb.

      Für die Mitglieder der 1779 gegründeten Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften war eine Bibliothek selbstverständlich. Werke zu Geschichte, Ökonomie, Naturgeschichte und Philosophie spiegeln das Profil der Gelehrtenvereinigung wider. Geschichte und Landeskunde der Region zwischen Dresden und Breslau (Wrocław) bildeten später den Sammlungsschwerpunkt. 1801 verfügten die Gesellschaftsgründer Karl Gottlob von Anton und Adolf Traugott von Gersdorf, dass nach ihrem Tod ihre Privatbibliotheken der Gesellschaft übereignet werden sollten. Schriftentausch, Geschenke und Ankäufe ließen den Bestand inzwischen auf rund 150 000 Bände anwachsen. Ab 1943 wurden die Sammlungen kriegsbedingt verlagert, wertvolle Handschriften, Inkunabeln und Drucke wurden in Orte östlich der Neiße gebracht. Die heutige Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften entstand 1951 durch die Zusammenlegung der Milich’schen Bibliothek und der historischen Gesellschaftsbibliothek. Sie hat ihren Sitz im Richard-Jecht-Haus, in dem ein moderner Lesesaal und umfangreiche Freihandbestände zur Verfügung stehen.

      Der historische Büchersaal kann auch zu den regulären Öffnungszeiten des Kulturhistorischen Museums Görlitz – Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 17 Uhr, Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr) im Barockhaus Neißstraße 30 besichtigt werden.

Damit sich niemand ansteckt

Die Zahl der Teilnehmer an den Führungen wird stärker begrenzt als üblich. Teilnahmelustige sollten sich vorab informieren und die Möglichkeit der telefonischen Voranmeldung unter 03581 67-1410 nutzen. Bei den Führungen ist eine Mund-Nase-Abdeckung zu tragen und der Mindestabstand von anderthalb Metern einzuhalten.

2 für 1 im Barockhaus und im Kaisertrutz

Die Görlitzer Sammlungen sind in diesem Jahr Partner der Sommer-Erlebnis-Card für Dresden und Umgebung. Mit der Sommer-Erlebnis-Card zahlen zwei Personen nur einmal Eintritt. Das Angebot gilt vom 1. Juli bis zum 31. August 2020 für das Barockhaus Neißstraße 30 und den Kaisertrutz, die Teilnahme an Führungen oder Veranstaltungen ist jedoch davon ausgeschlossen.

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  • Quelle: red | Foto: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 29.06.2020 - 07:21Uhr | Zuletzt geändert am 29.06.2020 - 08:20Uhr
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