Görlitzer WG muss sich trennen

Görlitzer WG muss sich trennenGörlitz, 26. Januar 2019. Südamerika in Görlitz? Ja, das gibt es im Vivarium des Senckenberg Museums für Naturkunde. Dort lebt in einem Wasserbecken eine illustre WG, deren auffälligste Bewohner ein verliebtes Pärchen Schwarzer Süßwasserstechrochen ist. Weitere Mitbewohner sind Augenfleckbuntbarsche und Stirnlappenbasilisken. Doch nun heißt es Abschied nehmen von den Rochen, denn die ziehen um in eine größere nasse Wohnung.
Abbildung: Vivarienleiter Dipl.-Biologe Thommas Lüncke mit den beiden Schwarzen Süßwasserstechrochen, die gestern auf die Reise gegangen sind

Görlitzer Stechrochen ziehen nach Karlsruhe um

Die beiden Stechrochen gehören zweifelsohne zur Görlitzer Promi-Szene, jedem Besucher sind sie beim Betreten des Lebendtierbereichs sofort in Auge gesprungen, zu Glück nur sinnbildlich. Ihre Heimat haben Süßwasserstechrochen ausschließlich in den tropischen Zonen Süd- und Mittelamerikas, wo sie jedoch nur in Flüssen, die in den Atlantik oder in die Karibik münden, leben.

Vor reichlich neun Jahren hatte sie der Vivarienleiter und Diplom-Biologe Thomas Lübcke sie aus privater Haltung von Hannover nach Görlitz geholt. Damals waren die Knorpelfische, die einer fliegenden, äh, schwimmenden Untertasse nicht unähnlich sind, gerade mal ein halbes Jahr alt und mit 20 Zentimetern Durchmesser noch klein. Inzwischen aber sind sie aus ihrem Schaubecken herausgewachsen, es wird zu eng für sie. Offenbar ist in Karlsruhe der Wohnungsmarkt für Fische noch günstig, jedenfalls sind sie gestern ins Vivarium des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe umgezogen, wo sie deutlich mehr Platz haben.

Der Abschiedschmerz hält sich bei Lübcke nicht nur wegen der besseren Wohn- und Lebensbedingungen in Karsruhe in Grenzen, sondern auch, weil das Rochenleben in Görlitz weitergeht. "Immerhin haben sie vorher noch für Nachwuchs gesorgt", freut sich der Naturwissenschaftler. Im März 2018 waren fünf Jungtiere zur Welt gekommen, von denen zwei die Plätze ihrer Eltern im Görlitzer Südamerikabecken einnehmen werden, sobald sie groß genug sind.

In Karlsruhe werden die erwachsenen Görlitzer Schwarzen Süßwasserstechrochen auf Artgenossen treffen und sich, wie die Görlitzer Naturwissenschaftler hoffen, bald wieder vermehren. Ob sie einander treu bleiben?

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  • Quelle: red | Foto: © Dr. Christian Düker, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
  • Zuletzt geändert am 26.01.2019 - 07:27 Uhr
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