Junge Kunst in der Oberlausitz

Junge Kunst in der OberlausitzKirschau-Schirgiswalde, 25. Februar 2018. Von Thomas Beier. Es gibt Leute, die sind tollkühn. Dazu gehört Hellfried Christoph: Nicht genug, dass er die "Galerie FLOX" in Kirschau, mitten in der Prärie 20 Autominuten südlich von Bautzen, etabliert hat, inzwischen gibt es eine FLOX auch in Dresden – Stadt und Land stärker verbinden will Christoph damit. Doch wahre Kühnheit kennt keine Grenzen. Neuester Coup des Galeristen ist eine Ausstellung von Studenten der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) Dresden und einer frischgebackenen Diplomantin der Burg Giebichenstein in Halle (Saale). Sie alle behandelt Christoph wie gestandene Künstler, wohl nicht immer zur Freude von Leuten, die sich am "gestanden sein" angekommen fühlen.
Abbildung oben: Diese unscheinbare Tür führt in die Ausstellungswwelt der Galerie FLOX

Nähe und Distanz: sehenswerte Ausstellung "dududuSieSieSie" in der Galerie FLOX

Nähe und Distanz: sehenswerte Ausstellung "dududuSieSieSie" in der Galerie FLOX

Große Bühne für junge Kunst in der FLOX: Als Andenken verteilte Hellfried Christoph Schlüsselbänder, einst gewebt im heutigen Friese

Thema: Woanders

Woanders

"Woanders" - das ist das Stichwort, wenn der Görlitzer Anzeiger auf Reisen geht und von Erlebnissen und Begegnungen "im Lande anderswo" berichtet. Vorbildliches, Beispielhaftes und Beeindruckendes erhält so auch im Regional Magazin seine Bühne.

Der Bautzner Anzeiger hatte die Vernissage vom 23. Februar 2018 angkündigt und die im Friese, einem nach dem Erbauer benannten alten Textilindustriebau, angesiedelte FLOX-Galerie erlebte, was jeden Veranstalter freut: Zusätzliche Stühle mussten herangeschafft werden.

Hellfried Christoph ließ es sich nicht nehmen, jeden der Künstler vorzustellen und nach dem Studentenleben zu befragen. Erstaunliches bekam das Publikum zu hören, so vom klar strukturierten Tag der Kunstmaler: Sechs Uhr aufstehen, von acht bis Sonnenuntergang im Atelier, dann Inspiration tanken in der Bar; über die Nacht schweigt des Studenten Höflichkeit.

Des Lobes voll waren die Studenten für ihren Prof an der HfBK: "Bei Prof. Ralf Kerbach kann man machen, was man will". Das Bedarf einer Anmerkung: Das macht Kunst aus, allerdings nicht unter der Maßgabe, irgend etwas zu machen. Der Ausstellungstitel "dududuSieSieSie" ist im Umgang mit dem Professor entstanden. Freilich wird die Respektsperson gesiezt, doch in der Auseinandersetzung mit der Kunst rutscht schon das du heraus, um sich wieder zum sie zu korrigieren – ein schönes Gleichnis für Nähe und notwendige Distanz.

Was im Schutzgebiet der akademischen Kunst entstanden und nun in der FLOX zu sehen ist, setzt einen spannenden Ausgangspunkt: Wie werden sich die Künstler entwickeln? Manche haben noch ein paar Semester – möglichst viele – vor sich, anderen stehen kurz vorm Abschluss, den Dipl.-Bildhauerin Luise Rüdiger, die bei Prof. Bruno Raetsch an der Burg Giebichenstein in Halle (Saale) studiert hat, ganz frisch in der Tasche hat. Noch scheint ihr Weltblick voller Neugier und unbesorgt, was da noch kommt, dürfte Überraschungen bergen. Überraschend ist der in der Galerie FLOX gezeigte Querschnitt studentischen Schaffens schon jetzt.

Prädikat: Unbedingt hingehen!
Bis Sonntag, 6. Mai 2018,
mittwochs, sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr
und nach individueller Absprache.
Art Factory FLOX Kirschau,
Friesestraße 31, 02681 Schirgiswalde-Kirschau

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  • Quelle: Thomas Beier | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 24.02.2018 - 23:17 Uhr
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