Tag des geschlossenen Denkmals in Görlitz
Görlitz, 11. September 2016. Von Thomas Beier. Der Tag des offenen Denkmals: Wenn es eine Hauptstadt dafür gäbe, dann wäre es sicherlich Görlitz mit seinen rund 4.000 Baudenkmalen (sorry Augsburg, wo heuer die bundesweite Eröffnung des Denkmal-Tages stattfand). Entsprechend erfolgreich verlief der Tag in der Neißestadt, wenn auch die Hitze mit mehr als 30 Grad Celsius vielleicht manchen davon abhielt, sich in die Stadt zu begeben. Doch nicht jedes Denkmal war zugänglich, so blieb auch das berühmte "Bonehaus" auf dem Obermarkt 26 verschlossen. Doch der Dichter Steeven Fabian Bonig, genannt Bone, war in der Stadt unterwegs und brachte gegenüber dem Görlitzer Anzeiger ein wenig Licht in die Gerüchte rund um das Schicksal dieses markanten, vor allem aber in seiner historischen Substanz authentischen Hauses. Abbildung oben: Der Görlitzer Dichter Steeven Fabian Bonig ist in der Geschichte der Stadt Görlitz bewandert und stellt deren Werden gern in größere, aber auch detaillierte historische Zusammenhänge. Seit einiger Zeit eskaliert ein Streit mit dem Vermieter des "Bonehauses", das vor allem bei Touristen als Geheimtipp gilt und in seiner Einzigartigkeit weltweite Anerkennung findet.
Das Schicksal ruht in der Schublade
Detail des "Bonehauses" am Görlitzer Obermarkt: Wer die Liebe zu einem Denkmal predigt, erntet nicht unbedingt Gegenliebe.
Seit ziemlich genau zehn Jahren kümmert sich Bonig um das Haus am Obermarkt, das er auch als Mieter nutzt. Doch ganz offenbar war sein Engagement, weitergehende Bauschäden zu vermeiden, mangels Unterstützung durch den Eigentümer von vornherein zum Scheitern verurteilt. Zum Schluss hatte der Eigentümer versucht, den Mietvertrag mit dem geschichtlich bewanderten Dichter zu kündigen - "Unwirksam", wie der kommentiert. Doch nun will der in breiten Kreisen beliebte Bonig die Handlung wieder an sich reißen: "Das abschließende Schreiben an den Eigentümer liegt in der Schublade." Zugleich bittet er den Görlitzer Anzeiger, den Inhalt dieses Schreibens noch nicht öffentlich zu machen. Das betrifft auch seine weitergehenden Pläne, die für alle historisch-künstlerisch Interessierten überaus spannend sind. Kommentar: Nein, ich bin nicht in Görlitz aufgewachsen, deshalb in den Augen der Alteingesessenen, die allerdings oft genug selbst nur Flüchtlinge oder deren Nachfahren sind, kein richtiger Görlitzer. Aber ich kenne und liebe das Bonehaus. Und ich finde es schade, dass diese an Baudenkmalen reiche Stadt es nicht schafft, wenigstens ein Gebäude als authentischen Ort, mit allen Spuren der Geschichte, zu erhalten. Schon wird die Neue Synagoge glattsaniert, einem Disneyland gleich. So wird das schlechte Gewissen über den nachlässigen Umgang mit dem Gebäude seit 1945 ausradiert, nicht wahr, liebe neue und Ex-Genossinnen und -Genossen samst Blockflöten inklusive? Rothenburg ob der Tauber 2.0 in der ostsächsischen Provinz. Wenn das Haus Obermarkt 26 eines Tages zu einem weiteren, ach so schön sanierten gastronomischen Touristen-Abfertigungsort verkommen sollte, kann ich nur eines garantieren: Betreten werde ich es nie wieder. Ihr Harry Haller Mehr: Schönes vom Tag des offenen Denkmals 2016 in Görlitz hat die Ortspresse veröffentlicht.
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- Quelle: Thhomas Beier | Kommentar: Harry Haller | Fotos:© Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 11.09.2016 - 17:18Uhr | Zuletzt geändert am 17.02.2025 - 18:05Uhr
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