Görlitzer Wissenschaftler an die TU Dresden berufen

Görlitz | Dresden, 2. Juli 2016. Die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange hat am 30. Juni 2016 drei Wissenschaftler des Görlitzer Senckenberg Museums, eines Instituts der Leibniz Gemeinschaft zu Professoren an die Technische Universität Dresden (TUD) berufen: Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Ansorge, Prof. Dr. Willi Xylander und - frischgebackener Professor - PD Prof. Dr. Karsten Wesche.
Abbildung: Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Ansorge, am Görlitzer Seckenberg Museum Abteilungsleiter Zoologie, im Feldeinsatz. Als Sektionsleiter Mammalogie (Säugetierkunde) darf er sich die Mücken mit dem Räucherstäbchen in der linken Hand vom Hals halten. Für die Mückenforscher unter den Entomologen (Insektenkundler) wäre das undenkbar. Doch Mücken stehen gar nicht im Fokus der Görlitzer, die sich neben den Säugetieren auch mit Weichtieren, speziell Schnecken, und bei den Fluginsekten vor allem mit Ameisen befassen.

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Studenten lernen bei den Praktikern von der Pike auf

Für den Biologen PD Prof. Dr. Karsten Wesche ist dies die erste Professur. Er ist Abteilungsleiter für Botanik am Görlitzer Naturkundemuseum, und erhielt die Professur für Biodiversität der Pflanzen. Prof. Dr. Willi Xylander, der Direktor des Museums und Abteilungsleiter für Bodenzoologie ist bereits Professor an der Universität Leipzig und Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Ansorge, Abteilungsleiter für Allgemeine Zoologie am Museum, an der Hochschule Zittau/Görlitz. Xylander erhielt die Professur für Spezielle Zoologie der Wirbeltiere und Ansorge für Spezielle Zoologie der Wirbeltiere der Universität Dresden.

Im Rahmen ihrer Professuren lehren die drei Biologen in den Studiengängen Biodiversity & Collection Management und ab Wintersemester 2016/17 auch im Studiengang Biodiversity & Ecosystem Services am Standort Görlitz des Internationalen Hochschulinstituts der TUD. Der Studiengang Biodiversity & Collection Management ist weltweit einmalig, denn er kombiniert biologische Expertise mit der Fähigkeit, eine Museumssammlung anzulegen, zu betreuen und fachlich zu erweitern. Diese Sammlungen bilden als Archive des Lebens die Grundlage für taxonomische - also sich mit der Vielfalt der Arten, ihrer Beschreibung und wissenschaftlichen Einordnung befassenden - Fragestellungen sowie für ökologische Untersuchungen.

Die Studenten lernen direkt bei den Museumswissenschaftlern die Vielfalt der Organismen auf der Erde kennen - von den Plattwürmern bis zu den Säugetieren und von den Pilzen bis zu den Bäumen. Aber auch Fossilien und Geologie stehen auf dem Lehrplan. Im Rahmen des Studiums werden die Studenten in aktuelle Forschungsprojekte einbezogen und erlernen so von der Pike auf, wie man Organismen in die Museumssammlungen einarbeitet und dadurch für die Zukunft verfügbar hält. Schwerpunkt der Lehre in Zittau werden Aspekte des Naturschutzes, der Umweltanalytik, der Genetik und des Projektmanagements sein. Wer möchte, kann im Anschluss an das viersemestrige Studium eine Promotion anschließen.

Ein spannendes Museum!

Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz: Öffnungszeiten und Preise
Informationen für Besucher: Tel. 03581 - 4760-5220

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  • Quelle: red | Foto ganz oben: © Seckenberg, drei Einzelportrais: Sven Tränkner (nachträglich montiert)
  • Erstellt am 02.07.2016 - 07:09Uhr | Zuletzt geändert am 02.07.2016 - 08:18Uhr
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