Wie die Zeit im eigenen Garten die Gesundheit beeinflussen kann

Wie die Zeit im eigenen Garten die Gesundheit beeinflussen kannGörlitz, 26. Februar 2022. Die Zeit im eigenen Garten beeinflusst die Gesundheit positiv, zu diesem Ergebnis kamen in den letzten Jahren mehrere Studien, so etwa eine der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, Wien. Unterm Strich wird bestätigt, dass die Gartenarbeit mit einer besseren Lebensqualität in Verbindung steht: Gartenarbeit macht glücklich, gesund und lässt sich gar als Therapie bei Erkrankungen einsetzen.

Abb.: Ob nun aktives Gärtnern oder der Garten als privater Ort zum Ausspannen – der Gesundheit tut beides gut

Foto: Alexander Fox | PlaNet Fox, Pixabay License

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Der Garten – ein Turbo für die Lebensqualität

Manch eingefleischter Gartenbesitzer wird nun in Bezug auf die Gesundheit kommentieren: "Das sage ich schon immer!" Viele Kleingartenvereine in Sachsen haben freie Parzellen, wenn sie aber ihr etwas angestaubtes Image ablegen, entdecken gerade junge Familien ihre Freude am eigenen Garten. Wie man mit einem Garten an Lebensqualität gewinnt, welche Vorteile tatsächlich entstehen und was zu tun ist, dafür hat sich der Görlitzer Anzeiger interessiert.

Wirkung gegen Stress

Nach einem stressigen Erlebnis gilt es, den Körper wieder herunterzufahren. Hierfür gibt es die unterschiedlichsten Wege. Eine niederländische Studie hat in diesem Zusammenhang die Gartenarbeit untersucht und herausgefunden, dass die Gartenarbeit wesentlich besser Stresserscheinungen abbaut, als würde man etwa lediglich ein Buch lesen. Hintergrund: Bakterien im Boden tragen zur Stressbekämpfung bei. Es wurde festgestellt, dass die Bakterien eine ähnliche Wirkung entfalten können wie ein Antidepressivum, zugleich baut sich auch das Immunsystem auf.

Gartenarbeit trainiert Muskeln

Durch die Gartenarbeit kommt der ganze Körper in Einsatz, dies beansprucht so ziemlich jeden Muskel im Körper – schließlich muss man ständig etwas schieben, ziehen, drücken oder heben. Wer regelmäßig Gartenarbeit verrichtet, kann sich dadurch womöglich andere sportliche Aktivitäten sparen. Selbstverständlich kommt es darauf an, wie häufig und wie lange im Garten gearbeitet wird. Insgesamt dient die Arbeit dem Muskeltraining und hilft – vergleichbar dem regelmäßigen Ausdauersport – beim Abnehmen, denn es werden zusätzliche Kalorien verbraucht.

Vermindertes Demenzrisiko

Neben den körperlichen Vorteilen ergeben sich wohl auch Vorteile für die geistige Fitness. Das Gehirn könnte besser vor einer Demenz geschützt werden, denn die Gartenpflege beansprucht die kognitiven Funktionen. Insbesondere für Senioren ist Gartenarbeit zudem wichtig als Abwechslung an frischer Luft.

Doch nicht nur zur Vorbeugung, auch innerhalb von Therapien wird das Gärtnern eingesetzt. Sogar bei Demenzpatienten soll sich die aktive Gartenarbeit positiv auswirken, denn das Gehirn muss pausenlos Entscheidungen trefffen und bleibt damit aktiv. Immer mehr Seniorenheime adaptieren dies, allerdings erweist sich einmal mehr der Personalmangel als hinderlich.

Unterstützung gegen chronische Krankheiten

Neben der gesunden Bewegung gibt es zeitgleich auch viel Tages- und Sonnenlicht. Die Zeit an der Sonne beeinflusst den Körper massiv, dies hat nämlich Auswirkungen auf den Stoffwechsel bis über das Immunsystem. Der Körper produziert unter Sonneneinwirkung Vitamin D – wichtig für die Knochengesundheit und mit möglicherweise positiven Auswirkungen auf Herzerkrankungen, Typ-2-Diabetes und Depressionen.

Ein Garten stärkt das Selbstwertgefühl

Zeit im eigenen Garten zu verbringen, kann das Selbstwertgefühl steigern, wenn die Gartengestaltung genau den Wünschen entspricht. Im Garten hebt sich die Stimmung massiv, man sagt, die Beschäftigung im Freien fördere Optimismus und Positivität.

Insbesondere bei der Bekämpfung von psychischen Krankheiten könnte dies fördernd sein. Es ist kaum verwunderlich, dass aus der Gartenarbeit insgesamt ein stärkeres Selbstwertgefühl hervorgeht.

Selbstversorgung

Im heimischen Garten kann selbstverständlich auch eigenes Gemüse angebaut werden, Ergebnis: Diese gesunde Ernährung kommt der körperlichen Fitness zugute. Fühlt man sich durch die Gartenarbeit bestätigt, setzt ein Erfolgsmoment ein. Damit ist das Pflanzen von eigenem Gemüse in jeglicher Hinsicht von Vorteil – und die Selbstversorgung bietet hohe Qualität zum kleinen Preis.

Der Garten als Treffpunkt

Der Garten ist auch ein wichtiger Treffpunkt mit sozialer Interaktion, ob nun durch Besucher oder mit benachbarten Gärtnern gemeinsam. Durch diese soziale Komponente ist der Garten einer der Bereiche, die für den Menschen am gesündesten sind. Das Gärtnern hält oder macht sogar gesund und verbindet die Menschen – negative Erscheinungen wie Einsamkeit gibt es im Garten kaum. Für viele ist das ein Grund, einen Schrebergarten zu mieten, wenn kein eigenes für einen Garten geeignetes Grundstück bestehen sollte.

Andererseits will auch im Garten die Privatspäre gewahrt sein, vor allem dann, wenn es zu viel Interaktion mit den Gartennachbarn geben sollte. Tipp: Statt einen Bretterzaun aus dem Baumarkt zu bauen ist die optisch schönere wie auch für die gute Nachbarschaft sozialverträglichere Lösung die räumliche Trennung durch eine Eibe oder einen Kirschlorbeer.

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  • Quelle: red | Foto: planet_fox / Alexander Fox | PlaNet Fox, Pixabay License
  • Erstellt am 26.02.2022 - 17:24Uhr | Zuletzt geändert am 26.02.2022 - 19:08Uhr
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