Corona-Virus hat auch Görlitz im Griff

Corona-Virus hat auch Görlitz im GriffGörlitz, 15. März 2020. Große Ereignisse kommen oft wie aus heiterem Himmel, so auch die Corona-Pandemie. Während die Lage vor kurzem noch als beherrschbar erschien, überschlagen sich mittlerweile die Vorsichtsmaßnahmen.

Polnische Spezialkräfte Corona-Kontrollen am 14. März 2020

Fotos: Martin Wehnert Photos, Görlitz

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Reaktionen auf die Bedrohung

Reaktionen auf die Bedrohung

Blick über die Reichenbacher Brücke (Stadtbrücke / Johannes-Paul-II-Brücke) von Zgorzelec nach Görlitz

Fotos: Martin Wehnert Photos, Görlitz

Thema: Coronavirus

Coronavirus

Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen pandemisch. Lebensgefahr besteht bei einer Erkrankung an Covid-19 vor allem für Immungeschwächte und Ältere. Vielfältige Maßnahmen sollen die Ausbreitung verlangsamen, um medizinische Kapazitäten nicht zu überlasten sowie Zeit zur Entwicklung eines Medikamentes und eines Impfstoffs zu gewinnen. Im Blickpunkt stehen auch die Wirtschaft und soziale Auswirkungen.

So hat sich die Volkshochschule Görlitz wegen der Coronavirus-Pandemie entschlossen, den Vorgaben des Sächsischen Kultusministeriums zu folgen und alle Kurse und Veranstaltungen – auch den TANDEM Sprachbegegnungen – bis auf Weiteres ausfallen zu lassen.

Das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau hat wegen behördlicher Festlegungen zur Eindämmung des Coronavirus den Spielbetrieb ab sofort unterbrochen. Bereits erworbene Karten für die ausfallenden Veranstaltungen können zurückgegeben werden, der Kartenpreis wird erstattet. Aber. Wegen des Infektionsschutzes soll Bargeld vermieden werden, weshalb die Erstattung per Überweisung erfolgen soll. Das Formular dafür liegt an den Theaterkassen aus und steht auf der Theater-Homepage unter https://www.g-h-t.de/de/Downloads/ bereit.
Außerdem möchte das Theater vermeiden, dass zu viele Menschen gleichzeitig an die Theaterkasse kommen, um ihre Tickets zu stornieren. Für die nun ausfallenden Veranstaltungen wird deshalb eine Stornierungsfrist bis zum 30. September 2020 gewährt. Weitere Informationen gibt es beim Besucherservice, der unter 03581 474747 oder per E-Mail an service@g-h-t.de erreichbar ist.

Auch ein Hotel im Görlitzer Umland hat seine vorsorgliche Schließung bereits angekündigt.

Die sächsische Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch hat sich mit Vertretern der Museen in Trägerschaft des Freistaates Sachsen aus ihrem Geschäftsbereich abgestimmt. Folge: Die Museen werden mit Wirkung zum 14. März 2020 und bis zum 19. April 2020, dem Ende der Osterferien, geschlossenen. Dazu Staatsministerin Klepsch: "Alles, was wir tun, tun wir, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Die Situation ist sehr dynamisch und führt dazu, dass wir unsere Entscheidungen jeden Tag neu überdenken. Leider betrifft das jetzt auch die staatlichen Museen in Sachsen. Ich habe soeben gemeinsam mit deren Spitzen die Schließung bis zum Ende der Osterferien entschieden. Ich kann nur alle Kulturschaffenden und Besucher um Verständnis bitten, dass wir solche Maßnahmen ergreifen."

Stab außergewöhnliche Ereignisse aktiviert

In Görlitz ist vorgestern der Stab außergewöhnliche Ereignisse (SAE) aktiviert worden. Der Stab setzt sich unter Führung von Oberbürgermeister Octavian Ursu und Bürgermeister Dr. Michael Wieler aus verschiedenen Fachbereichen der Stadtverwaltung und weiteren Institutionen zusammen. Um schnelle und koordinierte Entscheidungen zu ermöglichen, will sich der Stab ab sofort in kurzen Abständen regelmäßig treffen. Dabei geht es in erster Linie um den Informationsaustausch und die Beratung über die aktuelle Lage zum Coronavirus (Covid-19), über die anschließend auch öffentlich informiert wird.

Der Stab ist sich einig, dass der Schutz der Bevölkerung, vor allem der älteren Menschen, im Vordergrund steht. Die Görlitzerinnen und Görlitzer werden um Verständnis gebeten, wenn derzeit verschiedene Veranstaltungen abgesagt und ggf. weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen. Ziel ist es, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, um die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems weiterhin zu gewährleisten und Zeit für die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten zu gewinnen.

Handlungsempfehlungen des SAE

Auf den Punkt gebracht empfiehlt der Stab außergewöhnliche Ereignisse:
    • ganz bewusst weiter einhalten: gründliches Händewaschen und kein Händeschütteln
    • Menschenansammlungen meiden und Abstand zu anderen Personen halten
    • Veranstaltungen, die nicht unbedingt notwendig sind, sollten verschoben werden
    • Rücksicht vor allem auf ältere Mitmenschen nehmen
    • Telefon oder E-Mail, sofern möglich, für Anfragen und Erledigungen nutzen
    • wer eine Infektion mit dem Coronavirus bei sich oder Angehörigen vermutet, soll zunächst telefonisch Kontakt zum Hausarzt oder dem Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst aufmehmen

Oberbürgermeister Octavian Ursu appelliert in diesem Zusammenhang noch einmal an die Bevölkerung, weiterhin ruhig und besonnen zu bleiben und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Die Mitglieder des SAE stehen im stetigen Austausch mit dem für das Thema zuständigen Gesundheitsamt des Landkreises und den weiteren beteiligten Behörden.

So wirkt das Coronavirus

Grundsätzlich ist das Coronavirus eine Erkältungskrankheit, die nur wegen der Neuartigkeit des Virus und der damit verbundenen fehlenden Immunisierung der Bevölkerung ein erhöhtes Risiko, vor allem für Immungeschwächte und Ältere, mit sich bringt. Der Krankheitsverlauf ähnelt bei rund 80 Prozent der Infizierten einer normalen Erkältung, nur etwa 40 Prozent haben dabei Fieber. Nach sieben bis zehn Tagen ist die Krankheit ausgeheilt, eine unmittelbare Wiederansteckung scheint nicht möglich zu sein.

Allerdings kann es bei rund 15 Prozent der Infizierten in einer zweiten Phase nach ungefähr einer Woche zu Komplikationen in Form von Lungenentzündungen kommen und bei rund drei Prozent der Infizierten kann eine intensivmedizinische Behandlung notwendig werden. Die Wahrscheinlichkeit, an der Coronainfektion zu sterben, liegt bei einem halben bis einem Prozent; betroffen sind vor allem die genannten Risikogruppen: Ältere ab 65 Jahren und Vorerkrankte, deren Immunsystem geschwächt ist.

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  • Quelle: red | Fotos: Martin Wehnert Photos, Görlitz
  • Erstellt am 15.03.2020 - 00:52Uhr | Zuletzt geändert am 15.03.2020 - 09:38Uhr
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