Wenn Stress auf den Magen schlägt: Was dagegen hilft

Wenn Stress auf den Magen schlägt: Was dagegen hilftGörlitz, 29. März 2019. Die Sachsen kamen 2017 im bundesweiten Vergleich auf überdurchschnittlich viele Fehltage, wie aus der Statistik der Betriebskrankenkassen hervorgeht. Immer häufiger sind Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, ausgelöst von Stress und Überlastung, die Gründe für Krankschreibungen. Das Bauchhirn reagiert sensibel auf Stress und innere Unruhe. Was können Stressgeplagte gegen ein "ungutes Bauchgefühl" tun?
Abbildung oben: Der Körper reagiert – auch auf chronische Überlastung und schädliche Stressfaktoren

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Enge Darm-Hirn-Verbindung

Enge Darm-Hirn-Verbindung

Wer sich darauf einlässt, für den wird eine gesunde Ernährung schnell zur Gewohnheitssache

Dass Stress auf den Magen schlägt, ist nicht nur eine Volksweisheit, sondern wissenschaftlich gesichert. Spätestens seit dem Bestseller "Darm mit Charme" von Giulia Enders hat es sich auch unter Nichtmedizinern herumgesprochen, dass die Psyche wegen der engen "Darm-Hirn-Verbindung" das Geschehen im Bauch stark beeinflusst. Bei erhöhtem Stress arbeitet der gesamte Magen-Darm-Trakt auf Sparflamme, der Sauerstoffträger Blut wird aus den Verdauungsorganen abgezogen. Reaktionen wie Bauchdrücken, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung sind mögliche Folgen.

Tipps gegen stressbedingte Bauchschmerzen

Für einen gesunden Magen-Darm-Trakt sind vor allem drei Faktoren wichtig:
  • Stressreduktion
  • ausgewogene Ernährung
  • ausreichend Bewegung

Wenn Sie vermuten, dass Stress die Ursache Ihrer Magen-Darm-Beschwerden ist, sollten Sie so bald wie möglich Maßnahmen zur Stressreduktion ergreifen. Das können Entspannungsübungen wie Yoga und Meditation sein, Atemübungen, Musikhören, sich im Alltag mehr Pausen gönnen, der Aufenthalt in der Natur oder ein Hobby, das Spaß und Abwechslung in Ihr Leben bringt: Sie wissen am besten, was sie entspannt und auf positive Gedanken bringt. Auch Sport trägt maßgeblich zur Stressbewältigung bei. Ausreichend Bewegung tut außerdem der Verdauung gut. Vor allem Ausdauersport trägt zu einer gesunden Darmflora bei und ist somit gut für die Gesundheit, wie eine Studie der Indiana University ergeben hat. Der Grund: Cardio-Training erhöht die Sauerstoffversorgung, wichtige Mikroorganismen können sich im Darm besser ansiedeln.

Wenn sich der Stress nicht reduzieren lässt, müssen Sie umso mehr auf die Ernährung achten. Kleine, leichte Mahlzeiten sind für Magen und Darm in Stressphasen verträglicher als große und fettreiche. Essen Sie möglichst in aller Ruhe, ohne Hektik und nicht im Gehen. Nach den Mahlzeiten sollten Sie den Verdauungsorganen etwas Ruhe gönnen. Ein kurzer Spaziergang nach dem Essen fördert die Verdauung. Greifen Sie zu leicht verdaulichen Lebensmitteln wie Zwieback, Reis, Kartoffeln, Möhren, Bananen, Äpfeln und Birnen - der nervöse Magen wird es Ihnen danken. Kümmel wirkt schmerzlindernd und beruhigend bei Bauchschmerzen. Er wirkt gegen Blähungen und Magen-Darmkrämpfe. Das Gewürz macht auch Brot und andere Speisen bekömmlicher.

Stress und andere Faktoren, zum Beispiel die Einnahme eines Antibiotikums, können die Darmflora durcheinanderbringen. Die "guten Bakterien" sind in der Unterzahl. Das äußert sich durch z.B. durch Bauchschmerzen, Durchfall und Verstopfung. Verschiedene probiotische Hausmittel wie Leinsamen oder Naturjoghurt helfen dabei, das Gleichgewicht der Darmflora wiederherzustellen.

Bei akuten Beschwerden kann eine Wärmflasche schnelle Abhilfe verschaffen. Ein Vollbad entspannt und entkrampft die Bauchmuskulatur und wirkt schmerzlindernd. Auch eine Tasse Tee sorgt für Entspannung in der Bauchgegend. Besonders Kamillentee, Fencheltee, Pfefferminztee und Melissentee haben sich zur Beruhigung von Magen und Darm bewährt.

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  • Erstellt am 29.03.2019 - 14:34Uhr | Zuletzt geändert am 29.03.2019 - 15:04Uhr
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