Weihnachtsmärkte bewusst genießen

Weihnachtsmärkte bewusst genießenGörlitz, 4. Dezember 2018. Da sage noch einer, der Job des Oberbürgermeisters habe nicht auch seine schönen Seiten! Christkind Pauline Himpel und Oberbürgermeister Siegfried Deinege hat die Eröffnung des Schlesischen Christkindelmarkts zu Görlitz am frühen Abend des 30. November sichtlich Spaß gemacht. Damit der Marktbesuch auch den Besuchern Spaß macht, hat der Görlitzer Anzeiger – ohne Spielverderber zu sein – einige Gesundheitstipps zusammengestellt.

Diabetes und Zöliakie bedingen Vorsicht beim Genuss

Diabetes und Zöliakie bedingen Vorsicht beim Genuss

Im Fokus stehen zwei Erkrankungen, von denen die Betroffenen selbst oft nichts wissen.

Diabetes

In Deutschland ist bei rund sieben Prozent der Erwachsenen ein Diabetes festgestellt worden, hinzu kommen mehr als zwei Prozent der Bevölkerung, bei denen der Diabetes noch unentdeckt ist. Der sogenannte Altersdiabetes (Diabetes Typ II) setzt dank schlechter Ernährung (Fast Food und Fertiggerichte) in Kombination mit Bewegungsmangel immer eher ein und weist rasante Zuwachsraten auf. Weihnachtsmärkte tragen dazu bei, geht es hier doch oft um sehr süße Naschereien. Insulin spritzende Diabetiker (Typ I-Diabetiker und Typ II-Diabetiker im fortgeschrittenen Stadium) haben gewöhnlich ein ausgeprägtes Bewusstsein zuckerhaltige Lebensmittel und Kohlenhydrate, die im Körper ebenfalls zu Zucker umgewandelt werden. Für Typ II-Diabetiker spielen daneben auch auch die aufgenommen Kalorien eine besonders wichtige Rolle.

Beispiele? Spekulatius bestehen zu mehr als der Hälfte aus Zucker und bringen es pro 100 Gramm schon mal auf 420 Kilokalorien beziehungsweise fünf Broteinheiten. In 100 Gramm gebrannten Mandeln verstecken sich sogar mehr als 500 Kilokalorien, sie liegen damit noch vor dem Weihnachtsstollen und vor Lebkuchen. Da erscheint eine Bratwurst mit etwa 320 Kilokalorien, aber fast ohne Kohlenhydrate und Zucker bei null Broteinheiten fast schon gesund, wenn man nur wüsste, was wirklich drinsteckt...

Wer nicht verzichten will, sollte sich auf das Kosten kleiner Mengen beschränken – als Erkrankter wie auch als Gesunder. Gerade in der Adventszeit und an den Festtagen wird bei der Ernährung gar zu gern gesündigt, dann sollte aber wenigstens für etwas mehr Bewegung gesorgt werden. Wer sich nicht dazu durchringen kann, Sport zu treiben, sollte wenigstens mehrmals in der Woche raus an die frische Luft und ausgedehnte Spaziergänge machen.

Tipp: Beim Einkauf von Lebensmitteln sollte man sich angewöhnen, auf die Nährwerttabellen zu achten. So ist es beispielsweise schon ein Unterschied, ob Rohschinken vielleicht sieben oder eben null Prozent Zucker enthält. Auch Fertigketchup erweist sich als typische "Zuckerbombe", dabei kann man es doch aus Tomaten, Paprika und Gewürzen spielend leicht selbst herstellen.

Mehr:
Broteinheiten-Checkliste für den Weihnachtsmarkt
Broteinheiten-Checkliste für den Weihnachtsgerichte

Zöliakie

Für Zöliakiebetroffene – das sind zirka 800.000 Menschen in Deutschland – erfordert der Besuch eines Weihnachtsmarktes ebenfalls besondere Achtsamkeit, denn in Leckereien kann sich Gluten verstecken. Dieses in Getreide wie Weizen (auch in den alten Sorten wie Einkorn, Emmer und Kamut), Dinkel, Roggen und Gerste enthaltene Klebereiweiß verursacht bei Zöliakiebetroffenen – ohne auf den Darm beschränkt zu sein - Entzündungen der Dünndarmschleimhaut mit Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall und Müdigkeit. Einzige Möglichkeit, mit der Krankheit umzugehen: Lebenslang glutenfreie Ernährung.

Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) hat darauf hingewiesen, wie mein seinen Weihnachtsmarktbesuch glutenfrei gestalten kann:

  • Es besteht Allergenkennzeichnungspflicht auch für lose Ware: Nicht nur im Restaurant, beim Metzger oder Bäcker müssen seither Allergene wie Gluten, Nüsse, Milch und Co. gekennzeichnet werden, sondern auch Betreiber von Weihnachtsmarktständen sind verpflichtet, diese bestandteile entsprechend auszuweisen. So können Zöliakiebetroffene erkennen, ob glutenhaltige Zutaten verwendet werden.

  • Plätzchen, Stollen und Lebkuchen sind tabu, weil die Hauptzutat Weizenmehl ist und damit Gluten enthält. Bei anderen Leckereien sollte man ruhig nachfragen, denn Popcorn, glasierte Äpfel, gebrannte Mandeln, Pommes Frites, Maronen, Schokofrüchte und Zuckerwatte sind in aller Regel glutenfrei.

  • Gewürzmischungen oder Gewürzaromazubereitungen wie sie für Glühwein und Punsch verwendet werden, können Gluten enthalten. Bei solchen Heißgetränken müssen Zöliakiebetroffene deshalb stets die Zutaten prüfen und nach den Inhaltsstoffen oder der Produktverpackung fragen.

Schon kleinste Mengen an Gluten sind für die Zöliakiekranken schädlich! Das bedeutet: Neben den Zutaten müssen auch die Arbeitsflächen und -geräte stets frei von Rückständen glutenhaltiger Lebensmittel sein. Deshalb lohnt sich ein kritscher Blick auf den Stand und die Frage, ob beispielsweise etwas Glutenhaltiges in der Fritteuse, in der auch die Pommes Frites zubereitet werden, frittiert wird.

Mehr:
DZG-Auflistung mit glutenfreien Angeboten auf Weihnachtsmärkten 2018

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