Gegen Qualm: Alternativen zur Zigarette

Gegen Qualm: Alternativen zur ZigaretteGörlitz, 30. August 2018. Neulich in einem Görlitzer Restaurant beobachtet: Wenn an einem Tisch Leute aufstanden, um vor der Tür eine zu rauchen, gingen die Nichtraucher mit – offenbar nahmen sie also Rücksicht auf die Raucher und wollten die Geselligkeit nicht unterbrechen. Viele Länder der EU haben bereits ein komplettes Rauchverbot in Restaurants oder öffentlichen Bereichen und dies soll sich nach Prognosen noch deutlich verstärken.
Abbildung oben: Glimmstängel adé – so mancher Raucher wäre froh, das endlich zu schaffen. Manchem gelingt das sofort, andere gehen den Weg über Alternativen

Gute Gründe, dem Tabakrauch zu entsagen

Gute Gründe, dem Tabakrauch zu entsagen

Wenn auch nicht gerade gesund, dennoch weniger schädlich als Tabakrauch: die E-Zigarette

Thema: Ratgeber

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Aus Sicht vieler Raucher sind die Rauchverbote ein großer Einschnitt in ihr Leben und ihre sozialen Kontakte, da Abende mit Freunden, Kinobesuche und andere Aktivitäten ständig von Rauchpausen unter eher unangenehmen Umständen im Freien unterbrochen werden müssen. Rauchen wird dadurch vom Genuss immer mehr zur Belastung. Trotzdem ist die Raucherentwöhnung nicht gerade einfach, vor allem für Menschen, die bereits seit vielen Jahren mit der Problematik kämpfen. Neuere und traditionelle Produkte bieten sich als Alternative zum klassischen Tabakrauchen an. Gesund sind die auch nicht, aber sie irritieren oder belästigen die Menschen im nahen Umfeld weit weniger. Für jene Genussmenschen, die zu ihrem Laster stehen und noch nicht für eine vollständige Entwöhnung bereit sind, hat der Görlitzer Anzeiger Alternativen zur Zigarette unter die Lupe genommen.

E-Zigarette

Die E-Zigarette ist seit einigen Jahren in aller Munde, jedenfalls unter ihren Nutzern. Zwar enthält der elektronische "Glimmstängel" meist auch Nikotin und bestimmte giftige Stoffe wie Teer, die durch den Filter der Zigarette in das menschliche System gelangen, sind im Dampf der E-Zigarette nicht vorhanden. Dadurch soll der Konsum mittels E-Zigaretten laut Schätzungen des britischen Gesundheitsministeriums "ungefähr 95 Prozent weniger schädlich als Tabak" sein (was zugleich ausdrückt, dass ein gesundheitsfördernder Effekt nicht eintritt, aussagekräftige Untersuchungen zur Sicherheit und zu Langzeitfolgen von E-Zigaretten werden durch die Aussage nicht ersetzt).

Die E-Zigarette wird mit einer Flüssigkeit, die es in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt, gefüllt, die durch einen Heizwiderstand verdampft. Dabei kommt es, anders als beim Tabakrauchen oder bei der Wasserpfeife, nicht zum Verbrennungsprozess, der eine Vielzahl von Schadstoffen freisetzt.

Kautabak

Traditioneller Kautabak besteht aus Tabakblättern, die in einer aromatischen Flüssigkeit getränkt werden, um einen leicht süßlichen Geschmack sowie ein angenehmes Kaugefühl zu erreichen. Der Tabak wird einfach zwischen Zähne und Wange gelegt und entfaltet dort sein Aroma, während das Nikotin über die Schleimhäute aufgenommen wird. Wenn die Wirkung nachlässt, kann der Tabak zwischen den Zähnen gekaut werden, um sie zu verlängern.

Eine Alternative zu dem losen Kautabak ist Snus, der meist in Zellulosebeuteln, ähnlich wie Teebeuteln, zwischen Zähne und Mundraum gelegt wird. Snus ist vor allem in Schweden sehr beliebt und wird von dort in die ganze Welt exportiert. Der frische Geschmack von Sorten wie Minze ist besonders bei Sportlern sehr beliebt, die sich von dem Gebrauch ein höheres Energie- und Konzentrationslevel versprechen.

Kautabak kann überall verwendet werden, selbst an Orten wie dem Flugzeug, wo selbst E-Zigaretten verboten sind. Dadurch kann er besonders unkompliziert konsumiert werden. Wie bei den E-Zigaretten wird beim Kautabak der Verbrennungsprozess, dessen Rauch viele krebserregende Stoffe enthält, vermieden. 

Nikotin aus anderen Quellen – Kaugummi, Pflaster oder Spray?

Wer sich die "Kippe" komplett abgewöhnen möchte, kann zu vielen verschiedenen Hilfsmitteln greifen, die den Körper mit Nikotin versorgen, ohne die Nebenwirkungen des Entzugs oder des Qualms zu haben. Zur Raucherentwöhnung stehen Nikotin-Pflaster, Kaugummis, Inhaler (Inhalationsgeräte) und Sprays zur Verfügung. Marken wie Nicorette sind für eine schnelle Wirkung und hochwertige Produkte bekannt und helfen dabei, unangenehme Symptome wie Kopfweh während der Umstellung zu lindern. Gemeinsam mit regelmäßigem, ausreichendem Schlaf, einer Sportroutine, einer ausgewogenen Ernährung und etwas Konsequenz wird die Zigarette, die ein großes Gesundheitsrisiko darstellt, bald obsolet. Am besten fährt natürlich, wer ganz auf Nikotin verzichten kann, doch auch die Alternativen zum Zigarettenrauch sind zumindest ein erster Schritt in Richtung dieses Ziels.

Es gibt viele gute Gründe, der klassischen Zigarette abzuschwören. Rauchverbote und gesundheitliche Risiken auch für die Passivraucher machen den "Glimmstängel" immer unattraktiver. Wer glaubt, nicht auf Nikotin vertzichten zu können, dem bieten sich mehrere Alternativen an – übrigens auch die Beratung beim Arzt oder Apotheker oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie Selbsthilfegruppen. Vom Zigarettenrauchen wegzukommen macht nicht nur das eigene Leben leichter, sondern spart auch Geld und hilft dem täglichen Umfeld.

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  • Quelle: red | Foto Zigarette: Mathew Macquarrie, Unsplash; Foto Raucher E-Zigarette: lindsayfox / Lindsay Fox, Pixabay; beide Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 30.08.2018 - 11:18 Uhr
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