Woran erkennt man Eisenmangel bei Kindern?

Woran erkennt man Eisenmangel bei Kindern? Görlitz, 17. März 2018. Von Cornelia Scherpe. Genügend Eisen im Organismus ist lebensnotwendig für den Menschen, denn der Blutfarbstoff Hämoglobin kann ohne diesen Nährstoff nicht gebildet werden. Eisen ist darüber hinaus an rund 100 weiteren Prozessen des Metabolismus beteiligt und muss dem Körper daher täglich zugeführt werden. Ein Eisenmangel kann jedoch bereits im Kindesalter auftreten und unbehandelt gravierende Spätfolgen nach sich ziehen. Es ist daher wichtig, dass Eltern auf typische Symptome achten und im Zweifelsfall zeitnah beim Kinderarzt vorsprechen. Kinderärzte in Görlitz und im Landkreis sind über die Suche im Internet leicht zu finden.

Wichtige Indikatoren für Eltern

 Wichtige Indikatoren für Eltern

Die roten Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff. Der wird in ihnen vom Hämoglobin, einem eisenhaltigen Proteinkomplex, gebunden

Da durch einen Eisenmangel zu wenig Blutfarbstoff vorhanden ist, erscheint die Haut insgesamt sehr blass. Diese Blässe gilt als am besten sichtbares Anzeichen. Hinzu kommen häufig brüchige Fingernägel und auch stumpfes Haar. Ein genauer Blick ins Gesicht zeigt bei Eisenmangel ferner eingerissene Lippen und Mundwinkel.

Hämoglobin gibt jedoch dem Blut nicht einfach nur seine Farbe, es ist essentiell für den Sauerstofftransport. Die roten Blutkörperchen können nur dann effektiv Sauerstoff durch die Blutgefäße transportieren, wenn genügend Hämoglobin vorhanden ist und dafür muss der Körper genügend Eisen besitzen. Betroffene fühlen sich daher bei einem Eisenmangel insgesamt müde und abgeschlagen. Die Konzentrationskraft lässt stark nach und bei erzwungenen Konzentrationsphasen stellen sich häufig Kopfschmerzen ein.

Wichtig ist für Eltern: Bewahren Sie Ruhe und vereinbaren Sie zeitnah einen Termin beim Kinderarzt. Die sichtbaren Anzeichen können auch auf andere Ursachen zurückgehen und beispielsweise auf akuten Stress vor einer Klassenarbeit oder Streit mit Freunden beruhen. Nur eine ärztliche Diagnose bringt Gewissheit, ob die Ursache im Stoffwechsel begründet liegt.

Der Arzt fertigt ein Blutbild an

Der Nachweis eines Eisenmangels erfolgt über die Blutwerte. Nach der Abnahme einer Blutprobe kontrolliert der Arzt im Labor, ob die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen gewährleistet ist.

Wichtig für die Beurteilung der Eisenversorgung ist der sogenannte MCH-Wert. Der MCH-Wert macht eine Aussage darüber, wie viel Hämoglobin in einem roten Blutkörperchen vorhanden ist. Es wird ein Durchschnittswert ermittelt, weswegen der Arzt auch vom "Blutwert für das mittlere korpuskuläre Hämoglobin" spricht. Der Wert erlaubt eine Aussage darüber, wie gut die aktuelle Sauerstoffaufnahme des Blutes ist.

Weiterführende Informationen:
Stellt der Arzt einen MCH-Wert fest, der unter der Norm liegt, ist ein ernährungsbedingter Eisenmangel sehr wahrscheinlich. Vor allem bei Kindern scheiden andere Ursachen wie Menstruation und Schwangerschaft oder Magengeschwüre und blutende Tumoren nahezu völlig aus.

In weiteren Untersuchungen und durch die Befragung der Eltern und des Kindes zu den Lebensumständen und eventuell anderen Symptomen kann festgehalten werden, ob zu wenig Eisen über die Nahrung aufgenommen wird. Möglich ist auch der Verdacht auf eine Verdauungsstörung, bei der trotz ausreichender Eisenaufnahme zu wenig des Nährstoffs im Magen-Darm-Trakt resorbiert wird.

Eisenmangel in verschiedenen Entwicklungsphasen

Gesunde Neugeborene besitzen zum Zeitpunkt ihrer Geburt eine Eisenreserve im Körper. Diese haben sie über die Verbindung zum mütterlichen Blutsystem erhalten und nehmen in den kommenden Monaten der Stillzeit weiteres Eisen über die Muttermilch auf. Leidet eine Schwangere oder eine stillende Mutter selbst an einem Eisenmangel, kann das Kind dadurch eine Unterversorgung erfahren.

Besonders wichtig ist es, bei Kleinkindern ab sechs Monaten auf Eisenmangel zu achten. Nach circa einem halben Lebensjahr steigt das Blutvolumen im Körper des Kindes und damit der Eisenbedarf stark an. Bei Müttern, die dann noch stillen, sinkt allerdings der Eisenanteil in der Muttermilch. Daher sollte ab diesem Zeitpunkt zugefüttert werden und dabei auf Eisenlieferanten wie Fleischbrei geachtet werden.

Noch einmal einen Sprung im Eisenbedarf erleben Kinder ab dem Einsetzen der Pubertät. Bei Mädchen verbraucht die monatliche Blutung zusätzlich Eisen und bei Jungen sowie Mädchen ist das gesunde Muskelwachstum von eisenreicher Ernährung abhängig.

Eisenmangel durch die Ernährung ausgleichen

Liegt ein Eisenmangel bei Kindern vor, sollten Sie in den kommenden Wochen und Monaten genau auf die Ernährung des Kindes achten.

Wichtige Eisenlieferanten sind:
  • dunkles Fleisch, vor allem Rinderleber
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen
  • getrocknetes Obst wie Rosinen, Datteln und Feigen
  • frisches Obst wie Bananen und Äpfel

Bei Eisenmangel ist es zudem sinnvoll, die eisenreichen Nahrungsmittel nicht mit Tee, Milchprodukten und Speisen mit Weißmehl zu kombinieren. Diese drei führen ebenso wie Kaffee dazu, dass Eisen im Magen-Darm-Trakt weniger effektiv aufgenommen wird.

Wichtig: Nahrungsergänzungsmittel sollten als Eisenlieferanten nur dann an Kinder gegeben werden, wenn der Arzt dazu angeregt hat. Auf eigene Faust sollten Eltern diesen Schritt nicht gehen.

Quellen:

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  • Quelle: red | Foto Kind: niekverlaan / Niek Verlaan, Grafik mit Blutkörperchen: OpenClipart-Vectors, beide Pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 17.03.2018 - 00:42 Uhr
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