Auf Bildungsfahrt in Amsterdam

Pirna | Amsterdam. Vom 21. bis zum 24. Mai 2009 waren 21 AusstellungsbegleiterInnen auf Bildungsfahrt in Amsterdam, als Dankeschön für ihr ehrenamtliches Engagement im Rahmen der Anne-Frank-Ausstellung 2008 in Freital. Nachdem sie Ende letzten Jahres über 60 Schulklassen und Gruppen durch die Ausstellung führten, getreu dem Motto Jugendliche begleiten Jugendliche, war der Besuch des Anne Frank Hauses ein echtes Erlebnis und ein würdiger Abschluss. "Wir wollten ihnen damit noch einmal recht herzlich danke sagen. Ohne dieses Engagement wäre dieser große Erfolg der Ausstellung nicht möglich gewesen", sagte Agnes Muche, Vereinsvorsitzende der Aktion Zivilcourage e.V. und Mitorganisatorin der Fahrt.

Vom 9. November bis zum 19. Dezember 2008 stand das bewegende Schicksal des jüdischen Mädchens Anne Frank im Blickpunkt einer Multimediaausstellung im historischen Gasthof "Goldener Löwe" in Freital. Im Zentrum das Tagebuch, das auf vier verschiedenen Multimediawänden mit unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wurde.

Dazu Zeitdokumente und "multimediale Zeitreisen" bis in die heutige Zeit hinein. Sie alle gaben Impulse für eine Auseinandersetzung mit dem Holocaust. "Darüber hinaus konnte ein guter Eindruck davon gewonnen werden, welchen Fragen sich Anne Frank unter lebensbedrohlichen Umständen konfrontiert sah. Fragen, die auch heute viele Jugendliche beschäftigen: Wer bin ich? Was ist mir wichtig? Was geschieht mit mir?"

Nachdem sich am ersten Abend ein erster Eindruck der Stadt verschafft wurde, ging es am zweiten Tag ins Anne Frank Haus, jener Ort an dem sich die Familie Frank gemeinsam mit 4 weiteren Personen ab 1942 vor den Nationalsozialisten versteckte. In ihrem Unterschlupf, dem Hinterhaus der Prinsengracht 263, lebten sie auf gerade einmal 50m², bis sie 1945 verraten wurden und ins KZ gebracht worden, wo sie kurz vor Kriegsende starben. Einziger Überlebender war der Vater, Otto Frank, der bei seiner Rückkehr nach Amsterdam, das Tagebuch seiner Tochter fand und es später veröffentlichte. Heute ist das Tagebuch in 55 Sprachen übersetzt und machte die Autorin zu einem der bekanntesten Opfer des Holocaust.

In den 6 Wochen der Ausstellung, vermittelten die Jugendlichen selbst ihr Wissen an die Besucher, nun besuchten Sie den Ort von dem Sie so oft erzählten. An dem Bücherregal vorbei, das damals den Zugang zum Versteck im Hinterhaus verdeckte, ging es die schmale Treppe hinauf zu den leeren engen Räumen. „Es war sehr bewegend selbst in dem kleinen, schmalen Zimmer von Anne Frank zu stehen und ein wenig besser nachvollziehen zu können wie das Leben in den bedrückenden Räumen abgelaufen ist, immer mit der Angst zu leben entdeckt zu werden“, schilderte (Name auf Wunsch am 04.01.2010 entfernt), einer der Ausstellungsbegleiter, seine Eindrücke nach dem Besuch.

Der dritte Tag begann mit einem Besuch des „Jüdisch-Historischen Museums“, inmitten des früheren jüdischen Viertels von Amsterdam. Hier wurde die bewegte Geschichte der Juden in den Niederlanden und ihre vielfältige Kultur aufs Neue lebendig. Mit Ausstellungen zu religiösen Bräuchen und zur jüdischen Geschichte, sowie dem Besuch zweier Synagogen, erlaubte es einen direkten Blick auf das jüdische Leben, während und nach dem zweiten Weltkrieg.

Der restliche Tag stand dann zur freien Verfügung, der mit unterschiedlichsten Erlebnissen genutzt wurde. Unter anderem mit dem Besuch von Madame Tussauds, dem Königspalast, des Van Gogh Museums oder auch eine Fahrt auf der Amstel und dem Besuch des Amsterdamer Artis Zoo, oder einfach nur mit dem Spaziergang durch die unzähligen Grachten des „Venedig des Nordens“.

Alle Mitgereisten waren sehr beeindruckt von der Stadt Amsterdam und sprachen schon von einem baldigen Wiedersehen.

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  • Quelle: /Sebastian Reißig | Erstveröffentlichung am 25.05.2009 - 23:44 Uhr
  • Zuletzt geändert am 25.05.2009 - 23:44 Uhr
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