Pflege rund um die Uhr - für Patienten wie Angehörige eine große Herausforderung

Pflege rund um die Uhr - für Patienten wie Angehörige eine große Herausforderung Görlitz, 3. April 2020. Erst vor wenigen Tagen war im Görlitzer Anzeiger über die Vorsorge für den eigenen Tod (siehe Ratgeber-Kasten unten) zu lesen. Zu den nicht angenehmen Themen, mit denen man sich dennoch ebenfalls rechtzeitig auseinandersetzen muss, gehört die Hilfs- oder Pflegebedürftigkeit im Alter. Wenn Menschen älter werden wächst potenziell die Zahl ihrer Gebrechen; das ist der Lauf der Dinge und ein ganz natürlicher Ablauf im Leben. Doch was ist mit diesen Menschen innerhalb unsere Familien, wenn sie auf Hilfe angewiesen sind und selbstständig nicht mehr viel tun können?

Menschen werden immer älter, was zunehmende Pflegebedürftigkeit mit sich bringt

Symbolfoto: truthseeker08, Pixabay License

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Zunehmende Pflegebedürftigkeit – ein schleichender Prozess, der Angehörige überfordern kann

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Angefangen von der Ernährung Hilfsbedürftiger über die Bewegung bis hin zum Beschäftigen und Überwachen und zur Pflege bei Bettlägerigkeit: Für Angehörige stellt diese Situation eine der denkbar schwersten Hürden bei der Bewältigung des Alltags dar, denn je nach Krankheitsverlauf und Gebrechen des zu pflegenden Menschen kann dieser Zustand über viele Jahre und sogar über Jahrzehnte hinaus andauern.

Zweifelsohne ist es auch für den Patienten ein schwieriger Zustand, immer und stets auf Hilfe angewiesen zu sein. Während er sich in die Situation fügen muss, ist für die Angehörigen die Rundumpflege eines Menschen, der zudem vielleicht sehr nahe steht, eine besondere Herausforderung, die nicht selten die ganze Familie vor schwere Entscheidungen und Veränderungen im Alltag stellt. Wenn die zu pflegende Person mit im Haushalt lebt, ändert sich das Leben komplett. Hilfe und Unterstützung sind hier wichtig und diese kann von verschiedener Art und Weise sein.

Körperlich und seelisch anstrengend

Die Pflege eines Menschen in den eigenen vier Wänden kennt keine Pausen; auch Sonntage und Feiertagen, die andere in vollen Zügen genießen, sind Pflegetage. Je nach Schweregrad der Pflege kann sie mitunter rund um die Uhr stattfinden müssen. Dies bedeutet, dass Angehörige stets parat sein müssen, auch in der Nacht. Dies wiederum bedeutet, dass die betroffenen Personen, als meist noch berufstätige Menschen, müde und völlig ausgebrannt zum Job fahren, während vielleicht ein anderer die Pflege währenddessen übernimmt – ein Teufelskreis, aus dem Angehörige kaum entweichen können.

Ganz gleich, wie die Umstände auch sein mögen: Schlussendlich muss die Person gepflegt werden und ist auf die Hilfe angewiesen. Kommt es zu einer Intensivpflege, dann erst recht. Spätestens hier sollte man allerdings einen Schlussstrich ziehen können und die Pflege des Menschen in die Obhut professioneller Hilfe geben. Die 24 Stunden Pflege ist gehört zu den besten Lösungen, um den Patienten rund um die Uhr in sicheren und zuverlässigen Händen zu wissen. Grundsätzlich muss dies in schwerwiegenden Fällen, also bei schwerst pflegebedürftigen Personen, absolut gewährleistet sein. Ein Rundumservice in der Pflege macht es möglich, dass der Patient nicht nur 24 Stunden täglich versorgt wird, sondern auch bei medizinischen Fragen sowie Verhandlungen und Absprachen bezüglich der Pflege, mit dem Medizinischen Dienst, zwischen Sanitätshäusern und Ärzten und darüber hinaus kann das Fachpersonal der Pflege helfend zur Seite stehen.

Auch eine seelische Belastungsprobe

Zunächst beginnt die spätere Pflege oftmals mit Hilfestellungen einfachster Art. Nach und nach entwickelt sich aus dieser Hilfe oftmals eine immer intensivere Pflege mit ihren klassischen Leistungen. Mit der Erledigung der Einkäufe, der Zubereitung der Speisen vom Frühstück über das Mittagessen bis zum Abendbrot, mit der Wohnungsreinigung und der Hilfe beim Anziehen und beim Waschen und dem gemeinsamen Gehen mit dem Rollator zeigen sich erste Stufen der einsetzenden Pflegebedürftigkeit. Es ist oft ein schleichender Beginn der Pflege, der immer weiter fortschreitet, ohne dass Betroffene diese Hilfen zunächst als Pflegeleistungen wahrnehmen.

Die andere Seite: Die zunehmende Pflegebürftigkeit zieht Angehörige immer stärker in einen Teufelskreislauf aus Verantwortungsgefühl und wachsender Überforderung. Daraus aus eigenen Kräften zu entkommen, fällt vielen Menschen und Angehörigen schwer.

Die Zeit, die für die täglichen Pflegeleistungen aufgebracht werden muss, steigert sich zunehmend – alles andere bleibt liegen und staut sich zu einem Berg nicht erledigter Dinge auf. Sind zudem noch Kleinkinder im Haushalt, die ebenfalls versorgt werden müssen, herrscht schnell Chaos und totale Überforderung. Für den oder die pflegenden Angehörigen entsteht eine Mehrfachbelastung aus dem eigenem Berufs- und Familienalltag, der bewältigt werden muss, und der gleichzeitigen Präsenz für den Pflegebedürftigen. Schafft man sich in dieser Situation keine Zeitfenster der Ruhe, bleibt die Erholung auf der Strecke. Nervenzusammenbrüche, Burnout und Co. lassen dann schnell grüßen. Und: Wer seine Angehörigen zu Hause pflegt, gerät zwangsläufig in eine Art Isolation, hat keine Zeit mehr für eigene Interessen und die Pflege des Freundeskreises.

Intensivpflege Profis machen lassen

Sicherlich kann man sich Laufe der Zeit so einiges aneignen, um einen lieben Menschen daheim in der vertrauten Umgebung fürsorglich pflegen zu können. Doch Fakt ist, dass viele der pflegenden angehörigen den Moment zum Loslassen nicht erkennen, geschweige denn überhaupt daran denken.

Hier ist guter Rat nicht teuer, sondern kann sehr hilfreich und rettend sein. Denn kommt es zur intensiven Pflege eines Menschen, dann sollte man auf jeden Fall Rat von Experten auf diesem Gebiet einholen und den Pflegebedürftigen gegebenenfalls in deren Hände geben. Sobald Magensonden im Spiel sind, die einer intensiven Überwachung bedürfen, Katheter gewechselt werden müssen oder auch ein künstlicher Darmausgang – wenn aus eigener Kraft nicht mehr möglich – regelmäßig kontrolliert werden muss, sollte auf jeden Fall Fachpersonal hinzugezogen werden. Bei labilem Zustand können schon kleinste Fehler schwerwiegende Probleme mit schlimmen Folgen für den Gepflegten, infolge dann auch für den Pflegenden, mit sich bringen.

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  • Quelle: red | Foto: truthseeker08, Pixabay License
  • Erstellt am 03.04.2020 - 08:55Uhr | Zuletzt geändert am 03.04.2020 - 10:54Uhr
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