Bessere Problemlösungen schneller erreichen

Bessere Problemlösungen schneller erreichenGörlitz, 16. Juli 2021. Von Thomas Beier. Schreiben wir in der Regional Magazin Gruppe über unternehmerische Themen und erwähnen dabei Denk- und Entwicklungssysteme, dann taucht regelmäßig die Frage auf, ob denn Denksysteme das Denken und die Ideenfindung nicht einengen würden. Wie sich die Beratung im Projektmanagement ändert.

Abb.: Nicht immer lassen sich Ziele direkt ansteuern, Rahmenbedingungen ändern sich und Hindernisse wollen überstiegen oder umgangen sein

Foto: © BeierMedia.de

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Wer Ziele effizient erreichen will, muss möglichst direkt darauf zu gehen

Im Netzwerk der Saxon Consulting Group, in dem wir seit 1994 als Beier Consulting – seit 2021 eine Marke der BeierMedia Thomas Beier – operieren, haben wir als eine unserer Kernkompetenzen aufgebaut, Denksysteme auf konkrete Unternehmenssituationen anzupassen oder ganz spezifisch zu entwickeln. Das ist etwas ganz anderes als die immer wieder propagierte Kreativität, die jedoch gewöhnlich in alle Richtungen sprießt und am Ende meist wirkungslos verpufft.

Nein, der Ansatz ist tatsächlich ein anderer: Es geht um zielgerichtetes Denken, das Irrwege möglichst ausschließt, ohne jedoch neue Gedanken abzulehnen. Gibt es etwas Schlimmeres, als mit Leuten zu reden, die beanspruchen, kreativ zu sein, aber nicht in der Lage sind, schnell zu erfassen, worauf es bei einer Aufgabenstellung oder einem Thema ankommt?

Expertise nutzen

Genau deshalb haben Denk- und Entwicklungssysteme ihre Berechtigung. Man kann von Unternehmern, die Fachleute für ihren Markt und vielleicht auch für ihre Technologie sind, doch nicht erwarten, dass sie unbedingt auch noch Experten für die zugrundeliegenden Ideen von Entwicklungsprozessen sind!

Für viele Unternehmen sind vor diesem Hintergrund Unternehmensberater nötig, die in ihrem Werkzeugkoffer das benötigte Instrumentarium mitbringen – so war es jedenfalls bisher. Inzwischen jedoch haben sich Systeme etabliert, die – zugegeben teure – Beratung und Begleitung weitgehend unnötig machen.

Projektmanagement neu gedacht

Auf den ersten Blick erscheint es ja einfach, die unterschiedlichen Denk- und Entwicklungssysteme in einen Mixer zu werfen, den eine Weile laufen zu lassen und die entstandene Soße zu vermarkten. Wer die Beratungspraxis kennt, der weiß: Schöner Irrtum!

Es ist also schwierig, ein System zu schaffen, in dem Organisationen zielorientiert arbeiten können. Wenige der Management-Methoden haben sich auf Dauer am Markt behauptet, eine davon ist SCRUM. Wie sehr der sogenannte Strukturwandel ein modernes Management erfordert, habe ich im November 2017 in einem Kommentar zum aus damaliger Sicht nötigen Wandel des Siemens-Standortes Görlitz gezeigt.

Vielleicht ist SCRUM ja deshalb so erfolgreich, weil der Ansatz eher ein empirischer ist oder, anders gesagt, SCRUM ganz wesentlich darauf basiert, dass Erfahrungen einfließen. Erfahrungen sind jedoch – und darauf kommt es an – eine besonders wirksame Lernmethode, weil man sich nicht gegen sie wehren kann – eine Tatsache, die in der Organisationsentwicklung mit dem erfahrungsorientierten Lernen genutzt wird.

Ein weiterer Aspekt im Projektmanagement ist die Agilität: Bei einer Aufgabenstellung unter hoher Veränderungsbereitschaft individuell und sehr schnell zu entscheiden, welche Schritte und Maßnahmen Beiträge liefern und alles andere wegzulassen.

Besten Gedanken zum Durchbruch verhelfen

Wenn jemand lehren möchte, wie man ein Projekt besser abwickelt oder steuert, als Theorie oder vermeintliche Praxis,so kann man das mit verschränkten Armen leicht ablehnen – und das geht schneller, als man denkt: Wer etwa im Osten, auch in Görlitz, Forschungsergebnisse aus der Zeit nach 1990 vermarkten wollte, stieß schnell auf den Vorbehalt, dass man das in der “DDR” auch schon so gemacht habe. Ein Irrwitz!

Davon abgesehen: Niemand weiß irgend etwas besser und falls doch, kann er sich oft genug nicht durchsetzen. In aller Regel jedoch prallen nur Ansichten und individuelle Erfahrungen aufeinander. Aber vielleicht ist es ja eine der Stärken der SCRUM-Methode, dass das eingebrachte Wissen und die Vorgehensweise penetrant überprüft und angepasst werden – und zwar von den Beteiligten selbst. Es ist ein alter Hut: Werden Betroffene beteiligt, opponieren sie nicht und haben ein viel stärkeres Motiv, sich einzubringen.

Im Grund geht es – aus unternehmerischer Sicht – immer wieder darum, aus individuellen Erfahrungen im Unternehmen allgemein nutzbares Wissen zu machen. Das führt mit der Zeit dazu, dass immer bessere Entscheidungen getroffen werden.

Mehr:
SCRUM – was dahintersteckt

Der Autor Thomas Beier ist Unternehmensberater u.a. in der Strategie- und Organisationsentwicklung und zugleich Medienunternehmer im Digitalbereich.

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  • Quelle: Thomas Beier | Foto: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 16.07.2021 - 08:38Uhr | Zuletzt geändert am 16.07.2021 - 09:21Uhr
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