Dating mit Speed für'n Job
Görlitz, 30. Oktober 2016. Das fünfte von der städtischen Wirtschaftsförderung Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ) veranstaltete Job-Speed-Dating wurde von 135 Jobinteressierten wahrgenommen. Insgesamt absolvierten sie im Berufsschulzentrum Christoph Lüders bei 28 Unternehmen binnen fünf Stunden mehr als 530 Kennenlern-Gespräche.
Goltz: Baustein, um Menschen und Arbeit zusammenzubringen
"Es freut uns, dass sich das Job-Speed-Dating als eine effiziente Fachkräfte-Plattform fest etabliert hat – sowohl für Bewerber als auch für Unternehmer ganz unterschiedlicher Branchen" resümierte Eva Wittig, die EGZ-Prokuristin.
Neu dabei waren diesmal unter anderm der Versicherungs- und Bausparanbieter Debeka, die DDV Mediengruppe GmbH in Gestalt der Sächsischen Zeitung und die Partner Personaldienste GmbH. Doch hinter der Rekord-Teilnehmerzahl von 28 Unternehmen verbargen sich auch Handwerksbetrieb, IT-Dienstleister, Einzelhändler sowie Betriebe aus dem Ingenieur- und dem Gesundheitswesen.
Die Erwartungen an die Veranstaltung waren bei der Mehrheit der Arbeitsplatzanbieter erfüllt, wie einer Mitteilung der EGZ zu entnehmen ist. Besonders die Veranstaltungsorganisation wurde gelobt. "Interessante Gespräche in angenehmer Atmosphäre waren gut organisiert von der Wirtschaftsförderung und vom Jobcenter", war Vanessa Gutekunst von der G-Werk 5 GmbH zufrieden. Helmut Goltz, Inhaber der Görlitzer Hanf- und Drahtseilerei, einem lokalen Traditionsunternehmen, sah in der Veranstaltung "einen wichtigen Baustein in der Oberlausitz um Menschen und Arbeit zusammenzubringen". Ingo Menzel von Menzel-Busreisen hingegen schätzt am Job-Speed-Dating die "gute Plattform, um an 'wirkliche' Bewerber zu kommen." Fast alle Unternehmen wollen nun bis zu fünf geeignete Kandidaten zu weiterführenden Gesprächen einladen.
Das nächste Job-Speed-Dating soll im Frühjahr 2017 stattfinden. Unterstützt wird das Projekt vom Jobcenter des Landkreises Görlitz.
Kommentar
Um was geht es, um einen akzeptablen Arbeitsplatz oder einen "Job"? Irgendwie hat dieses Intensiv-Schaulaufen der Arbeitsplatz- und der Arbeitnehmersuchenden einen schalen Beigeschmack. Und dann immer wieder das Wort von den "Fachkräften", das den Menschen "Mitarbeiter" auf seine "Kraft" reduziert. Aber Fachkraft ist heute wohl schon, wer eine halbwegs verwertbare Bewerbung abliefern kann, die ohne die Floskeln von der "Teamfähigkeit", vom "selbständigen Arbeiten", der "Flexibilität" und gar vom "motiviert sein" auskommt.
Aber vielleicht ist so ein Job-Speed-Dating heutzutage tatsächlich eine Form, Arbeitsplatzinteressenten (wenn sie denn freiwillig dabei sind) und Arbeitgeber zusammenzubringen. So verschafft man sich gegenseitig schnell einen persönlichen Eindruck, kann checken, ob die Chemie stimmt und wie entwicklungsfähig ein möglicher Bewerber eventuell ist. Wohl jeder Arbeitgeber hat im Betrieb schon einmal die Situation erlebt, in der ein scheinbarer Bewerber zum Gesprächsbeginn darauf hinweist, dass er im Grunde nur die Bestätigung fürs Amt benötigt, dass er sich vorgestellt hat.
Revolutioniert wird der Arbeitsmarkt durch solche Veranstaltungen nicht, jedoch können sie die Arbeitsplatzsuche wie die Suche nach Mitarbeitern im Einzelfall erfolgversprechender gestalten. Das ist doch schon mal was.
In Bezug auf den Arbeitsmarkt reicht allerdings schon ein vergleichender Blick in die Stellenanzeigen der Zeitungen in den unterschiedlichen Regionen Deutschlands, meint
Ihr Thomas Beier
Update vom 16. Mai 2022:
Mehr als fünf Jahre sind vergangen, darunter zwei Cirona-Jahre mit weitgehenden Kontaktbeschränkungen. In dieser Zeit ist das analoge Job-Speed-Dating womöglich ein wenig außer Mode gekommen. In einem Beitrag vom heutigen Tage geht der Görlitzer Anzeiger neben anderen Fragen anhand des Beispiels von AWS Jobs auf Matching Systeme zur Stellenbesetzung ein.



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- Quelle: red | Kommentar: Thomas Beier | Bildquelle: EGZ
- Erstellt am 30.10.2016 - 14:28Uhr | Zuletzt geändert am 16.05.2022 - 13:01Uhr
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