Biotreibstoff E 30 kommt
Berlin. Offenbar haben sich grüne Hardliner durchgesetzt: Nach dem Biosprit-E 10-Desaster scheint die alles-oder-nichts-Fraktion die Oberhand zu gewinnen.
Sofort Klarheit über Benzinverträglichkeit
„Die Probleme bei der E 10-Einführung waren allein mangelnder Konsequenz geschuldet“, erklärte der Treibstoff-Beauftragte Heinz Gurkenwürz am 1. April 2011. Seiner Meinung nach wäre der große Wurf die bessere Alternative gewesen: „Mit E 30, einem Treibstoff mit 30 Prozent Bio-Anteil, wären Langzeitschäden an Ottomotoren nahezu ausgeschlossen - bei Unverträglichkeit hätte es gleich geknallt.“ Eine Einschätzung, die auch von tschechischen Tankstellenbetreibern geteilt wird. „Alkohol und Wasser gut Gemisch“, weiß Jiři, Tankstellenbesitzer in Grottau (Hrádek nad Nisou).
Auf Nachfrage räumte Gurkenwürz allerdings etwas verklausuliert ein, dass Umweltschäden durch aus dem Auspuff herausgequollene Gummidichtungen nicht ganz auszuschließen seien: „30 Prozent Alkohol im Erfrischungsgetränk sind immer noch besser als 30 Prozent Alkohol im Benzin, das ist keine Frage, sondern eine Antwort.“
Umweltverbände schlagen inzwischen Alarm. Bei nicht vollständiger Verbrennung im Motor könne E 30 insbesondere in Tempo-30-Zonen, wie sie gern auch vor Schulen eingerichtet würden, zu verheerenden Folgen führen. Bei dichtem Verkehr würde die verbleibende Ethanol-Wolke leicht in die Klassenräume ziehen und sowohl bei den Schülern wie beim Lehrpersonal bedenkliche Rauschzustände in HD-Qualität auslösen.
Der Landkreis-Drogenbeauftragte Heiland sagte auf Anfrage, dass eine akute Suchtgefahr allerdings nicht bestünde. Zudem hätten viele Schülerinnen und Schüler durch regen Cannabisgebrauch eine weitgehende Resistenz gegen mildere Rauschmittel wie Alkoholika entwickelt.
Stichwörter
Lesermeinungen (1)Rauschzustände
Von Laura am 01.04.2011 - 13:07Uhr
"Rauschzustände in HD-Qualität" - freuen wir uns also auf E 30!
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- Quelle: red
- Erstellt am 01.04.2011 - 00:08Uhr | Zuletzt geändert am 01.04.2011 - 00:41Uhr
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