Zum Stand der Baumaßnahmen auf der Berliner Straße

Görlitz-Zgorzelec. Mit einem Infoschreiben hat die Stadt Görlitz die Händler und Gewerbetreibenden der Berliner Straße davon in Kenntnis gesetzt, dass dort der Stand der Baumaßnahmen nicht dem Zeitplan entspricht. Ursache ist, dass die Ver- und Entsorgungsleitungen nicht so vorgefunden wurden, wie sie in den Bestandsplänen verzeichnet sind. Auf Basis dieser Pläne wurden die Bauarbeiten jedoch vorbereitet. Hinzu kommt, dass durch die Auftraggeber der Gemeinschaftsmaßnahme in Abhängigkeit von aktuellen Entwicklungen zusätzlich verschiedene Erweiterungsaufträge zur Realisierung kamen.

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Die Tiefbauarbeiten im kompliziertesten Teil, der Auswechslung des Regenwasserkanals, sind nun abgeschlossen. Damit kann jetzt auch der endgültige Gleisbau auf dem stadtauswärtigen Gleis erfolgen. Die Wiederaufnahme des zweigleisigen Straßenbahnverkehrs ist ab dem 2. August 2010 vorgesehen.

Leitungserneuerung

Im Bereich von der Dr.-Friedrichs-Straße bis zur Hospitalstraße folgen die Erneuerung der Trinkwasserleitung und der Mittel- bzw. Niederspannungsanlagen. Ebenfalls eingebaut wird eine Schutzrohr- bzw. Kabeltrasse für die Telekom, die Stadtwerke Görlitz und die Straßenbeleuchtung im gesamten Abschnitt. Inbegriffen ist die Erneuerung der Hausanschlüsse. Zwischenzeitliche Teilverfüllungen und ein mehrmaliger Umbau der provisorischen Fußgängerüberwege lassen sich dabei nicht vermeiden.

Straßenbau

Parallel dazu werden die Straßenbauarbeiten vom Postplatz in Richtung Hospitalstraße durchgeführt. Die Hospitalstraße selbst bleibt ausgenommen. Es ist vorgesehen, den in Richtung Bahnhof rechtsseitigen Teil bis zum 20. August 2010 fertig zu stellen und den linksseitigen Teil bis 10. September 2010 zu realisieren. Danach erfolgt die Verkehrsfreigabe dieses Bereiches. Um die Erschließung der Berliner Straße zu sichern, ist - so wünschenswert das wäre - kein anderer Bauablauf für die Hospitalstraße möglich.

Demianiplatz eingleisig

Mit der Inbetriebnahme der Zweigleisigkeit auf der Berliner Straße beginnen die Bauarbeiten auf dem Demianiplatz, so dass die Straßenbahn im Abschnitt zwischen Postplatz bis Friedhofstraße eingleisig verkehrt. Die Gleisbauarbeiten dort werden voraussichtlich im November 2010 abgeschlossen sein.

Gleisbau auf der Berliner Straße ruht über Winter

Eine erneute Aufnahme der Gleisbauarbeiten auf der Berliner Straße im Jahr 2010 ist nicht vorgesehen, weil man vor der Frostperiode nicht mehr fertig werden würde. Das bedeutet, dass die Bauarbeiten nach Fertigstellung des jetzt noch in Bearbeitung befindlichen Teilabschnittes einschließlich des Fahrbahnbaus Hospitalstraße für das Jahr 2010 eingestellt werden.

Die Fortführung erfolgt zum frühestmöglichen Zeitpunkt im Jahr 2011. In diesem Abschnitt werden die Arbeiten deutlich schneller erledigt sein, weil keine Kanalbauarbeiten vorgenommen werden müssen.

Kostenfreie Genehmigung für Außenwerbung

Händler und Gewerbetreibende können zwischenzeitlich im Tiefbau- und Grünflächenamt einen formlosen Antrag auf Außenwerbung wie beispielsweise Werbeaufsteller stellen. Sie erhalten kostenfrei die Genehmigung dazu für die Zeit bis zur Wiederaufnahme der Bauarbeiten. Möglich ist das ab dem Zeitpunkt, ab dem ein gefährdungsfreier Ver- und Entsorgungsverkehr einschließlich Baustellenverkehr abgesichert werden kann. Es kann also entsprechend dem Baufortschritt mit einer gestaffelten Freigabe gerechnet werden.

Baustellenscout

Beim Händlerstammtisch am 14. Juli 2010 wurde unter anderem über die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Beteiligten gesprochen. Im Ergebnis dessen will die Stadt Görlitz umgehend einen Antrag auf Bewilligung einer Arbeitsstelle mit Mehraufwandsentschädigung für einen Arbeitslosengeld-2-Empfänger als Baustellenscout einreichen.

Frühester Einsatztermin könnte aus Sicht der Stadt Görlitz der 16. August 2010 sein. Dies richtet sich jedoch nach dem Genehmigungsverlauf und der Verfügbarkeit einer geeigneten Person.

Ansprechpartner

Bis dieses Bindeglied einsatzfähig ist, stehen den Händlern und Gewerbetreibenden bei erkennbaren Ver- und Entsorgungsproblemen und anderen Fragen nachstehende Kontaktpersonen zur Verfügung:

- Auftraggeber Stadtwerke Görlitz AG, Medienverlegung, Gleisbau: Herr Weißbach, Tel. 03581 - 33 58 61
- Auftraggeber Telekom: Herr Sembdner, Tel. 03591 - 395171
- Auftraggeber Straßenbau: Herr Tschage, Tel. 03581 - 67-1829
- Bauleitung: Büro Richter und Kaup, Tel. 03581 - 7 04 96 50
- Bauausführung: STL, Herr Wauer, Tel. 03585 - 864300

Über das CityManagement kann Hilfe für die Anlieferung und Entsorgung organisiert werden kann. Absprachen dazu sind über Katrin Hecht unter der Telefonnummer 03581 - 76 43 28 möglich.

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Kommentare Lesermeinungen (5)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Nochmal Berliner Straße

Von Frank am 31.07.2010 - 00:14Uhr
Der Herr Ko.bold hat hier gewiss etwas weiter gedacht als die Verwaltung mit ihrer Version der voraussichtlichen Entwicklung. Vielleicht macht man sich auch zuviel Hoffnung darauf, dass die zukünftigen Besucher des Landratsamtes alle noch nach ihren dortigen Terminen anschliessend auf der Berliner ihre Einkäufe erledigen wollen. Es fehlt hier wohl einfach die dafür nötige Kaufkraft, damit ein Händler oder Gastronom in diesem Viertel überleben kann.

Die Fassaden werden nicht besser, weil keiner dahinter wohnt bzw. werden nicht saniert, da dort einfach keine Nachfrage da ist. Ich habe zwölf Jahre dort gewohnt, aber eine 3,60 m hohe Wohnung auf 70 m² im Winter warm zu bekommen (nur 20 Grad), das wird richtig teuer (unter mir war ein leerstehendes Geschäft, schön fusskalt), in dem Haus sind von 14 Wohnungen (komplett saniert) aus diesem Grund noch (eigentlich wieder) 10 frei.

Schon jetzt bedauere ich auch den noch nicht eingestellten "Scout" auf der Baustelle. Der arme Mensch tut sich das sicher gezwungenermaßen von der ARGE beauftragt an für 144 EUR,er muss dafür gewiss auch eine Qualifikation als Bauplaner/Ingenieur vorweisen. Dazu soll er dann früh der Postfrau, mittags den Ver- und Entsorgern und nachts den Kneipenbummlern den Weg weisen, zwischendurch ist das tagesaktuelle Baugeschehen an weitere Passanten zu vermitteln und allen der richtige Weg weisen, er soll auch stets auf der Höhe des Bauablaufes sein.

Schon mit dieser Ankündigung hat der gute Mann (oder die Frau) verloren, das kann echt kein Mensch schaffen, nicht mal mit einer ordentlichen Aufwandsentschädigung. Dazu kommt, das diese Stelle erst nach ca. 6 Monaten Bauverzug und entsprechend (nachempfindbaren) angestauten Befindlichkeiten der leidtragenden Gewerbetreibenden geplant wird, ich würde hier eine(n) Diplom-Psychologen mit Baukenntnissen einstellen, welcher den Gewerbetreibenden "Alles wird gut" suggeriert.

Und wieder an die Händler: Durchhalten!

MfG Frank

Fertigstellen, um handeln zu können?

Von Ko.bold am 30.07.2010 - 11:24Uhr
Das die Bauzeiten sich verlängern, war zu erwarten. In Görlitz gab es noch nie einen bis zu Ende geführten „Fertigstellungstermin“ von ausgeführten Baumaßnahmen. Kann ja auch mal passieren, dass es etwas länger dauert…aber dann hat man als Gewerbetreibender in diesen fertig gestellten Gebieten auch eine ordentliche Grundbasis zum Handeln oder was auch immer man für ein Gewerbe betreibt.

Das eigentliche Manko wird jedem erst hinterher klar. Es kann die schönste Einkaufs-Flaniermeile sein und doch wird sich da wenig bewegen. Realistisch gesehen haben die Einwohner in Görlitz nicht das Potenzial, diese „Einkaufsstraße“ am Leben zu erhalten oder wenn ja, dann nur am untersten Level .

Genau an dieser Stelle sollte die „Wirtschaftsförderung" einer Stadt greifen, tut sie aber nicht. Hier besticht dann wieder die angewachsene Unfähigkeit in der Führungsebene der genannten Institution. Was ich damit zum Ausdruck bringen will ist, dass man auf potenzielle Touristen nicht warten sollte oder einfach große Plakate - für junge Bustouristen zwischen 75 und 90 Jahren gut lesbar - in Städten wie Berlin oder Hamburg klebt, um für eine attraktive Stadt zu werben. Die Werbung ist die eine Seite und das Erleben in dieser Stadt durch den Touristen die andere.

Eine Stadt muss nicht nur durch die vorhandene Architektur bestechen sondern dem Touristen auch Highlights anbieten, um in dieser Stadt etwas Geld ausgeben zu können. Davon lebt der Gewerbetreibende auf einer Einkaufsstraße nun mal.

Manche glauben noch

Von Frank am 29.07.2010 - 01:12Uhr
Lieber Herr Ernst,

wo nehmen Sie denn den Glauben zum turbulenten Handel her?

Ich bin heute mal die Berliner ab Bahnhof abgelaufen, der obere Teil bis zur Salomonstraße ist wohl auf die nächsten Jahre nicht mehr zu beleben, die haben dann irgendwann mal dort eine neue (leider nicht mehr die alte) Straße mit leeren Häusern dahinter, ich bin mal gespannt, ob in einem Jahr dort der Handel "tobt".

MfG Frank

Berliner Straße

Von Ernst am 28.07.2010 - 11:54Uhr
Dass es beim Bau Überraschungen gibt, die man in dieser Größenordnung nicht einplanen kann, glaube ich schon.

Die aktuellen Behinderungen werden sehr schnell vergessen sein, wenn auf der ganzen Berliner Straße eine wirtschaftliche Belebung eintritt.

Seltsam erscheint mir nur das unentschlossene Agieren von Beteiligten: Die Gewerbetreibenden, das CityManagement und vor allem die zuständige IHK, der die Händler und Dienstleister zwangsweise angehören, entwickeln weder Fantasie noch sonderlichen Tatendrang. Offenbar ist im Vorfeld der lange angekündigten Baumaßnahme keinerlei Konzeption entstanden, wie das Gewerbe die Bauphase möglichst glimpflich überstehen soll. Vielleicht handelten die heutigen Beschwerdeführer unter dem Motto: "So schlimm wird es schon nicht kommen". Nun, es kommt, wie man sieht, noch schlimmer.

Dass die klamme Stadt auf die Kostenerhebung für die Genehmigung von Außenwerbung verzichtet, ist ein Beitrag zur Linderung der Situation.

Der vorgesehene "Baustellenscout" allerdings scheint mir wie das fünfte oder sechste Rad am Wagen - noch einer mehr, der sich mit anderen abstimmen muss, ohne wirklich was bewegen zu können.

Wer`s glaubt...

Von Frank am 28.07.2010 - 01:30Uhr
Diesen Äußerungen der Verwaltung über Bauübergaben sollte man nicht unbedingt Vertrauen schenken, bis Ende Mai stand an der Bautzener Straße am Demianiplatz ein Bauschild der Stadt: Sanierung von September 2009 bis Juni 2010, im Juli wurde es (wohl zu peinlich) enfernt, jetzt ist gleich August, die Bautzener ist immer noch gesperrt.

Die Stadt wusste in 2009 nicht, dass plötzlich der Winter kommt und Kanäle neu gebaut werden müssen - ja haben die keinen Kalender im Bauamt der den Winter anzeigt? Dass hundert Jahre alte Kanäle heutzutage marode sind, müsste man auch vorher wissen. Der Winter ist lange vorbei, aber wenn nur gelegentlich drei bis fünf Arbeiter auf 300 Metern zu sehen sind, ist die Bauzeit schon begreiflich. Viele Anwohner der Bautzener Straße schleppen seit fast einem Jahr Ihre Einkäufe aufgrund der aufgerissenen Straße mehrere hundert Meter weit nach Hause, tolle Lebensqualität.

Jetzt kommt dazu, dass unter der Berliner Straße die Kabel nicht genau dort liegen, wo sie das eigentlich sollten. Dass alles nach Plan eingebaut wurde, wäre auch ein super Wunschzustand, den der Tiefbauer höchstens in zwanzig Prozent solcher Fälle antrifft, also wurde der zu erwartende Zustand hier auch nicht angetroffen.

Für die Händler gilt hier: Durchhalten.

MfG Frank

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  • Quelle: red
  • Erstellt am 27.07.2010 - 20:07Uhr | Zuletzt geändert am 27.07.2010 - 20:50Uhr
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